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Exotisches aus heimischem Anbau
Viele exotische Früchte werden inzwischen auch hierzulande erfolgreich angebaut. Wir geben einen kurzen Überblick.
Exotische Früchte und Gewürze gibt es längst nicht nur im Supermarkt oder Restaurant. Manche Früchte und Gewürze haben lange Transportwege hinter sich, bevor sie bei uns auf den Tellern landen. Diese Vielfalt bereichert zwar unseren Speiseplan hat aber Folgen für das Klima. So werden Kiwis aus Neuseeland etwa 18.000 km transportiert (Quelle: VCÖ).
Um die lange Reise zu überstehen, werden viele Exoten noch unreif geerntet. Das hat wirkt sich auf den Geschmack und die enthaltenen Nährstoffe aus.
Mit Kiwis hat es begonnen
Sich verändernde klimatische Bedingungen ermöglichen in Europa den Anbau einer Reihe von Pflanzen, die wir aus südlichen Gefilden kennen. Dazu kommt, dass die Experimentierfreude der Produzentinnen und Produzenten gestiegen ist.
So werden schon seit einigen Jahren Kiwis auch im Weinviertel angebaut. Die Sorte ist kleiner, hat eine glatte Schale und schmeckt noch intensiver und süßer. Als Kletterpflanze mit schmackhaften Früchten haben Mini-Kiwis auch bereits viele Privatgärten erobert.
Die grell orangen Kakis muten sehr exotisch an und wachsen auch in den Tropen und Subtropen. Ursprünglich stammen die „Götterfrucht“ genannten Früchte aus China. Schon lange werden sie bereits in Italien angebaut. Sie vertragen auch Fröste und haben den weiteren Vorteil, das sie nachreifen.
Mittlerweile gibt es Kakis auch aus Österreich. Andenbeeren (Physalis) und Gojibeeren werden ebenfalls bereits bei uns angebaut.
Melonen aus Österreich
Bei Wassermelonen denken viele an den Urlaub im Süden. Durch ihren Wasserreichtum sind sie eine willkommene sommerliche Erfrischung. Mittlerweile werden Wassermelonen von regionalen Produzentinnen und Produzenten kultiviert und sind im Handel auch aus heimischem Anbau zu finden. Melonen können sogar im eigenen Garten gepflanzt werden, zum Beispiel an der Südwand des Hauses. Wer keinen Garten hat kann sie sogar in großen Töpfen ziehen.
Unser Tipp: auch die Wassermelonenkerne verwerten
Die Kerne enthalten Proteine, Vitamine, Magnesium und gesunde Fette.
Entweder einfach direkt mitessen oder sie herausholen und später verwerten.
- Die Kerne zunächst trocknen lassen, dann am besten mit etwas Olivenöl und Salz rösten damit die Kerne braun, aromatisch und knusprig werden.
- Direkt als Snack knabbern, als Topping für Müsli, Salat oder Suppe verwenden.
- Die getrockneten Kerne mahlen oder schroten und als Proteinlieferant (rund 29 g Protein/100 g Kerne) in Smoothies verwenden.
- Karamellisiert eignen sich die Kerne als süße Knabberei oder als Pudding-Deko.
Olivenhaine in Österreich – Was ist alles möglich?
Im Seewinkel profitieren Oliven vom milden pannonischen Klima. Hier werden sogar exotische Gewürze wie Kurkuma und Ingwer angebaut. Im Weinviertel wachsen seit 2018 Erdnüsse. Die österreichischen Bioerdnüsse gedeihen heute bereits auf 22 Hektar, sind zwar etwas kleiner, geschmacklich aber intensiver als die Verwandtschaft aus den USA. Sie werden nicht nur als Snacks zum Knabbern angeboten, sondern auch verarbeitetet beispielsweise als Erdnussbutter.
Feigen profitieren in geschützten Lagen von den immer milderen Wintern. In Wien werden sie bereits gewerblich kultiviert. Diese vollreifen Früchte sind in der Gastronomie sehr beliebt und auch außerhalb der Saison als Chutney erhältlich
Vorteile eines sich wandelnden Klimas
Wärmeres Klima schafft Raum für neue Kulturpflanzen. Kurze Transportwege zu uns Konsumentinnen und Konsumenten, reife und schmackhafte Früchte und eine erweiterte Palette für Produzentinnen und Produzenten sind einige der Vorteile.
