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Geh bitte, hier riecht’s nach Zuckerwatte …

Beitrag von unserer Bloggerin Silvia Osterkorn-Lederer

Früher rochen Haare und Kleidung nach einem Konzertbesuch meistens nach Zigarettenrauch - jetzt nach Zuckerwatter, Gummibärchen, Kaffee & Co.

Frau bläst Zigarettenrauch in die Luft
Zigarettenrauch riecht jetzt nach Zuckerwatter, Gummibärchen oder Kaffee!

Vor Kurzem war ich auf einem Konzert – die Karte hatte ich mir schon vor über einem Jahr gekauft und mich entsprechend darauf gefreut. Das Konzert war super: tolle Stimmung, megagute Musik. Nur mit den ständigen süßen Geruchswolken hatte ich ein wenig zu kämpfen.

Vor mir, neben mir – gefühlt überall wurde immer wieder verstohlen eine Vape hervorgeholt. Einmal roch es nach Zuckerwatte, dann nach Kaugummi oder Kaffee (gut, damit kann ich leben). Aber in Summe passten die süßen Düfte so gar nicht zu meinem Getränk. Und aufdringlich waren sie obendrein.

Kurz überkam mich der Gedanke, dass ich wohl langsam alt werde. Früher rochen Haare und Kleidung nach einem Konzertbesuch meistens nach Zigarettenrauch. Auch nicht wahnsinnig prickelnd, zugegeben. Aber diese künstlichen Duftwolken sind einfach nicht meins. Sie tauchen unverhofft auf, ziehen kurz vorbei und sind zum Glück auch schnell wieder verschwunden.

Irgendwie kam ich mir vor, als säße ich in einem Kaffeehaus – einem mit riesiger Bühne und Live-Musik. Von hinten zog immer wieder Kaffeeduft zu mir, und von rechts gesellte sich offenbar noch eine süße Mehlspeise dazu. Da musste ich kurz den Inhalt meines Bechers prüfen – nein es war keine Melange.

Sagen wir’s so: Kautabak, Liquids mit Geschmack, Vapes und Co. – ich hab die Trends mitbekommen. Aber ich denke, ich kann sie getrost auslassen. Und wenn es am Konzert nach Mehlspeisen und Kaffee riecht, weiß ich jetzt zumindest, dass ich NICHT im Kaffeehaus sitze … auch wenn es mich stark daran erinnert.

Was mich bei solchen Trends allerdings schon beschäftigt, sind ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Denn während die süßen Duftwolken rasch verfliegen, bleibt von Einweg-Vapes deutlich länger etwas übrig: Kunststoff, Elektronik und Akkus, die nach oft nur kurzer Nutzung im Müll landen. Dabei enthalten sie wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Werden die Geräte falsch entsorgt, können ihre Akkus außerdem Brände in Müllfahrzeugen oder Entsorgungsanlagen verursachen.

Nicht jeder neue Trend ist automatisch schlecht. Aber manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was brauche ich wirklich – und was bleibt davon übrig? Für mich steht jedenfalls fest: Für einen gelungenen Konzertabend brauche ich vor allem gute Musik. Zuckerwatte & Co würde ich dann doch eher essen.

Aktualisiert am 21.10.2026