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Wurmkiste – in Groß und Klein

Beitrag von unserer Bloggerin Daniela Capano

Biomüll ist wertvoll, denn er ist die Grundlage für Kompost, dem Gold der Gärtnerinnen und Gärtner.

Es gibt viele Möglichkeiten, seinen eigenen Kompost zu machen: Im eigenen Garten mit dem Komposthaufen, im Gemeinschaftsgarten und in der Wohnung mit der Wurmkiste in Groß und Klein.

Zwei Geschichten zum Kompost-Einstieg

Das Thema Wurmkiste ist derzeit in meinem Umfeld sehr aktuell. Beinahe gleichzeitig haben sich diese zwei Geschichten rund ums Thema Kompost ergeben.

Erst unlängst habe ich mit einem Kollegen geplaudert und er hat mir erzählt, wie er zu seiner Wurmkiste kam. Ausgangspunkt der Geschichte ist der Vienna Climate Run im September 2026

Unter dem Motto „Wir bringen Bewegung in den Klimaschutz“ können Sportlerinnen und Sportler mit ihrer Laufleistung gutes tun. Je mehr Kilometer gelaufen werden desto mehr Wiesen, Wald in Österreich, Urwald in Costa Rica wird geschützt.

Mein Kollege Joe war als begeisterter Läufer mit dabei. Am Ende hat er viele Kilometer für einen guten Zweck zurückgelegt und war plötzlich stolzer Besitzer einer Wurmkiste!

Denn es wurde an diesem Tag nicht nur gelaufen, es gab auch eine Tombola! Er hat die Kiste bis nach Hause gebracht – getragen, mit der Tram und dem Zug transportiert. Beim letzten Abschnitt hat er dann auf ein Auto zurückgegriffen – Multimodale Anreise also für Würmer.

Bei der Preisübergabe hat ihm der Sponsor der Kiste noch grob den Inhalt erklärt. Wichtig war zu wissen, dass die Würmer in ihrem mitgelieferten Substrat für eine ganze Woche Nahrung haben. So musste er nicht noch am selben Tag die Wurmkiste starten. Eine Schnellanleitung und ein Wurmkisten-Handbuch waren auch beim Gewinn enthalten.

Start der Wohnungs-Wurmkiste

Einige Tage später war es dann so weit. Die Schnellanleitung war gelesen und schon ging es los. Nun wurde ihm auch klar, warum es beim letzten Mal nicht geklappt hat. Denn er hatte bereits einmal Kompostwürmer in einer Kunststoffkiste gehalten. Gescheitert ist das damals an der Feuchtigkeit…

Schritt 1: Wurmkiste befüllen

Den mitgelieferten trockenen Kokosfaserblock hat er mit 2 Liter Wasser eingeweicht.

Dann hat er die Kokosfasern „zerbröselt“ und zeitgleich auch unbedruckten Karton schichtweise eingefüllt.

Dann kamen die Würme schichtweise auf die Kokosfaser. Zwischen diese Schichten kam der eingeweichte Karton.

Weil in der Anleitung steht, dass die Holzkiste anfangs Feuchtigkeit absorbiert, sollte alles nochmals befeuchtet werden.

Schritt 2: Los geht’s mit der Fütterung

Ist die Kiste gefüllt, kann sofort mit der Fütterung begonnen werden. Ist genügend Futter vorhanden, vermehren sich die Würmer schneller – logisch oder?

Glücklicherweise waren Bananenschalen sowie Kartoffelschalen und Karottenreste von der Gemüsesuppe vom Vortag übrig. Kaffeesatz der Espressomaschine war auch noch da, genug Futter also.

Alle Teile wurden zerkleinert – so haben die Mikroorganismen im Wurmsubstrat eine viel größere Angriffsfläche, um den Bioabfall aufzuschließen bzw. abzubauen.

Kompostwürmer besitzen keine Zähne. Sie ernähren sich von Bakterien, Pilzen und den von Mikroorganismen vorverdauten organischen Stoffen. Im Darm der Würmer werden diese Stoffe weiter umgewandelt und als feinkrümeliger Wurmhumus ausgeschieden. Dieser gilt als eine der hochwertigsten natürlichen Formen von Kompost.

Schritt 3: Abdunkeln

Als oberste Schicht dient die mitgelieferte Kokosmatte. Sie funktioniert als Abdunkelung (Würmer mögen es dunkel) und zur Reduktion der Verdunstung, also zur Feuchteregulation. Wenn fortlaufend Bioabfälle eingebracht werden, sollten die Kistenbewohner mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt sein.

Bei zu viel Feuchtigkeit helfen trockene Blätter und zerrissene Kartonstücke – wobei Blätter vom Nussbaum ungeeignet sind!

Was mögen Würmer am liebsten:

Kompostwürmer sind nicht wählerisch haben aber durchaus Lieblingsspeisen. Besonders beliebt – weiche, bereits leicht angefaulte und mikrobiell gut besiedelte Materialien. Dazu Kürbisreste (hohe Feuchtigkeit, leicht verdaulich), Melonenschalen (sehr saftig, enthalten viel Zucker, rasch von Mikroorganismen zersetzt) Bananenschalen – ein Klassiker in der Wurmkiste (reich an Kalium, aber nur in kleinen Stücken geschnitten), dazu noch Kaffeesatz mit Papierfilter, Apfel- und Birnenreste, Salatblätter, gekochte Erdäpfel in kleinen Mengen und sparsam eingesetzte Haferflocken.

Was gar nicht geht:

  • gekochtes Essen
  • schimmelige Speisen
  • Knochen, harte Kerne … der Abbau dauert sehr lange – diese Reste werden in der Kiste bei der Ernte unverändert enthalten sein.
  • Fleisch und Salz sowie Schalen von Zitrusfrüchten
  • scharfe Gewürze

Die Geschichte mit den Fliegen – besonders in der Wohnung ein Thema

Grundsätzlich sollte die Wurmkiste geschlossen bleiben. Der Deckel sorgt für ein ausgeglichenes Feuchtigkeitsklima und schützt den Inhalt vor Fruchtfliegen, Trauermücken und anderen Insekten. Bei zu viel Feuchtigkeit hilft es, die Kiste vorrübergehend zu öffnen, um überschüssige Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. In dem Fall hilft ein feinmaschiges Netz oder Fliegengitter, um Insekten abzuhalten ihre Eier abzulegen.

Die Ernte

Geerntet werden zweierlei Dinge; Wurmkomposttee, der sich zwischenzeitlich absetzt und verdünnt ein guter Flüssigdünger ist, sowie hochwertiger Wurmkompost. Bereits nach wenigen Monaten kann fertiger Kompost aus einer gut gepflegten Wurmkiste geerntet werden.

Wurmkiste in XXL

Inspiriert von meinem Kollegen, der jetzt fleißig kompostiert und durch einen glücklichen Zufall habe auch ich gerade begonnen, meinen Biomüll in Kompost zu verwandeln. In meinem Grätzel habe ich seit neuestem auch die Möglichkeit, ohne eigenen Garten!! Ich darf nämlich jetzt beim Bildungsgarten der ganz in meiner Nähe ist, als Nachbarin die XXL Wurmkiste mitbenutzen.

Ich bin schon gespannt, wenn wir uns über unsere Ernteerfolge – vermutlich im Neuen Jahr – berichten …

Aktualisiert am 21.10.2026