Beitrag von unserer Bloggerin Silvia Osterkorn-Lederer
Auf die Körner – fertig – los!
Vor allem im Herbst und im Winter werden von vielen Tierliebhaberinnen und Tierliebhabern die Vögel gefüttert.
Und ich finde das ist auch wirklich gut so – ich mache das auch! Vor allem wenn es weniger natürliches Nahrungsangebot gibt, sind Vögel dankbar für Unterstützung. Doch ehrlich gesagt, kann man beim Vogelfutter auch so manches falsch machen. Bei meinen Spaziergängen sehe ich immer wieder Erstaunliches.
Keine Speisereste als Vogelfutter bitte!
Ich beobachte beispielsweise immer wieder Menschen, die (Wasser-)Vögel mit Brot füttern. Das ist wirklich keine gute Idee, denn das gesalzene Brot quillt im Magen der Tiere auf und kann im schlimmsten Fall auch krank machen. Außerdem bin ich Hundebesitzerin mit einem Hund, der gezielt alles Fressbare findet – leider auch viel Brot. Und sie findet auch die vielen, vielen Vogelfutterstellen, die von verschiedenen Menschen betreut werden – im Wald, im Park, am Bahnsteig oder mitten in der Hundezone. Letzteres ist ehrlich gesagt echt mühsam, denn es liegen immer wieder Meisenknödel in Netzen, Kokosnüsse mit Fett-Samen-Füllung und Co am Boden. Ein gefundenes Fressen für so manchen Vierbeiner, aber keines, das Hunde gut vertragen. In einer ausgewiesenen Hundezone muss das wirklich nicht sein.
Gestern habe ich im Wienerwald einen mit hart gewordenen Buchteln (17 Stück) „geschmückten“ Baum entdeckt. Also besser gesagt Ava hat mir den Baum angezeigt. Germteig für die Tiere – Zucker, Fett, Germ/Hefe, Milch, Eier und Salz (je nach Rezept halt so in der Art von der Zutatenliste her) – da sind Verdauungsprobleme bei Wildtieren, glaube ich, vorprogrammiert.
Vorsicht, wenn Sie einen Hund haben!
Generell kann Vogelfutter bei Hunden zu gesundheitlichen Problemen wie z.B. Magen-Darm-Problemen führen. Aber auch getrocknete Früchte wie Rosinen sind für Hunde gefährlich. Das sollten vor allem all jene Hundebesitzerinnen/Hundebesitzer bedenken, die im eigenen Garten Vogelfutter aufstellen.
Ich mach es so, dass ich es in einem für meinen Hund unzugänglichen Bereich aufhänge/aufstelle – damit Madame erst gar nicht auf „dumme Ideen“ kommt.
Welches Vogelfutter?
Beim Futter setze ich persönlich auf heimische Körner. Das heißt, ich lasse zuerst möglichst viele Futterpflanzen im Garten stehen (z.B.: die Sonnenblumen, Beerensträucher, Kräuter …). Zusätzlich kaufe ich gerne Sonnenblumenkerne. Für die Amseln gibt‘s Rosinen. Ich achte darauf, dass das gekaufte Futter möglichst regional ist, biologisch und pestizidfrei.
In manchen Körnermischungen aus dem Handel sind Samen von invasiven Pflanzen, wie zum Beispiel Ambrosia (lt. einer AGES-Untersuchung leider in vielen Futtermischungen nachgewiesen) oder auch diverse Unkräuter enthalten – es besteht dann die Gefahr, dass diese sich rund um den Futterplatz ausbreiten. Invasive bzw. gebietsfremde Arten (Neobiota) können unser heimisches Ökosystem verändern.
Ich versuche auch regelmäßig die runtergefallenen Samen und Futterreste wegzuräumen, bevor sie keimen können. Beim Kauf von Vogelfutter lohnt es sich also genau hinzuschauen. Es gibt Futtermischungen, auf denen es einen Hinweis gibt, dass sie „Ambrosia kontrolliert“ sind, oder besser noch aus regionalen Saaten bestehen.
Meisenknödel vermeide ich persönlich ganz, zwecks unseres „permanent an Hunger leidenden Hundes“. Aber ich sehe immer wieder selbstgemachte Knödel oder Ringe bzw. Knödel ohne Netz. Eine tolle Sache, denn vor allem die Netze sind für die Vögel nicht ungefährlich. Es kommt vor, dass sie sich mit dem Schnabel oder den Beinen darin verfangen.
Skurriles aus dem Wienerwald
Noch etwas ist mir rund um die Weihnachtsfeiertage aufgefallen. Man findet immer wieder irgendwo im Nirgendwo geschmückte und dekorierte Nadelbäume. Mit Christbaumkugeln, Lametta, Plastik- und Glitzerzeugs. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass die Tiere das zu schätzen wissen. Ehrlich gesagt glaube ich viel eher, dass diese menschlichen Bemühungen problematisch für Umwelt und Tiere sein können. Wer weiß, ob nicht der ein oder andere Waldbewohner daran knabbert oder sich vom ungewohnten Glitzern bedroht fühlt!?
Sorry – auch wenn ich hier eine absolute Spaßbremse bin, aber Glitzer, Plastik und Co finde ich im Wald einfach nicht angebracht, ebenso wie einen Buchtelbaum …
Aktualisiert am 22.01.2026