Putztipps für Haushalte mit Haustieren
Reinigungsmittel erfüllen ihren Zweck, können aber gefährlich für unsere tierischen Mitbewohner sein. So bleibt die Wohnung sauber und unsere Lieblinge gesund.
Wer Haustiere hat, weiß, dass das nicht nur Verantwortung bedeutet, sondern auch erhöhten Reinigungsbedarf. Egal, ob Hunde oder Katzen, Kleintiere oder Vögel, Fische oder Reptilien – sie alle machen viel Freude, aber auch Arbeit.
Gefahren beim Hausputz
In jedem Haushalt gibt es Wasch- und Putzmittel, manchmal sogar Desinfektionsmittel. Sie alle erfüllen ihren Zweck, können aber auch gefährlich für unsere tierischen Mitbewohner sein. Denn viele Tiere reagieren empfindlich auf die in Putzmitteln enthaltenen Duftstoffe und Chemikalien. Egal ob Geschirrspülmittel, Waschmittel, Fußbodenreiniger oder Bleichmittel – die verschiedenen Reiniger müssen immer sicher verwahrt werden. Kinder und Haustiere dürfen keinen Zugang haben.
Für Erwachsene sind die Risiken klar erkennbar, doch Kinder und Haustiere können diese Gefahren nicht einschätzen. Vor allem ätzende Flüssigkeiten können zu lebensbedrohlichen innerlichen oder äußerlichen Verletzungen führen. Manchmal zeigen sich die Folgen auch gar nicht direkt nach der Aufnahme, sondern erst später.
Reinigungsmittel sicher aufbewahren
Besonders gefährdet sind vor allem neugierige Jungtiere, wenn sie bei ihren Erkundungstouren auf diese Substanzen stoßen. Lagern Sie Ihre Putz- und Waschmittel immer sicher, am besten in verschlossenen Schränken, kindersicheren Boxen und Behältern. Und zwar so, dass nichts unabsichtlich umgestoßen und aufgenommen werden kann.
Putz-Do’s und Don’ts für Haustierliebhabende
Viele Reiniger enthalten giftige Inhaltsstoffe wie Ammoniak, Chlor/Bleichmittel, Triclosan, Natriumhydroxid oder Formaldehyd. Auch stark duftende Mittel oder Raumsprays sind für Haustierhaushalte nicht wirklich gut geeignet.
Lüften und Nachspülen
Unverdünnt und direkt aufgenommen sind sie besonders gefährlich, doch sie können auch bei indirekter Aufnahme (z. B. über Fell und Pfoten) zu Problemen führen. Hunde und Katzen können beispielsweise mit Rückständen auf frisch gereinigten Flächen in Berührung kommen. Daher ist gründliches Nachspülen mit Wasser unerlässlich. Bestenfalls ist das Haustier beim Putzen nicht im Raum.
Flüchtige Chemikalien verursachen Dämpfe, die auch nach der Reinigungsaktion noch in der Luft sind. Lüften Sie deshalb ordentlich, bevor die Tiere wieder in den Raum dürfen. Sie sind bei Dämpfen besonders gefährdet bzw. ihnen stärker ausgesetzt, denn sie atmen schneller und befinden sich näher am Boden.
Achtung Duftstoffe
Vorsichtig ist auch bei Duftkerzen und ätherischen Ölen geboten. Denn was für uns Menschen angenehm riecht, kann für unsere Haustiere unangenehm oder sogar gefährlich sein. Ätherische Öle wie Teebaumöl, Zitrusöle und auch Eukalyptus sind für Katzen giftig – auch in Aroma-Diffusern oder Duftlampen.
Auch Vögel reagieren sehr stark auf Düfte. Am besten verzichten Sie in Zimmern, wo sich Haustiere aufhalten, auf Duftkerzen, Räucherstäbchen, Raumsprays und Co. Sollten Sie Gerüche neutralisieren wollen, setzen Sie am besten auf Natron, Kaffeesatz oder Aktivkohle – aber immer so, dass keine Tiere daran knabbern können.
Kein Glasreiniger bei Aquarien
Für die Reinigung von Aquarien und Terrarien gibt es eigene ammoniakfreie Glasreiniger; häufig reicht auch einfach nur heißes Wasser. Auch für Kleintier- und Vogelkäfige sind spezielle unbedenkliche Reiniger im Zoofachhandel erhältlich.
Hände weg von WC-Steinen
Besondere Vorsicht ist bei WC-Steinen geboten: Es gab bereits Haustiere, die mit Vergiftungserscheinungen in Tierkliniken vorgestellt wurden, nachdem sie aus dem WC getrunken hatten. Am besten keine WC-Steine verwenden und niemals Putzeimer oder Reinigungsflaschen zugänglich stehen lassen.
Vergiftungssymptome erkennen und schnell handeln
Wenn Sie beobachten, dass Ihr Haustier erbricht, Durchfall hat, stark speichelt, hustet oder Atemprobleme hat, Haut oder Augen gereizt sind oder es im schlimmsten Fall sogar lethargisch oder besonders unruhig wirkt, könnte es sich um Vergiftungserscheinungen handeln. Im Ernstfall können sich auch Krämpfe zeigen.
