Nachhaltiger Start ins Leben
Sie erwarten ein Baby? Herzlichen Glückwunsch! Nun beginnt die Zeit der Vorbereitung. Wir haben hilfreiche nachhaltige Tipps für werdende Eltern gesammelt.
Hurra, ein Baby!
Kündigt sich Nachwuchs an, wird alles anders. Dinge, die bisher alltäglich waren, werden plötzlich genauer überlegt und hinterfragt.
Zeit der Vorbereitung
Werdende Eltern sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Babys sollen sicher, geborgen und möglichst unbeeinflusst ins Leben starten können. Nachhaltigkeit bedeutet nicht Perfektion, sondern liebevolle Achtsamkeit im Alltag.
Unser erster und wichtigster Tipp: Seien Sie nicht zu streng zu sich selbst. Gehen Sie die Veränderungen in machbaren Schritten an. Niemand ist perfekt. Wichtig ist, die Zeit bis zur Geburt selbstbestimmt und reflektiert zu gestalten.
Babys brauchen vor allem Liebe, nicht möglichst viele Sachen. Auch muss nicht alles sofort nach der Geburt zur Verfügung stehen. Wirklich wichtig sind wenige, hochwertige Basics: ein sicherer Schlafplatz, passende Kleidung, Windeln, Tragehilfe und Kinderwagen. Second-Hand Läden oder Tauschbörsen im Internet helfen dabei.
Second Hand bevorzugen
Oft warten im Familien- Freundes- und Bekanntenkreis Dinge auf eine zweite Chance. Tauschen und Teilen Sie gut erhaltene Baby-Ausstattung, das schont Ressourcen, spart Müll und zusätzliche Kosten. Beim Neukauf lohnt es sich auf regionale Produktion und Gütesiegel sowie Zertifizierungen zu setzen.
Erstausstattung für’s Baby – unsere detaillierte Checkliste:
Babykleidung
Sie benötigen 5-6 Strampler, 6-8 Wickelbodys, 2-3 Schlafsäcke/Schlafanzüge, Hosen, Shirts, Jäckchen/Overalls (im Winter aus Wollwalk) in den Größen 50/56 – 56/62, dazu Hauben und 4-8 Paar Socken.
Achten Sie nach Möglichkeit auf Bio-Baumwollqualität bzw. Wolle. Waschen Sie Babykleidung vor dem ersten Tragen unbedingt mindestens einmal! Bevorzugen Sie für Wäsche, die Ihr Baby direkt auf der Haut trägt, kontrollierte Ökotextilien. Weniger ist mehr! Kaufen Sie besser weniger, dafür aber hoch qualitative Kleidungsstücke!
Außerdem empfehlen wir Second-Hand-Kleidung, denn sie ist bereits mehrfach gewaschen und daher mit weniger Rückständen belastet. Babys wachsen so schnell, dass man ohnehin bald wieder die Garderobe tauschen muss
Windeln
Baby’s wichtigstes Kleidungsstück ist die Windel. Stoffwindeln sind die nachhaltigste Variante. Der österreichische Windelgutschein erleichtert die Anschaffung.
Wer sich für Einwegwindeln entscheidet, sollte zu Ökoprodukten greifen, die aus FSC-gebleichtem Rohstoff bzw. abbaubaren Materialien hergestellt werden.
Windeleimer
Am besten geeignet ist ein Eimer mit Deckel. Verzichten Sie auf Windeleimer, die spezielle Nachfüll-/Duftkassetten oder Spezialbeutel benötigen, so entstehen hohe Kosten und viel Müll.
Es gibt auch Eimer mit Wetbags, also waschbaren Müllsäcken. Ansonsten gilt: Den Eimer, wenn möglich, ins Freie stellen, regelmäßig leeren und heiß auswaschen. Ein paar Tropfen ätherisches Öl können helfen, die „Geruchsentwicklung“ in Zaum zu halten.
Wickeltisch samt Auflage
Prüfen Sie vor einem Neukauf, ob es möglich ist, ein vorhandenes Möbelstück oder die Waschmaschine (hier gibt es Aufsätze zu kaufen) zum Wickeltisch „umzubauen“. Achten Sie aber darauf, dass die Höhe passt, damit sie bequem wickeln können und es wirklich sicher ist (gut befestigt z.B. an der Wand, Kanten sichern).
