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Plastik & Kunststoffe

Nicotin-Pouches und Snus – ein (umwelt-)gefährlicher Trend

Die kleinen weißen Beutel werden immer beliebter. Das hat nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt Folgen. Zu sehen überall auf den Straßen und am Wegesrand.

Hand nimmt Snus Beutel aus einer Dose.
Nikotinbeutel und Snus sind ungesund – auch für die Umwelt.

An die Stelle von Zigaretten treten auch bei Jugendlichen immer häufiger kleine weiße Beutel. Sie werden unter die Lippe geschoben, das enthaltene Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen. Außerdem stecken künstliche Süßstoffe, synthetische Füllstoffe und eine Fülle an Aromen (Menthol, Lakritz oder Wassermelonengeschmack) in den Pouches, die aus dem Zigarettenersatz ein Lifestyle Produkt machen.

Beutel mit Tabak gibt es schon lange

Bereits im 18. Jahrhundert etablierten sich in Schweden Beutel mit getrocknetem Tabak und Wacholderbeeren und Blüten als zusätzliche Aromen. Diese sogenannten Snus wurden während der Industrialisierung zum Massenprodukt und wichtigem Wirtschaftszweig im Land. Im Gegensatz zu Snus enthalten Nicopods oder Nikotin-Pouches keinen Tabak, sondern reines Nikotin und Aromen.

Folgen für die Umwelt unterschätzt

Weltweite Verkäufe der kleinen Beutel stiegen zwischen 2019 und 2022 um 641 %. In Schweden, wo die Snus schon lange verbreitet sind gehören sie mittlerweile zu den häufigsten Abfallfunden im öffentlichen Raum. Schätzungen gehen von über 300 Millionen der Beutel aus, die durch Littering in der schwedischen Umwelt landen (Daten des Umwelt-Monitorings von “Håll Sverige Rent” 2023). Daten der Studie wiesen Mikroplastik aus Snus-Pouches bereits in mehreren schwedischen Seen nach.

Gefährlich sind aber nicht nur die langlebigen Kunststoffanteile, die sich im Lauf der Zeit in Mikroplastik verwandeln. Es werden auch Metalle und Aromastoffe freigesetzt, die so in Gewässer, ins Grundwasser oder in den Boden gelangen.

Nikotin ist ein starkes Nervengift das bereits in geringen Mengen Wasserorganismen schädigt.. Zum Vergleich: der Nikotingehalt einer Zigarette liegt bei 1 Milligramm. Bei den Beuteln sind es im Durchschnitt 9 Milligramm (oft auch mehr). Das bedeutet, auch in weggeworfenen Pouches befindet sich weit mehr des toxischen Stoffes als die 400 Nanogramm, die als Unbedenklichkeitsschwelle bei kurzfristiger Exposition (PNEC) gelten (Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei IGB). Nehmen Wild- oder auch Haustiere die Pouches auf, sind ebenfalls Vergiftungen möglich. Auch Insekten und Vögel sind betroffen.

Lange Abbauzeiten in der Natur

Je nach Zusammensetzung (Zellulose, Kunststoffe, Aromen) bleiben falsch entsorgte Pouches über Jahre bis Jahrzehnte in der Umwelt liegen. Der Abbau hängt von Feuchtigkeit und anderen Umweltbedingungen ab. Bindestoffe und die künstlichen Süßstoffe (Sucralose und Acesulfame K) bauen sich gar nicht ab. Die Kunststoffanteile verschwinden ebenfalls nicht, sondern zerfallen lediglich in immer kleinere Teile.

Wenn schon Pouches, dann richtig entsorgen

Gebrauchte Nikotinbeutel gehören in den Restmüll. Benutzen Sie daher öffentliche Mülleimer oder mitgebrachte Behälter für gebrauchte Pouches. Manche Marken produzieren eigene Dosen mit extra Fach für gebrauchte Beutel.

Gebrauchte Beutel gehören auch nicht auf den Kompost oder in die Toilette. Achtung Greenwashing: Webeslogans, die besonders „nachhaltige“, „biobasierte“ oder „natürliche“ Produkte bewerben, halten keiner Überprüfung stand. Auch ein Recycling der Beutel ist nicht möglich und durch die Kunststoffanteile sind auch die tabakfreien Produkte problematisch.
Lediglich die Metalldosen können wiederverwertet werden.

Aktualisiert am 14.10.2026