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Körperpflege

Nachhaltige Damenhygiene

Damenbinden und Tampons produzieren Monat für Monat viel (Plastik-) Müll. Das macht das Thema Monatshygiene auch zu einem Umweltthema. Wir haben Tipps für nachhaltigere Tage gesammelt.

Nachhaltige Damenhygieneartikel
Es gibt eine große Auswahl an nachhaltigen Alternativen zu herkömmlichen Monatshyieneartikeln.

Egal, ob Tampon oder Binde, beide bestehen hauptsächlich aus Zellulose bzw. Baumwolle und Kunststoff. Baumwolle kann mit verschiedenen Chemikalien (z.B. Pestizidrückstände, Bleichen) belastet sein. In den Kunststoffteilen von Binden und Tampons (vom Klebestreifen, Superabsorbern bis hin zur Verpackung) können sich Weichmacher befinden. Auch Duftstoffe sind oft in Monatshygiene-Produkten zu finden. Diese sind schon gar nicht für den sensiblen Intimbereich geeignet.

Natürliche Materialien bei der Damenhygiene bevorzugen

Achten Sie bei Tampons, Binden und Slipeinlagen auf Produkte, die zu 100% aus Biobaumwolle bestehen und chlorfrei gebleicht sind. In der EU gibt es keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Periodenprodukte. Sie können aber bei Binden, Tampons und Slipeinlagen auf das GOTS Gütesiegel achten, das von Textilien bekannt ist und ökologische Kriterien für Bio-Baumwolle (neben Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeitern) beinhaltet.

Vermeiden Sie Produkte mit Duftstoffen. Hormonell wirksame Chemikalien (endokrine Disruptoren) in Weich- und Farbstoffen sind auch gesundheitsgefährdend.

Damenhygiene verursacht Müllmengen

Herkömmliche Artikel zur Monatshygiene hinterlassen viel Müll. Fast 17.000 Binden oder Tampons fallen so im Leben einer Frau an. Da sie nicht recycelt werden können landen sie im Restmüll und in der Müllverbrennung. Allein in der EU werden jährlich über 49 Milliarden Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzt (Quelle: Erdbeerwoche).

Menstruationstassen oder Scheiben als nachhaltige Alternative

Die kleinen Becher aus medizinischem Silikon fangen das Blut noch im Körper auf. Sie werden eingerollt und wie Tampons eingeführt. Bei guter Pflege sind Menstruationskappen lange haltbar und immer wieder verwendbar. Sie sind günstig in der Anschaffung und produzieren keinen zusätzlichen Müll. Mit etwas Übung ist eine problemlose Handhabung möglich.

Menstruationsscheiben sind noch dünner und passen sich besser an den Körper an. Sie sitzen höher und können länger getragen werden, da sie viel Blut auffangen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen die an unterschiedlich starke Blutungen angepasst sind. Auch hier braucht es anfangs etwas Übung.

Waschbare Monatsunterwäsche

Periodenunterhosen sind eine nachhaltige, langlebige Alternative zu herkömmlichen Binden. Es gibt sie in verschiedenen Stärken und Größen. Sie sind einfach und bequem anzuwenden, was sie für Frauen, die Menstruationstassen oder Kappen nicht vertragen zu einer guten Ausweichmöglichkeit macht. Nach Gebrauch sollten sie noch vor dem Waschen in kaltem Wasser eingeweicht werden. Warum kaltes Wasser? Blut enthält Eiweiß, das sich bei Hitze mit dem Stoff verbindet und den Fleck fixiert.

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Waschbare Slipeinlagen zwischen den Tagen

Auch Slipeinlagen verursachen Müll. So wie bei Binden gibt es hier nachhaltige Alternativen aus ungebleichtem Bio-Zellstoff und verrottbarem Bio-Kunststoff. Aber es gibt auch waschbare und langlebige Produkte. In der Waschmaschine mit 60° C gewaschen werden sie wieder hygienisch rein und können lange genutzt werden. Sie sind obendrein hautfreundlich, atmungsaktiv und kommen ohne Chemikalienzusätze aus.

Intimpflegetücher weglassen

Intimpflegetücher enthalten oft bedenkliche Konservierungsstoffe. Zudem können Duftstoffe (Parfüme und ätherische Öle) zu Kontaktallergien führen. Sie sind reine Wegwerfprodukte und verursachen zusätzlichen Müll. Generell reicht für die tägliche Reinigung des Intimbereichs klares Wasser völlig aus.

Leistbare Monatshygiene

Binden Slips & Co stellen eine erhebliche finanzielle Belastung für Frauen dar. Das betrifft besonders nachhaltige Alternativen wie Menstruationstassen oder Periodenwäsche. Gerade in Zeiten der Teuerung müssen Periodenprodukte für alle leistbar sein.

Die Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte wurde in Österreich 2021 von 20 auf 10 % reduziert. Eine Studie zeigt, dass die Senkung der sogenannten “Tamponsteuer” auch an die Kunden weitergegeben wurde (Quelle: WU Wien).

In Deutschland gibt es seit 2020 nur noch 7 % Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte. Auch Italien und Spanien haben die Steuern auf Tampons, Binden und Co. auf fünf bzw. vier Prozent heruntergesetzt.

Gratiszugang zu Periodenprdukten

In einigen Ländern gibt es bereits kostenlose Binden und Tampons an öffentlichen Orten. Neuseeland und Schottland stellen sie beispielsweise in Bildungseinrichtungen, Jugendzentren, aber auch Obdachlosenheimen und in Gefängnissen zur Verfügung. In Frankreich läuft ein Pilotprojekt an Studierenden-Einrichtungen. Auch in Afrika gibt es erste Initiativen. So hat die Regierung in Kenia beschlossen, öffentliche Schulen mit Monatshygieneartikeln auszustatten.

Schwimmen während der Periode

Während der Menstruation vermeiden viele Frauen Schwimmbäder oder das Baden am See. Mit passenden Produkten ist Schwimmen aber kein Problem. Am häufigsten werden Tampons benutzt. Hier ist wichtig, sie häufiger als üblich zu wechseln. Sehr gut geeignet sind Menstruationstassen oder Scheiben.

Tipp: Dunkle Badekleidung gibt (psychologische) Sicherheit.

Es gibt auch spezielle Perioden-Badeanzüge bzw. Bikinis. Deren spezielle Fasern absorbieren das Blut ähnlich Periodenunterwäsche und sind einfach zu waschen.

Aktualisiert am 26.02.2026