Tipp, wenn ein Wickeltisch benötigt wird: leihen Sie ihn aus oder kaufen Sie einen gebrauchten. Bei einer Neuanschaffung empfehlen wir möglichst unbehandeltes Massivholz aus nachhaltiger Quelle (z.B. PEFC, FSC-Siegel), gut verarbeitet und langlebig.
Die Wickelauflage sollte möglichst PVC-frei bzw. ohne Weichmacher sein, sich gut abwischen und reinigen lassen. Hier greifen Sie am besten zu einem schadstoffgeprüften Produkt. Ein Baumwolltuch oder ein Baumwollbezug machen die Auflage für das Baby angenehmer. So wird auch eine gebrauchte Wickelunterlage hygienisch unbedenklich. Die Bezüge/Tücher einfach bei „Unfällen“ waschen. 2-3 Tücher bzw. Bezüge zum Wechseln sind eine gute Basis.
Verzichten Sie auf Einwegwickelunterlagen, hier entsteht viel Müll. Ein gut organisierter Wickeltisch ist sehr praktisch. Halten Sie Windeln, Waschlappen, Tücher und Cremen immer griffbereit.
Kinder-Bett / Beistellbett
Beliebt sind für den Anfang sogenannte Beistellbetten, diese müssen sicher am Elternbett befestigt sein und möglichst in der Höhe verstellbar. Geht sich das Gitterbett direkt neben dem Elternbett aus, ist ein Beistellbettchen vielleicht gar nicht notwendig.
Am nachhaltigsten sind unbehandelte Vollholzmöbel, am besten gebraucht gekauft. Es gibt auch mitwachsende Kindermöbel, zuerst als Gitterbett und nach einem Umbau als Kinderbett zu verwenden.
Bei einem Neukauf auch hier unbedingt auf hochwertige Qualität und Reparierbarkeit achten. Das Bett sollte stabil und langlebig sein, das Holz aus nachgewiesener nachhaltiger Herkunft (PEFC, FSC-Siegel) und möglichst schadstoffgeprüft. Dies gilt auch für Matratze und Bezug. Geben Sie auch hier Naturmaterialien den Vorzug (z.B. Kokosfaser oder Naturlatex), Leintücher und Bezüge aus Bio-Baumwolle. Achten Sie auf ÖKOTEX und GOTS-Zertifizierungen.
Kinderwagen
Kinderwägen sind eine teure Angelegenheit. Gute Produkte halten viel aus und sind sehr langlebig. Ein Gebrauchtkauf spart Ressourcen und Geld. Wichtig ist, dass der gebrauchte Kinderwagen in gutem Zustand ist d.h. stabiler Rahmen, funktionierende Bremsen, intakte Reifen. Die Liegeschale muss sauber und schimmelfrei sein.
Ein nachhaltiger Kinderwagen ist auf jeden Fall reparierbar. Überlegen Sie vor der Anschaffung, wo Sie in erster Linie unterwegs sind. Auf Wald- und Forstwegen sind beispielsweise Luftreifen besser geeignet, für häufigere Stadttouren braucht es wendiger Modelle.
Die meisten Kinderwagen-Modelle sind mitwachsend, bieten also für den Anfang eine Liegewanne, für später einen Sportsitz. Außerdem gibt es für viele spezielle Adapter, damit auch die Babyschale vom Auto aufgesetzt werden kann.
Achten Sie auch darauf, dass die Stoffe abnehmbar und waschbar sind. Überprüfen Sie vor dem Kauf (egal, ob neu oder gebraucht), ob es Ersatzteile für das Modell gibt bzw. Reparaturwerkstätten. Das Rahmenmaterial kann sehr leicht sein (Aluminium) oder sehr stabil (Stahl). Kunststoff ist weniger geeignet. Ein praktischer und vor allem einfacher „Zusammenklappmechanismus“ ist Gold wert.
Viele Anbieter haben auch unverzichtbares Zubehör im Programm: Sonnen-, Regen- und Insektenschutz, Sitz- & Liegeauflagen oder einen Kinderwagen-Organizer.
Babyschale fürs Auto
Hier gilt: Sicherheit ist das Wichtigste! Manche Autofahrer-Clubs bieten regelmäßige überprüfte Babyschalen zur Miete an.
