NÖ wird plastikfit: Lametta, Girlanden & Co

Foto: Glitzer &  Lametta, © R. Gottwald-Hofer

Das Land Niederösterreich startet gemeinsam mit den NÖ Umweltverbänden und der Energie- und Umweltagentur NÖ einen Schwerpunkt zum Thema Einweg-Plastikvermeidung. Wir stellen Ihnen monatlich Lösungsansätze zum nachhaltigen Umgang mit Kunstoffen in Niederösterreich, Österreich und der EU vor und geben Ihnen Tipps zu Ihrem Einweg-Plastik freien Alltag.

Weihnachten bringt jedes Jahr nicht nur Festtagsstimmung, leuchtende Kinderaugen und Geschenke, sondern auch ein riesiges Angebot an Dekorationsartikel, um unsere Wohnungen und Weihnachtsbäume festlich aufzuputzen. Ein Großteil davon sind industriell hergestellte Waren aus Übersee, hauptsächlich China und viele davon aus Plastik.
Der größte Umsatzbringer beim Weihnachtsschmuck sind Christbaumkugeln. Ein steigender Trend zeigt sich bei Lichterketten mit LED-Technik.

Modetrends beim Weihnachtsschmuck

Nicht nur unsere Kleidung unterliegt immer neuen Modetrends. Schmuck für unsere Weihnachtsbäume wechselt jährlich den Stil und die Farbe. Mal erstrahlt der Baum in goldenem Glanz, mal in Rottönen oder ganz in Weiß. Dazu gibt es immer die passenden Kugeln, Girlanden und Figuren zu kaufen. Bei billigen Plastikartikeln, nach Gebrauch vielleicht schon etwas ramponiert, gibt es auch weniger Bedenken sie wegzuwerfen, als bei kostbaren Glaskugeln oder selbstgemachtem Christbaumschmuck.

Glanz und Glitzer mit Folgen

Schwermetalle und Mikroplastik sind die Folgen glitzernder Weihnachtsdekoration. Viele Kugeln, Ketten und Christbaumbehänge sind mit bunten Glitzerpartikeln bedeckt. Die kleinen Teilchen bestehen aus Plastik oder sind eine Mischung aus Plastik und Metall. Sie verteilen sich leicht und großflächig, sind schwer wieder wegzubekommen und reichern sich in der Umwelt an. Eigentlich sind sie schon beim Kauf Mikroplastik und müssen nicht wie Plastiksackerl oder andere Plastikgegenstände erst langsam in immer kleinere Teile zerfallen.

Wussten Sie, dass…

Lametta heute meistens aus metallisiertem Kunststoff besteht? Das Stanniollametta früherer Tage enthielt Blei, um das Gewicht zu erhöhen und damit besser zu fallen. Blei ist allerdings ein Umweltgift. Mit den Lametta-Resten auf entsorgten Christbäumen kam das Schwermetall in Kompostieranlagen und damit wieder in die Erde.
Seit 2015 wird Stanniollametta nicht mehr produziert. Sollten Sie noch Restbestände bleihaltigen Lamettas besitzen, entsorgen Sie diese bei Ihrer regionalen Problemstoffsammlung..

Nachhaltige Alternativen für Ihren Weihnachtsschmuck

Es gibt viele Möglichkeiten bei Christbaumschmuck auf Plastik zu verzichten:

  • Gestalten Sie Ihre Weihnachtsdekoration aus Naturmaterialien wie z.B. Föhrenzapfen, Fichtenzapfen, Bucheckern, Eicheln oder Nüssen selbst und fertigen Sie daraus einen individuellen Baumbehang.
  • Essbarer Baumbehang wie Lebkuchen, Windringe oder Quittenringe sind der nachhaltigste Schmuck, denn davon bleibt meist nichts übrig.
  • Wer es glänzend mag, kann als Lametta-Alternative Christbaumschmuck aus recyceltem Metall verwenden. Das hält lange und verheddert sich nicht in den Zweigen.
  • Gehäkelte Sterne und Glocken sind wertvoller und langlebiger Schmuck für Ihren Baum und auch schöne Geschenke. Weihnachtliche Motive aus genähten Stoffresten im Patchwork Stil können Sie sogar waschen und immer wieder verwenden.
  • Aus Bienenwachs gegossene Sterne, Herzen und Glocken mit einem Band zum Aufhängen können Sie viele Jahre als Schmuck verwenden
  • Schmücken Sie Ihren Baum mit Kugeln aus Glas. Bei Kerzenschein bzw. Baumbeleuchtung bringen sie bunten, festlichen Glanz auf Ihren Christbaum. In Haushalten mit kleinen Kindern sind Kunststoffkugeln eine unzerbrechliche Alternative, wenn sie mehrere Jahre verwendet werden.

Baum aus Plastik

Plastikweihnachtsbäume sind zeitlos und können immer wieder verwendet werden, das klingt eigentlich sehr nachhaltig. Studien zeigen jedoch, dass - je nach Herstellung und Produktionsland – ein Kunststoffbaum zwischen 17 und 20 Jahre in Gebrauch sein müsste, um sich ökologisch zu amortisieren. Im Schnitt landen die Plastikbäume aber schon nach 6 Jahren im Müll.
Sie bestehen außerdem meist aus umwelt- und gesundheitsschädlichem PVC, werden in Fernost produziert und haben daher eine weite, klimaschädigende Anreise hinter sich.

Plastikfreies Silvester

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und wir verschenken zu diesem Anlass gerne kleine Glücksbringer. Immer öfter sind diese Kleeblätter, Fliegenpilze, Glücksschweinchen und  Rauchfangkehrer aus Plastik. Verzichten Sie bewusst auf diese Wegwerfartikel und wählen Sie essbare oder haltbare Wünsche für das Neue Jahr.

Abfallarme Festzeit

Ein Beitrag zur Vermeidung von (Lebensmittel-)Abfällen ist der Einkauf saisonaler Produkte bei Ihrem Bauernmarkt in der Region. Dies hilft sowohl Einkaufsmenge als auch Verpackungen einzusparen. Fragen sie nach Lebensmittelgeschäfte in Ihrer Nähe, die komplett ohne - oder mit nur sehr wenig - Verpackungsmaterial auszukommen bzw. völlig auf Plastik verzichten.

Erhebungen zeigen, dass zur Weihnachtszeit bis zu 20 Prozent mehr Papier anfällt. Es muss nicht immer Hochglanz-Papier oder bedruckte Metallfolie als Geschenkpapier sein. Verleihen Sie ihren Geschenken eine persönliche Note mit Packpapier oder umweltfreundlichen Schachteln, die Sie originell bemalen oder bekleben. Auch aus Stoffsäcken, Kleidungsstücken, Tüchern und Körben, können Sie wiederverwendbare originelle Verpackungen gestalten - und einen wesentlichen Beitrag für eine abfallarme Festzeit leisten.

Links & Quellen:

NÖ Umweltverbände: www.plastikfit.at
Deutsches Umweltbundesamt: Blei zu Weihnachten und Silvester
wir-leben-nachhaltig.at: Christbaumschmuck selber machen
wir-leben-nachhaltig.at: Natürlicher Christbaumschmuck
wir-leben-nachhaltig.at: Nachhaltiges Weihnachtsfest
How green is your Christmas tree

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