Bitte handeln Sie immer schnellstmöglich und suchen Sie Rat bei Tierarzt oder Tierärztin. Sollte ein Notfall vorliegen:
- Versuchen Sie, die betroffene Stelle vorsichtig mit Wasser zu reinigen.
- Halten Sie das Tier vom Lecken ab.
- Sorgen Sie für Frischluft.
- Finden Sie nach Möglichkeit die Ursache heraus.
Nehmen Sie das Mittel am besten mit zum Tierarzt und rufen Sie bei der Vergiftungszentrale an.
Umwelt- und tierfreundliche Mittel bevorzugen
Am besten vermeidet man in Haushalten mit Haustieren Reinigungsmittel mit aggressiven Chemikalien und Spezialprodukte ganz. So gehen Sie auf Nummer sicher und auch die Umwelt freut sich.
Natürliche Putzmittel wie Backpulver, Natron, Kernseife, Zitronensäure, Essig oder Erdapfelschalen können hier helfen. Im Zoofachhandel kann man tierfreundliche Reiniger erwerben, wenn die Hausmittel an ihre Grenzen stoßen. So helfen zum Beispiel Enzymreiniger, die effektiv gegen organische Flecken und Gerüche wirken und dabei biologisch abbaubar und unbedenklich sind.
Tierzubehör ohne Chemie reinigen
Um Tierhaare loszuwerden, können Staubsauger und Fusselbürste verwendet werden. Schütteln Sie Decken, Polster und Körbchen gut aus, saugen Sie sie ab oder stecken Sie sie in die Waschmaschine und verwenden Sie mildes, parfümfreies Waschmittel.
Bitte beachten Sie, dass vor allem das Geräusch des Staubsaugers für manchen Vierbeiner Stress bedeutet. Bieten Sie Ihrem Haustier daher eine Rückzugsmöglichkeit.
Näpfe täglich mit heißem Wasser auswaschen. Spielsachen können mit Seifenlösung oder reinem Wasser gereinigt werden, danach immer gut ausspülen.
10 Praktische Tipps
- Fellpflege: Regelmäßiges Bürsten (Unterwolle), Haare schneiden/trimmen und ordentliche Fellpflege helfen, Haare und Schmutz zu reduzieren.
- Pfoten reinigen: Speziell, wenn es draußen nass ist, bringen Hunde- und Katzenpfoten Schmutz ins Haus. Hier am besten sofort reinigen – mit lauwarmem Wasser oder einem feuchten Tuch – noch im Eingangsbereich oder vor der Tür. Auch vorsichtig zwischen den Zehen und auf den Ballen, danach vorsichtig abtrocknen. Das verringert den Schmutzeintrag.
- No-Go-Bereiche und feste Futter- und Schlafplätze festlegen: Bringen Sie Hunden und Katzen bei, gewisse Räume, Möbel oder Zonen nicht zu betreten bzw. zu benutzen. Überlegen Sie, ob Sie Hund oder Katze auf der Couch bzw. im Bett haben möchten oder lieber nicht. Schaffen Sie erlaubte Schlafplätze. So können Sie den Schmutzeintrag steuern.
- Näpfe regelmäßig reinigen: Immer nach dem Fressen die Näpfe gründlich mit heißem Wasser ausspülen. Das ist Wichtig für Sauberkeit und Hygiene und verhindert Gerüche.
- Katzenklos sauber halten: Urin und Kot regelmäßig entfernen, das Katzenklo wöchentlich gründlich reinigen.
- Käfige und Volieren regelmäßig reinigen: Kleintierkäfige und Vogelvolieren müssen regelmäßig von Kot und Urin befreit und gründlich geputzt werden. Einstreu tauschen und Futterreste entfernen.
- Terrarien und Aquarien sauber halten: Regelmäßig reinigen – mit speziellen Reinigungsmitteln oder wenn möglich nur mit warmem Wasser und mechanischer Reinigung. Je nach Besatz und Verschmutzung bei Aquarien immer wieder das Wasser teilweise wechseln. Punktuelle Reinigung bei Terrarien, wenn notwendig.
- Tiere (vor allem Hunde und Katzen) nicht zu lange allein lassen: Manche Tiere sind gestresst, wenn die Familie abwesend ist. Häufig passieren dann Unfälle, oder die Tiere verursachen Schäden. Das Alleinbleiben sollte vor allem bei Hunden sorgsam trainiert werden.
- Natürliche Hausmittel, biologisch abbaubare Reinigungsmittel bzw. tierfreundliche Produkte verwenden.
- Feste Putzroutine etablieren: Wer regelmäßig kleine Reinigungseinheiten einplant, verhindert, dass sich Schmutz, Haare und Gerüche sammeln. Täglich kurz durchsaugen oder wischen ist effektiver (und weniger aufwendig) als wöchentlich einen Großputz zu machen.
Aktualisiert am 30.03.2026