Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Blog

Verbraucht das e-Auto wirklich den ganzen Strom im Haus?

Beitrag von unserem Blogger Matthias Komarek

Unser Stromverbrauch geht zu ca. ¼ zu Lasten des e-Autos.

Stromschalter mit Steckdose

Ich bekomme oft zu hören „Ich bin ja eigentlich für e-Autos, aber wo kommt denn dann der ganze Strom her, wenn jeder plötzlich mit dem e-Auto fährt?“ Vor allem Skeptiker wenden ein, dass das e-Auto ja so viel Strom verbrauchen würde. Dabei ist die Antwort so einfach: wir haben schon jetzt genügend erneuerbaren Strom in NÖ (und so nebenbei liegt auch Österreich im Ökostromranking ganz weit vorne!) und können damit auch zukünftig die e-Mobilität locker abdecken!

Der Stromverbrauch hält sich wirklich in Grenzen! Die eNu ist im e-Auto-Faktencheck auch auf dieses Thema eingegangen – neben vielen anderen spannenden Fakten und Mythen.

Stromlade-Kabel

Strom-Ladekabel

Wie sieht es jetzt wirklich mit dem Stromverbrauch des e-Autos aus? Wird dem Stromzähler schwindlig wegen des hohen Verbrauchs oder hält sich dieser doch in Grenzen? Ich kann es von meinem Haushalt ganz genau berichten, nachdem ich alles akribisch aufschreibe – meist zum Leidwesen der restlichen Familie, die ebenfalls dazu genötigt wird 

Im Jahresmittel haben wir einen Verbrauch von nicht ganz 1.800 kWh ab der Steckdose für das e-Auto, da sind auch ein paar wenige Ladungen von anderen e-Autos mit dabei. Dieser Verbrauch ist ebenso wie jener für die Wärmepumpe zur Beheizung und fürs Warmwasser (wenn die Solaranlage zu wenig liefert) unseres Passivhauses mit ca. 1.200 kWh nicht in jedem Haushalt üblich. Dazu kommt dann der klassische Haushaltsverbrauch von ca. 4.000 kWh. In Summe verbrauchen wir somit ca. 7.000 kWh Strom pro Jahr, wovon aber gut 2.000 kWh von der PV-Anlage direkt bzw. über die stationäre Batterie genutzt werden. Der Stromzähler wandert also nur um etwa 5.000 kWh pro Jahr weiter.

Somit ist von unserem Stromverbrauch ca. ¼ zu Lasten des e-Autos. Dem gegenüber hätten wir für unseren Zweitwagen jedoch ungefähr 8.500 kWh Energie „über“ den Diesel benötigt, was fast fünf Mal so viel gewesen wäre als für das e-Auto. Hier merkt man die überlegene Effizienz der e-Mobilität!

Wie schaut es mit den Kosten aus? In den bisherigen 3 Jahren haben wir exakt 2,90 Euro pro 100 km für Ökostrom für das e-Auto bezahlt (die Ladungen zuhause sind sogar mit den normalen Stromkosten kalkuliert ohne den Eigenverbrauch der PV-Anlage zu berücksichtigen!), die einzigen Betriebskosten waren der Strom daheim bzw. bei öffentlicher Ladeinfrastruktur. Für die bisherigen Services mussten wir nichts bezahlen und auch Reparatur war erwartungsgemäß noch keine fällig! Und die Autobahnvignette lasse ich jetzt einmal außer Acht 

Wie stellt es sich nun in ganz NÖ dar? Die NÖ e-Mobilitätsstrategie sieht 50.000 e-Autos für 2020 vor. Dafür würde der Stromverbrauch lediglich um ca. 1 % steigen!!! Oder ein anderer interessanter Vergleich auf NÖ-Ebene: 1 Windrad versorgt ca. 3.000 e-Autos mit Strom, aktuell gibt es in NÖ bereits mehr als 600 Windräder – für eine 100 % e-Auto-Quote würde nur jedes zweite Windrad benötigt werden!

Sollten sich zukünftige e-AutofahrerInnen (teilweise) selbst mit Ökostrom versorgen wollen und kein Platz für ein 3-MW-Windrad im Garten haben  dann reichen auch ca. 15 m² PV-Fläche am Dach für die durchschnittliche Jahreskilometerleistung aus.

Wie lautet nun die endgültige Antwort auf die Fragestellung dieses Blogbeitrages: NEIN, das e-Auto verbraucht keinesfalls den ganzen Strom im Haushalt. Es ist natürlich richtig, dass der Stromverbrauch im Haushalt durch das e-Auto merkbar ansteigt, im Gegenzug dazu sinkt aber der Energieverbrauch von Diesel/Benzin überproportional! Keine Sorge, der Strom wird uns nicht ausgehen, das würde ich mir bei den fossilen Energieträgern nicht so sagen trauen – zumindest in Verbindung mit der Leistbarkeit!