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Wundermittel Backrohrreiniger? Weg damit!

Beitrag von unserer Bloggerin Christa Ruspeckhofer

Helfen die oft angepriesenen Hausmittel um verkrusteten Schmutz aus Fett und Käse zu entfernen? Und welche Rolle spielt dabei ein Rasierschaum?

Rost im Backrohr wird mit Schmierseife eingepinselt, dabei werden Gummihandschuhe getragen
Schmierseife – eine gute Alternative für hartnäckigen Schmutz

Auf der Suche nach meinem Nummer 1 „Weg damit-Ding“ habe ich heute meinen Putzschrank durchforstet und ein einmalig benütztes Relikt aus fast schon vergessenen Zeiten gefunden – den Backofenreiniger. Obwohl es so fein wäre: Einsprühen, über Nacht einwirken lassen und nur mehr mit einem feuchten Tuch nachwischen. Seufz! Allerdings, der Geruch und die vielen Warnhinweise auf den Backofenreiniger machen mich schon sehr nachdenklich.

Und ja, ich weiß – gleich nach dem Backen, Braten, Grillen das Backrohr reinigen – ist die beste Lösung. Aber so nach einem gemütlichen Essen mit den Lieben wird das Putzen doch auch hin und wieder – okay, auch öfter – auf das nächste Mal verschoben. Wie werden wir es los, das eingebrannte Fett, den verkrusteten Bratensaft, der geschmolzene Käse, die aufgeplatzten Frühlingsrollen (ein kleines, aber sehr klebriges Malheur meines Sohnes)? Helfen die oft angepriesenen Hausmittel? Und welche Rolle spielt dabei ein Rasierschaum?

Tipps unserer Expertin:

Gängige Backofenreiniger enthalten Tenside zur Fettlösung, Lösemittel (oft Alkohole), Treibgase und Duftstoffe, um die Eigengerüche der anderen Stoffe zu übertünchen. In manchen Produkten kann auch stark ätzend wirkendes Natriumhydroxid enthalten sein. Das bildet zusammen mit Wasser Natronlauge. Alles wirkt gut gegen den Schmutz, ist aber nicht ungefährlich. Heftig reagiert Natronlauge mit Aluminium bzw. löst es dieses auf. Manche Inhaltsstoffe sind sogar leicht entzündlich. Gut Lüften ist daher wichtig.

Wenn dir die Liste der Inhaltsstoffe wie der Inhalt eines Chemiebuches vorkommt: Weg damit bzw. gar nicht kaufen und gänzlich auf diese Mittel verzichten!

Sinnvolle (?) Alternativen:

Regelmäßig feucht wischen – JA!

Die beste Lösung ist es das Backrohr nach jeder Benützung mit einem feuchten Tuch auszuwischen.

Wenn sich allerdings hartnäckige, fetthaltige Verschmutzungen und Verkrustungen gebildet haben bedarf es einiger chemischer Mithilfe:

Schmierseife – JA! Speziell bei starken Verschmutzungen

Etwas Wasser direkt auf die Schmierseife geben und mit einem Pinsel auf die Verschmutzungen auftragen. Hier lassen sich auch Backofenrost, Seitenwände und die Oberseite des Backrohrs zwischen den Heizelementen gut behandeln. Einwirken lassen (z.B. über Nacht), mit Küchenrolle oder Tuch wegwischen und mit sauberem Wasser feucht nachwischen – fertig. Weil Schmierseife in dieser konzentrierten Form eine starke Lauge ist, schütze dich mit Handschuhen und einer Schutzbrille.

Backpulver – JA!

Backpulver und Wasser zu einem Brei vermischen und auftragen. Einwirken lassen und wegwischen.

Wusstest du, dass… Backpulver aus einer Kohlenstoffquelle, meist Natron (Natriumhydrogencarbonat) und einem Säuerungsmittel (Weinsäure, Calciumcitrat, o.ä.) besteht. Ein Trennmittel aus Mais-, Reis- oder Weizenstärke soll Feuchtigkeit binden.

Salz – JA! Bei geringen Verschmutzungen

Speisesalz auf dem Schmutz verteilen und das Rohr auf circa 50°C aufheizen. Wird das Salz braun, abschalten und samt Verschmutzung entfernen.

Rasierschaum – NEIN!

Er enthält zwar Tenside, welche Verschmutzungen lösen. Gleichzeitig sind als Treibmittel Propane oder Isobutane enthalten, die in flüssiger Form wie Lösemittel wirken. Diese und die charakteristischen Duftstoffe hast du dann im Backrohr, wo schon bald wieder ein Kuchen gebacken wird.

Zitronen, Waschpulver oder Soda – NEIN!

Sie sind in der Wirkung entweder bescheiden, funktionieren nicht bei eingebranntem Schmutz oder sind sehr aufwendig in der Anwendung.

Selbstreinigungsfunktion im Pyrolyse-Backofen

Bei der Selbstreinigungsfunktion im Pyrolyse-Backofen werden durch die große und lange Hitzeeinwirkung alle Verschmutzungen verbrannt. Dabei werden Chemikalien eingespart, dafür aber Strom verbraucht.

PS: Spezialreinigungsmittel, die ihr nicht mehr verwenden möchtet, entsorgt bitte beim nächsten Altstoffsammelzentrum.