Wenn Sie eine Babyschale gebraucht kaufen, muss diese unbedingt unfallfrei sein. Sie darf nicht älter als 6 Jahre sein und sollte keinerlei sichtbare Beschädigungen aufweisen. Prüfen Sie auch Gurt, Polster und Stoffe. Bevorzugen Sie abnehmbare Stoffbezüge, die waschbar bzw. austauschbar sind.
Die Babyschale wird auf einer „Basisstation“ im Auto befestigt. Hier gibt es Modelle, die auch für die Folgemodelle der Kindersitze verwendet werden können. Die Babyschale muss der Sicherheitsnorm entsprechen und auch hier sollte eine Schadstoffprüfung vorliegen.
Ergonomische Babytrage oder Tragetuch
Auch hier gilt: Gebraucht gekauft ist nachhaltiger sofern die Trage/ das Tuch gut erhalten ist. Als Material eignet sich am besten Bio-Baumwolle (GOTS-zertifiziert), Leinen oder Hanf mit Ökosiegel.
Ein Tragetuch besteht aus elastischem Gewebe und wächst mit dem Kind mit. Es funktioniert mit unterschiedlichen Bindetechniken. Eine ergonomische Trage sollte langlebig und reparierbar sein, wenn möglich auch waschbar. Pflegen Sie die Produkte nach Anleitung.
Um das Beste für Sie und Ihr Baby zu finden, eignet sich eine Trageberatung. Hier werden ihnen verschiedene Modelle und Trage/Bindemöglichkeiten von einer unabhängigen Person vorgestellt.
Fläschchen, Schnuller & Co
Bei Babyfläschen zählen Glasflaschen zu den ökologischsten Alternativen, da sie langlebig, recycelbar und leicht zu reinigen sind. Leichter als Glas sind BPA-freie Polypropylen Flaschen.
Meist reichen 2-3 Fläschchen inkl. Sauger aus. Wählen Sie Produkte, bei denen die Sauger einzeln nachzukaufen sind. Es gibt für die Reinigung von Fläschchen spezielle Reinigungsbürsten, die das Spülen erleichtern.
Bei Schnullern (2-3 Stück sind meist ausreichend) sollten Sie auf Silikon-Schnuller oder Naturkautschuk setzen.
Kochen Sie diese regelmäßig ab und wechseln Sie sie bei Schäden aus. Zum Sterilisieren entweder einfach im Wasser auskochen, oder einen Dampfsterilisator ohne Chemie verwenden.
2-3 Mulltücher als Spucktücher, Stillkissen und Stilleinlagen (wiederverwendbar und waschbar) sowie eine Brustwarzensalbe sind für stillende Mamas ebenfalls gute Investitionen.
Pflegeprodukte, Hygiene und Gesundheit
Bei Säuglingen und Babys empfiehlt es sich nur mit Wasser und Waschlappen zu reinigen. Feuchttücher sind praktisch, können aber unerwünschte Stoffe enthalten. Waschlappen, Wattepads oder feuchte Küchenrolle helfen jedenfalls. Zur Pflege der Babyhaut hilft Pflanzenöl (z.B. Mandelöl).
Wenn Sie Kosmetik einsetzen, dann am besten zertifizierte Naturkosmetik. Das gilt für Mutter und für Kind. Ein Babyset mit Haarbürste (Naturhaarborsten und Holzgriff), Baby-Nagelzwicker und Co. sollte zuhause bereitstehen. Praktisch sind Kapuzenhandtücher beim Baden. Fieberthermometer, Kochsalzlösung und Nasensauger sind für die kalte Jahreszeit, Sonnenschutz für den Sommer empfehlenswert.
Wickeltasche und Inhalt
Wickeltasche oder Rucksack sind ständige Begleiter. Neben einer praktischen Wickelunterlage (mit Tüchern/ Bezügen) sollten Sie immer Windeln, Waschlappen oder Feuchttücher sowie eventuell eine Wundcreme (Naturkosmetik bevorzugen) mit dabeihaben. Ebenso immer mit von der Partie: eine Garnitur Wechselkleidung, falls ein Unfall passiert.
Aktualisiert am 20.01.2026