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Nachgefragt bei Naturkind

Beitrag von unserer Bloggerin Luise Steininger

Kinderwägen aus Österreich? Ja, die gibt es! In Engerwitzdorf im Mühlviertel (Oberösterreich) produziert die Naturkind GmbH seit 2007 nachhaltige Kinderwägen, als weltweit einziger Hersteller mit GOTS Zertifizierung.

GF Peter Doppler im Interview

Wir haben bei Gründer Peter Doppler nachgefragt:Wir haben bei Gründer Peter Doppler nachgefragt:

Für Ihre regional produzierten Kinderwägen verarbeiten Sie ausschließlich natürliche Materialien. Was waren die größten Hürden auf diesem Weg?

Die größte Herausforderung war ganz klar, Funktion, Sicherheit und Alltagstauglichkeit mit kompromisslos natürlichen Materialien zu verbinden.
Viele Materialien, die im Kinderwagenbau üblich sind, sind aus Kunststoff oder chemisch ausgerüstet – sie sind leicht, günstig und technisch „einfach“. Der Weg über Baumwolle, Schafschurwolle, Holz, Kork oder Kokos ist deutlich aufwendiger: in der Entwicklung, in der Beschaffung und auch in der Verarbeitung.

Eine besondere Hürde war es, Lieferketten zu finden, die unsere Werte wirklich teilen – also keine Mischlösungen, keine „Greenwashing“-Kompromisse. Dass wir heute als weltweit einziger Kinderwagenhersteller GOTS-zertifiziert sind, war kein Zufall, sondern das Ergebnis vieler Jahre konsequenter Arbeit, Rückschläge und Lernprozesse. Rückblickend war genau das aber auch unsere größte Stärke.

Naturkind hat zahlreiche Preise gewonnen. Was bedeuten diese Auszeichnungen für Sie persönlich?

Auszeichnungen sind für mich weniger eine Trophäe, sondern eher eine Bestätigung von außen, dass unser oft unbequemer Weg richtig ist.
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir Preise sowohl im Design- als auch im Nachhaltigkeitsbereich erhalten haben – etwa den German Design Award oder den Green Product Award. Das zeigt, dass Nachhaltigkeit und gutes Design kein Widerspruch sein müssen.

Am meisten bedeuten mir aber ehrlich gesagt die Rückmeldungen von Eltern, die uns schreiben, dass ihr Kind jahrelang in einem Naturkind-Kinderwagen unterwegs war – oder dass er später weiterverkauft und wieder genutzt wurde. Das ist die schönste Auszeichnung.

Sie setzen stark auf Langlebigkeit, Reparatur und Wiederverwendung. Welche Erfahrungen machen Sie damit?

Sehr gute – auch wenn es wirtschaftlich nicht immer der einfachste Weg ist.
Wir reparieren Kinderwägen, die 10, 15 oder sogar 20 Jahre alt sind. Viele Kundinnen und Kunden kommen mit dem zweiten oder dritten Kind wieder, andere verkaufen ihre Kinderwägen weiter – und die neuen Besitzer melden sich dann bei uns.

Unser Reparatur- und Ersatzteilservice wird sehr stark genutzt und ist für viele Eltern ein wichtiger Kaufgrund. Für mich ist das gelebte Nachhaltigkeit: Produkte so zu bauen, dass sie nicht nur ein Babyleben, sondern mehrere begleiten können.

Naturkind ist stark gewachsen. Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Naturkind ist für mich kein abgeschlossenes Produkt, sondern ein langfristiges Projekt. Unser Ziel bleibt, Babys und Kleinkindern einen möglichst gesunden, natürlichen Start ins Leben zu ermöglichen – und Eltern dabei ehrliche, langlebige Produkte anzubieten.

Ein wichtiger nächster Schritt ist die Integration der Tragemarke Buzzidil, die wir übernommen haben und ab 2026 vollständig in Naturkind integrieren werden. Buzzidil steht – genau wie Naturkind – für Nähe, Ergonomie und Verantwortung. Für uns ist das eine ideale Ergänzung: Tragen und Fahren sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Idee von Mobilität mit Baby. Buzzidil wird künftig ein eigenständiges, starkes Standbein innerhalb von Naturkind sein.

Darüber hinaus arbeiten wir laufend an Verbesserungen bestehender Produkte – oft im Detail, manchmal auch an ganz neuen Lösungen. Uns geht es dabei weniger um schnelle Neuheiten, sondern um sinnvolle Weiterentwicklungen, die wirklich gebraucht werden. Nachhaltigkeit heißt für uns auch, Dinge nicht ständig neu zu erfinden, sondern sie Schritt für Schritt besser zu machen.

Wordrap

  • Ihr Lieblingsfach in der Schule?
    Technisches Werken – rückblickend wenig überraschend.
  • Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
    Geduld. Gute Dinge brauchen Zeit.
  • Worüber haben Sie zuletzt richtig gelacht?
    Über diesen Fragebogen.
  • Faschingsdienstag – verkleiden Sie sich?
    Eher nicht. 
  • Mit wem würden Sie gerne einen Abend verbringen?
    Mit den Rolling Stones – allein um zu fragen, wie man über 50 Jahre lang an der Spitze bleibt (und dabei offensichtlich immer noch Spaß hat).
  • 10 Millionen im Lotto – was würden Sie tun?
    Naturkind noch unabhängiger machen.
  • Auf welches Produkt sind Sie besonders stolz?
    Auf unsere Kinderwägen insgesamt – weil sie zeigen, dass Nachhaltigkeit alltagstauglich sein kann.
  • Morgenmensch oder Nachteule?
    Definitiv Nachteule.
  • Drei Worte, die Sie beschreiben:
    Hartnäckig. Neugierig. Bodenständig.
  • Ihr Nachhaltigkeitstipp:
    Weniger kaufen – dafür besser. Und Dinge reparieren, statt sie zu ersetzen.

Aktualisiert am 30.01.2026