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Holzschutz im Garten & Außenbereich

Ob als gemütliche Sitzbank, als berankte Pergola oder Gartenhütte - der Werkstoff Holz kann in Gärten eine wichtige Rolle spielen. Wie schützen Sie es ohne Gifteinsatz?

Mit der richtigen Holzauswahl und Konstruktzion, erspart man sich den Holzschutzanstrich!
Mit der richtigen Holzauswahl und Konstruktion, erspart man sich den Holzschutzanstrich!

Fazit

Der richtige Umgang mit Holz im Außenraum muss heute vielfach wieder gelernt werden. Auch wenn das einige Zeit in Anspruch nimmt, hat Holz anderen Materialien Einiges voraus. Während mit chemischen Holzschutzmittel behandeltes Holz zum Sondermüll wird, hat heimisches Holz als nachwachsendes Material eine ganz besondere Eigenschaft, die es zum wichtigsten ökologischen Rohstoff macht:

Es ist zu 100% abbaubar!

Holz ohne Gift erhalten

Doch keine Idylle, wo nicht Gefahren lauern. Im Falle von Holz sind das strukturschädigende Organismen wie Pilze und Insekten. In feuchtem Holz finden diese einen idealen Lebensraum. Trocknet Holz hingegen regelmäßig durch, können Schädlinge sich kaum entwickeln!

Ziel des chemischen Holzschutzes ist es, dass biozide Substanzen für einen langfristigen Schutz möglichst tief in das Holz eindringen. Diese Wirkstoffe sind in allen Anstrichen für den chemischen Holzschutz enthalten und bedrohen pflanzliches und tierisches Leben, da sie nicht  zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheiden können. Selbst unerwünschte Nebenwirkungen auf den Menschen sind nicht auszuschließen. Gerade auf fertige Konstruktionen aufgebrachte Anstriche erscheinen wenig sinnvoll: Denn die gefährdeten Bereiche, wie Holzverbindungen, Risse und Fugen, an denen sich Feuchtigkeit sammelt, erreichen sie kaum.

Konstruktiver Holzschutz

Als Alternative zu chemischen Holzschutz gibt es unter der Bezeichnung „Konstruktiver Holzschutz“ zahlreiche Maßnahmen, die darauf abzielen, Feuchtigkeit im Holz als wichtigsten Lebensraumfaktor holzzerstörender Organismen zu vermeiden. Wird auf den konstruktiven Holzschutz nicht vergessen, ist Pilzen und Insekten keine lange Lebensdauer beschieden – ganz ohne chemisch-synthetische Holzschutzmittel.

verwitterter Holzzaun
Das Vergrauen des Holzes hat keine Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Holzes

Konstruktiv sein

Vermeiden Sie Kapillarfugen! Enge Holzstöße lassen Kapillaren entstehen, durch die Feuchtigkeit aufsteigt. Diese Wasseransammlungen werden nur sehr schwer wieder trocken. Wichtig sind auch hier kleine Auflageflächen oder Abstandshalter, die die Größe der feuchten Bereiche dezimieren.

Konstruktionen werden auch durch Verschleißteile sicherer. Sie sparen außerdem viel Zeit und Geld, wenn Sie statisch wichtige Bauteile so planen, dass sie diese einfach auswechseln können. Auch besonders beanspruchte Bauteile wie etwa Bodenbretter sollten leicht erneuerbar sein.

Schutz vor Wasser

Gegen Regen und Spritzwasser von oben helfen Holzüberdachungen mit genügend großen Dachüberständen. Gerade Stirnholz mit Schnittflächen quer zur Holzfaser saugt wie ein Schwamm Feuchtigkeit auf. Ein senkrecht angebrachtes Brett schützt davor.

Horizontale Flächen könnten zu Wasseransammlungen einladen. Schrauben und Nägel an der Oberseite von Holzbauteilen sollten aus diesem Grund vermieden werden. Abschrägungen und Schiefstellungen werden so ausgebildet, dass die Holzfasern in Richtung des Wasserablaufes zu liegen kommen. Tropfnasen beschleunigen  zusätzlich den Wasserabfluss.

Auch in Trocknungsrissen kann sich Wasser sammeln. Größere Holzflächen, wie etwa Böden oder Stufenplatten, werden deshalb besser aus mehreren schmalen Teilen mit Zwischenräumen zusammen gesetzt.

Die größte Gefahr für die Haltbarkeit ist aber der Bodenkontakt von Holzteilen mit der Erde. Bodenfeuchtigkeit lässt sich durch spezielle Holzbauteile, die entweder erhöht aufgelegt oder auf nicht verwitterbaren Materialien (z. B. Stahllaschen in Betonfundament) montiert werden abwenden.

Damit große, flächige Holzbauteile bei Regen und Schnee gut abtrocknen können, brauchen auch sie viel Luft. Bei Schalungen oder Kletterwänden sorgen Abstandhalter für eine regelmäßige Hinterlüftung.

Die passende Holzart wählen

Bäume können viel. Sie schützen sich auch mit effektiven Strategien gegen Schädlingsbefall. Dazu bedienen sich verschiedene Baumarten unterschiedlicher Möglichkeiten des „natürlich- chemischen Holzschutzes“. Auch für das Bauen mit Holz ist die Wahl der richtigen Holzart das Um und Auf des Holzschutzes.

Kann im Innenbereich noch auf eine große Auswahl an unterschiedlichen Hölzern zurückgegriffen werden, bleiben für den Wind und Wetter ausgesetzten Außenbereich nur einige wenige besonders robuste übrig. Unter den heimischen Arten sind das Lärche, Edelkastanie, Eiche und Robinie. Je langsamer das Holz wächst, je geringer der Abstand zwischen den einzelnen Jahresringen, desto hochwertiger ist im Allgemeinen das Holz und umso dauerhafter und rissbeständiger.

Warum ist Holz so haltbar – eine Spurensuche

Gerade an sonnenbeschienenen Südwänden, die gut vor Regen geschützt sind, zeigt sich eine Braunfärbung des Holzes: Hier haben die UV-Strahlen den Holzbestandteil Lignin an die Materialoberfläche gebracht. Der wasserlösliche Stoff wird durch die Witterung leicht ausgewaschen. Übrig bleiben dann graue Zellulosefasern, die das Holz nach und nach „vergrauen“ lassen.

Dieses Vergrauen hat aber keine Auswirkungen auf die Haltbarkeit des Holzes oder mindert dessen Wert. Ganz im Gegenteil: die natürliche Patina, die dem Holz entwächst, macht Holzbauten ganz besonders reizend.

Holz – Gewachsene Tradition

Das nachhaltige Material Holz ist seit Jahrhunderten beliebt, weil es leicht zu bearbeiten ist – von einfachen Gegenständen bis hin zu komplizierten Bauten.

Im Vordergrund steht die lange Haltbarkeit. Gerade hierzulande kann man von alten Holzbauten einiges lernen. Für alte Bauernhäuser, Almhütten oder Scheunen gab es noch keine chemischen Holzschutzmethoden. Dennoch haben sie Jahrzehnten Wind und Wetter getrotzt.

Diese alten Holzbauten belegen eines: Wer mit dem Kopf baut, der muss nicht streichen!

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Tipps von unserem Kooperationspartner „Natur im Garten“

Aktualisiert am 31.08.2026