Schwerer Stand für klassische Sorten
Manche Kulturpflanzen bringt ein sich veränderndes Klima allerdings zunehmend in Schwierigkeiten. So ändert sich der Geschmack des Grünen Veltliners, einer der klassischen österreichischen Weinsorten durch steigende Temperaturen. Beerenpflanzen wie beispielsweise Himbeeren kämpfen mit Sonnenschäden.
Wann sind exotische Früchte richtig reif?
Manche Früchte werden trotz des wärmeren Klimas auch zukünftig nicht in Österreich angebaut werden. Zu kaufen gibt es sie fast rund ums Jahr. Wann aber sind sie wirklich reif?
Mango
Süße Mangos sind sehr beliebt. Ursprünglich in Süd- und Südostasien zuhause, werden die Früchte heute auf mehreren Kontinenten kultiviert. Je nach Anbaugebiet und Sorte gibt es reife Mangos aus:
- Indien: April bis Juli
- Pakistan: Juni bis August
- Zentralamerika: März bis August
- Senegal: Frühjahr bis August
- Auch in Spanien werden Mangos angebaut. Haupterntezeit ist dort Juli bis Dezember.
Mangos reifen nach sind aber nur wenige Tage haltbar.
Papaya
Papayas stammen aus Mittelamerika, ihr Name kommt aus der Sprache der Arawak. Die Früchte bei uns im Handel kommen meist aus Brasilien oder Hawaii. Sie werden unreif geerntet und reifen nach.
- In Indien wird je nach Region unterschiedlich geerntet, meist aber zwischen Juni und September.
- In afrikanischen Ländern wie Kenia und Nigeria, die ebenfalls bedeutende Anbaugebiete sind, erfolgt die Ernte vorwiegend in zwei Zeitfenstern: von März bis Juni und noch einmal von September bis November.
- Australien, insbesondere im Subtropischen und tropischen Norden, ist von November bis April die Haupterntezeit für Papayas.
- In Ländern wie Brasilien und Mexiko, die zu den Hauptanbaugebieten gehören, kann die Ernte aufgrund des tropischen Klimas ganzjährig erfolgen. Papayas aus diesen Regionen sind daher ständig auf dem Markt verfügbar.
- In Spanien, besser gesagt auf den Kanarischen Inseln werden auch Papayas angebaut. Haupterntezeit dort ist Mai bis Dezember.
Papayas sind empfindliche und verderben leicht. Sie vertragen keine Kälte und müssen trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
Ananas
Die Ananas stammt ursprünglich aus den südamerikanischen Tropen. Heute werden sie in tropischen Regionen weltweit kultiviert. Anbauländer sind beispielsweise die Philippinen, Brasilien, Costa Rica, Thailand, China, Indonesien, Indien, Nigeria und Mexiko. Der europäische Markt wird hauptsächlich von der Elfenbeinküste beliefert.
Die Früchte reifen nicht nach. Wirklich reife Früchte sind daher „Flugananas“ d.h. per Luftfracht verschickte Ananas, was eine schlechte CO2 Bilanz bedeutet. Darüber hinaus stammen sie häufig aus Monokulturen.
Wer sich eine frische Ananas gönnen möchte, kann zu FAIRTRADE Früchten aus biologischem Anbau greifen.
Kokosnüsse
Die Kokospalme ist in den tropischen Regionen weltweit verbreitet. Hauptanbaugebiete für den Handel sind Indonesien, die Philippinen und Indien. Die Früchte werden nicht alle zur gleichen Zeit reif, so kann alle paar Wochen geerntet werden. Die Ernte ist nicht leicht und auch nicht ungefährlich.
Der lange Transportweg bedeutet auch eine schlechte CO2 Bilanz. Wer dennoch manchmal eine Kokosnuss genießen möchte, kann zu Bio-zertifizierten Früchten aus fairem Handel greifen.
Tipp: Eine frische Kokosnuss gluckst beim Schütteln durch das enthaltene Kokoswasser. Je älter die Frucht, desto trockener ist sie.
Fazit:
Wer hin und wieder exotische Früchte genießen möchte, sollte diese bewusst konsumieren und auf Zertifizierungen wie FAIRTRADE und Bio-Siegel achten.
Aktualisiert am 19.08.2026