Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Waschen & Putzen

Die Duft-Falle: Wie nachhaltig ist Wäscheparfum?

Wäscheduft und Wäscheparfum sind aus der aktuellen Werbung nicht wegzudenken. Dabei tragen die Produkte nichts zur Sauberkeit unserer Kleidung bei, ihr intensiver und langanhaltender Geruch ist sogar mit vielen Nachteilen verbunden. Lesen Sie hier, woran es liegt.

Rosa Duftperlen werden in einen Becher geleert
Duftperlen: teuer, belastend und ohne Nutzen

Wer die abendliche TV-Werbung verfolgt oder durch die langen Gänge mit Waschmitteln im Supermarkt schlendert, kommt am aktuellen Trend der Beduftung nicht vorbei. Wäscheparfum in flüssiger Form oder als Duftperlen. Sie versprechen uns Frische und ein ganz spezielles Lebensgefühl. Dabei sind auch in fast allen Waschmitteln und in Weichspülern bereits Duftstoffe enthalten.

Duft ist nicht gleichbedeutend mit Sauberkeit

Duftende Wäsche soll Frische und Sauberkeit signalisieren. Zur Reinigung oder gar Fleckenlösung tragen sie aber nicht bei. Es handelt sich dabei nur um eine zusätzliche Chemikalie, die ins Abwasser gelangt.

Gerüche spielen für uns Menschen eine besondere Rolle. Sie signalisieren uns, ob Lebensmittel noch genießbar sind, warnen uns vor Gefahren, vermitteln Emotionen und beeinflussen so unser Wohlbefinden. Die Wahrnehmung von Gerüchen ist allerdings von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Was für den einen gut riecht, ist für den anderen unangenehm.

Wirkung für Umwelt und Gesundheit

Neben diesen subjektiven Meinungen sind verschiedene Duftstoffe sowohl für die Umwelt als auch für unsere Gesundheit bedenklich. Sie belasten Raumluft und Abwasser unnötig mit Chemikalien.

Gerade bei massivem Duftstoffeinsatz besteht für empfindliche Personengruppen wie Säuglinge, Kinder oder Allergikerinnen und Allergiker die Gefahr einer allergischen Reaktion.

Sogar das aus Zitrusfrüchten gewonnene Limonen (als Duftstoffe mit sehr geringem Allergieauslösendem Potential eingestuft) ist schwer biologisch abbaubar.

Die Verbraucherzentrale Hamburg stellte bei getesteten Produkten zusätzlich problematische Duftstoffe fest. So können Hexyl Cinnamal und Citronellol allergische Hautreaktionen auslösen. 4-tert-Butylcylohexyl Acetate, Hexyl Salicylate und Benzyl Salicylate können Haut- und Augenreizungen verursachen und sind zusätzlich auch als giftig für Wasserorganismen eingestuft.

Mikroplastik aus der Waschmaschine

Wird bei Produkten mit „langanhaltendem Duft“ geworben, so ist möglicherweise zusätzlich Mikroplastik in Form der Mikrokapseln im Spiel, die mit den Duftstoffen gefüllt sind. Zur Umhüllung des Dufts werden bei Duftperlen Mikrokapseln aus Kunststoff eingesetzt. So wird der Duft langsam abgegeben. Zurück bleibt allerdings die Plastikhülle. Das bedeutet jeder Waschgang mit Duftperlen produziert Mikroplastik, das leicht vermeidbar wäre. Das geltende Mikroplastikverbot der EU gilt für diese Kapseln erst ab 2029!

Rückstände in der Waschmaschine

Da Duftperlen meist sehr großzügig zur Wäsche gegeben werden, lösen sich die Mikrokapseln schlecht auf und bleiben als Körnchen oder schmieriger Film in der Trommel zurück. Gänzlich falsch ist die Zugabe im Waschpulverfach. Mit den dort bereits vorhandenen Waschmittel- und Weichspüler Resten trägt der entstehende Biofilm zu schlechten Gerüchen, der „stinkenden Waschmaschine“ erst recht bei.

Teuer und wirkungslos

Die Duftperlen kosten je nach Anbieter zwischen € 17 und € 50 pro Kilogramm. Diese Kosten kommen zu denen des verwendeten Waschmittels (oder zusätzlichem Weichspüler) noch dazu. Die Wäsche wird dadurch allerdings nicht sauberer, denn Düfte tragen nichts zur Waschleistung bei.

Fazit:

  • Teuer
  • Keine Waschwirkung
  • Belastung für Umwelt & Gesundheit
  • Unnötig

Unsere Alternativen:

Wer gerne duftende Wäsche hat, kann statt teurer Duftperlen einen mit wenigen Tropfen ätherischem Öl benetzten Waschlappen zur Waschladung geben. Der Geruch der Wäsche ist nicht so intensiv und verflüchtigt sich auch bald wieder.

Für guten Geruch sorgen auch Seifenstücke im Wäschekasten, ein Tuch mit ätherischem Öl oder selbst hergestellte Duftsäckchen mit Lavendelblüten oder getrocknetem Rosmarin. Wer frischen Zitrusduft liebt, kann Orangenschalen trocknen und in den Kleiderkasten legen. Unser Tipp – ein alter (gewaschener) Socken dient als praktischer Beutel für die Schalenstücke. Zusätzlicher Nutzen: diese Düfte halten auch Motten fern.

Aktualisiert am 30.10.2026