SDG 2 – Kein Hunger

Foto: SDG 2, © UN & eNu

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
Diesmal in unserer Reihe: SDG 2 – Kein Hunger.

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.

„Der Satte mag nicht wissen, wie es dem Hungrigen zumute ist.“ deutsches Sprichwort

Foto: Hungerkarte – World Food Programme https://www.wfp.org/content/hunger-map-2015

Weltweit hungern heute noch immer 793 Millionen Menschen. Die Folgen der Mangelernährung sind vielfältig: von einem geschwächtem Immunsystem und somit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit über eine eingeschränkte körperliche und geistige Entwicklung bis hin zum Tod durch Verhungern.

Neben dem ersten Ziel „Keine Armut“ auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist dieses Ziel eines der wichtigsten um eine weltweite nachhaltige Entwicklung zu ermöglich.

In der Agenda 2030 sind deshalb folgende Unterziele verankert:

  • Ausreichende Nahrungsmittelversorgung sicherstellen
  • Fehlernährung beenden
  • Landwirtschaftliche Produktivität verdoppeln
  • Nahrungsmittelproduktion nachhaltig und resilient gestalten
  • Genetische Vielfalt erhalten

Bisherige Entwicklung

Der Anteil der unterernährten Menschen weltweit konnte in den letzten Jahren von 14,9 % (2000-2002) auf 10,8 % (2014-2016) gesenkt werden. Dies ist zwar eine deutliche positive Entwicklung, aber bei einer gleichbleibenden Verbesserungsrate wird das Ziel – den Hunger bis 2030 zu beenden – noch nicht erreicht werden. Deshalb sind vermehrte Anstrengungen notwendig.

Neben der Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft wird auch ein Augenmerk auf eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise gelegt.

WIR TUN WAS

Foto: David Obergruber, © privat

David Obergruber, 28 Jahre, Student (Universität für Bodenkultur Wien, Master Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur)
„Ich kannte die Sustainable Development Goals und die Agenda 2030 noch nicht, mir waren aber die Millennium Development Goals der UN aus diversen Medienberichten bekannt.
Ich finde es äußerst wichtig, dass sich die Vereinten Nationen, welche vermutlich der größte Zusammenschluss politischen Einflusses und Handlungsspielraums auf diesem Planeten sind, eine umfangreiche Liste von Zielen setzten, die zu einer besseren und nachhaltigeren Zukunft führen. Es ist umso beeindruckender, dass diese umfangreicher, ehrgeiziger und präziser formuliert sind, als es die bereits sehr erfolgreichen Millennium Development Goals (MDGs) waren, und diese nun von den meisten Ländern der Welt in nationalen Plänen umgesetzt werden sollen.
Die SDGs könnten bewirken, dass jedem Menschen dieser Erde ein selbstbestimmtes Leben möglich ist, was von anhaltender Zufriedenheit bestimmt ist. Des Weiteren könnte das Erreichen der Ziele sicherstellen, dass es auch allen weiteren Generationen möglich ist, ein solches Leben zu führen.
Für den Erfolg der Ziele ist es wichtig, sich nicht mehr als abgegrenztes Individuum in einer Welt zu sehen, in der man um sein Leben konkurrieren muss, sondern als Teil einer weltweiten Gesellschaft in der Kooperation und gegenseitige Unterstützung die tragenden Säulen sind.
Hunger und Armut sind in den letzten Jahrzehnten, auch dank der MDGs stark zurückgegangen. Waren 1990 noch 23% der Weltbevölkerung unternährt, so waren es 2016 nur noch 13%. Dennoch stirbt noch immer alle zehn Sekunden ein Kind an Unterernährung. Umso erfreulicher ist hier, dass die ersten beiden Ziele der SDGs besonders ehrgeizig ansetzen und darauf abzielen Armut und Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden.
Ich versuche zwar weniger Fleisch zu essen, den Müll zu trennen und die meisten Wege öffentlich oder nicht motorisiert zurückzulegen, bin mir aber dessen bewusst, dass diese Handlungen für sich keinen großen Einfluss auf die Erreichung der SDGs haben. Viel wichtiger ist aber, dass ich immer wieder im Freundeskreis und mit anderen Bekannten über den Grund meiner Handlungen spreche, und so das Gefühl bekomme, dass man somit einen Stein ins Rollen bringt. Schließlich habe auch ich deswegen, nämlich dadurch, dass mich ein Freund darauf angesprochen hat, mit diesen Handlungsweisen begonnen.
Sehr wichtig sind außerdem noch die gemeinsame Einigung und Zustimmung der Gesellschaft zu Politik, die solche Handlungen begünstigen. Denn die Gesellschaft kann erreichen, was jeder Einzelne nicht kann.“

Was kann ICH tun?

Tipps, wie Sie persönlich zur Erreichung des Zieles „Kein Hunger“ beitragen können, finden Sie im wir-leben-nachhaltig.blog.

Quellen:

UN: SDG Indikatoren
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017

Weiterführende Informationen:

wir-leben-nachhaltig: SDGs - Sustainable Development Goals

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