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Ganz schön wild …

Beitrag von unserer Bloggerin Silvia Osterkorn-Lederer

Wir haben in unserer Kleingarten-Anlage in Wien in den letzten Monaten regelmäßig wilden vierbeinigen Besuch – der in der Nachbarschaft für viel Gesprächsstoff sorgt.

Wildes Eck im Garten
Wildes Eck im Garten als Lebensraum für Wildtiere

Wir haben in unserer Kleingarten-Anlage in Wien in den letzten Monaten regelmäßig wilden vierbeinigen Besuch – der in der Nachbarschaft für viel Gesprächsstoff sorgt. Bei meiner letzten Plauderei mit meinem Nachbarn ist mir eines klar geworden: ich bin auf dem Land aufgewachsen, aber so viele Dachse, Füchse (oder Goldschakale – diesen Verdacht gibt es schon länger), Feldhamster, Graureiher und Marder wie in Wien sind mir in der Zeit sicher nicht untergekommen.

Aktuell sorgen zwei süße Familien in unserer Anlage für viel Aufsehen und Diskussionen: denn fast täglich spaziert ein Fuchs (oder Goldschakal) mit Jungtieren durch unsere Gärten. Teilweise sogar tagsüber, ohne übertriebene Scheu.

Nachts feiern die Vierbeiner so manche lautstarke „Party“, klauen Schuhe (mit Vorliebe: Echtleder), durchwühlen Beete und plündern Abfalleimer…. Sie machen auch vor Gärten von Hundehaushalten nicht Halt – sie scheinen sich darauf zu verlassen, dass ihnen hier nichts passiert.

Das wilde Eck

Wir haben in unserem Garten ein extra eingezäuntes „wildes Eck“ – mit Biotop (das auch ein Graureiher regelmäßig beehrt), wucherndem Efeu und mehr, Totholzhaufen und Steinmauer … hier fühlen sich eben seit Neuestem nicht nur Eidechsen, Kröten, Igel, Fledermäuse, div. Vögel, Libellen und andere Insekten sowie Teichmolche wohl, sondern das abgegrenzte Fleckerl im Garten dient häufig der Fuchsmama mit Nachwuchs als Ruhe-Oase und auch Abenteuerspielplatz.

Kulturfolger

Manche Wildtiere sind so genannte Kulturfolger – das heißt es zieht sie zu uns Menschen ….

Warum? Weil sie von uns profitieren. Verlockend ist natürlich u.a. das üppige Nahrungsangebot in der Nähe des Menschen – Speisereste, Komposthaufen, stehen gelassenes Hunde- oder Katzenfutter, Fallobst und Gemüsebeete – was will „Tier“ mehr!?

Dachse, Marder und Füchse sind in den (Groß-)Städten dieser Welt immer häufiger anzutreffen. Es ist erstaunlich, wie gut sich die Wildtiere anpassen können und wie sie das „Zusammenleben“ mit uns nutzen. In Wien habe ich schon viel gesehen: Krähen, die die öffentlichen Mistkübel plündern, Dachse, die riesige Mülltonnen erklimmen und sich lautstark durch deren Inhalt wühlen, und in letzter Zeit mind. 1-2-mal wöchentlich Frau Fuchs/oder Frau Schakal, die es sich am Steg unseres Biotops gemütlich macht, sich liebevoll um die Fellpflege beim Nachwuchs kümmert oder die Kleinen „mal machen lässt“ und ein bisschen in der Sonne chillt.

Und das obwohl, wir (inkl. Hund) oft ganz in der Nähe sind. Wir genießen es – wir beobachten sie gerne, halten ausreichend Abstand – und lassen sie in Ruhe. Was wir nicht machen, ist sie zu füttern – das ist auch, was die Experten / Expertinnen raten.

Es gibt viel zu beobachten und zu lernen

Es gilt einiges zu beachten, wenn man solche „Frechfüchse“ als Nachbarn hat – das haben wir und auch die Nachbarn schon gelernt. Dazu zählen vor allem: keine Essensreste herumstehen lassen (in einem Labradorhaushalt kommt der Fuchs aber eh nicht dazu was zu klauen ), keine Müllsäcke vor die Tür stellen, keine Echtlederschuhe auf der Terrasse/vor der Haustüre vergessen und was ich jetzt auch gelernt habe, regelmäßig die Pflanzen „kontrollieren“ ….

Vom Fuchs beobachtet
Wer beobachtet wen?

„Meine Frechfüchse“ und ich haben nämlich seit dem Frühjahr ein besonders Spiel: sie graben meine frisch gepflanzten Blumen aus, und ich sie am nächsten Tag wieder ein! Herrlich sag ich euch. 

Aber: natürlich muss man auch Vorsicht walten lassen – denn ungesicherte Hasen- oder Meerschweinchen-Ausläufe sind jetzt halt nicht mehr möglich und auch die Sorge zwecks Fuchsbandwurm, Flöhen und Fuchs-Räude sind Thema. Trotzdem finde ich, dass das Zusammenleben mit den „Wilden Nachbarn“ eigentlich erstaunlich gut funktioniert.

Nettes Detail am Rande: hin und wieder findet man „fremde Schuhe“ im eigenen Garten und bei der Suche nach den rechtmäßigen Besitzern, kommt man mit verschiedenen Nachbarn ins Gespräch …. Häufig auch jene, mit denen man sonst weniger in Kontakt ist! Tja, und so kann man sie kennenlernen – oft auch gleich mal inkl. der Info bzgl. Schuhgröße …. Die Füchse sorgen also auch für mehr soziale Kontakte in unserer Anlage.