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Brandgefährlich: Batterien im Müll
Batterien und Akkus halten unsere moderne Welt am Laufen. Werden sie allerdings im Restmüll entsorgt, können Brände entstehen und die wertvollen Inhaltstoffe gehen verloren.
Viel zu viele alte Batterien und Akkus landen österreichweit im Restmüll. Laut der aktuellen Restmüllanalyse sind es allein in Niederösterreich 1,6 kg Batterien und Akkus pro Person die falsch entsorgt werden. Das bedeutet, dass in jedem Müllauto rund 8 Lithiumbatterien landen, jede einzelne davon kann einen Brand auslösen. Allein im Jahr 2025 gab es in Österreich 36 größere Brände in Altstoffsammelzentren bzw. Recyclinganlagen – immer durch falsch entsorgte Batterien (Quelle: VOEB – Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe).
Vor allem die leistungsstarken Lithium Batterien und Akkus sind häufig Ursache für unnötige Brände. Bei herkömmlichen Alkalibatterien, die billiger sind und eine geringere Energiedichte aufweisen, besteht die Gefahr, dass sie auslaufen. Die Chemikalien belasten die Umwelt und können Endgeräte beschädigen oder zerstören.
Warum verursachen Lithium Batterien Brände?
Landen diese Batterien oder Akkus in einem Müllauto oder einer Sortieranlage können sie durch das Gewicht des Restmülls zerdrückt oder beschädigt werden. Es kann dadurch zu einer Kettenreaktion im Akku kommen. Dieses „thermische Durchgehen“ auch „thermal Runaway“ genannt, erhöht die Temperatur bis hin zur Selbstentzündung. In der Folge entzünden sich die im restlichen Abfall enthaltenen Stoffe und ein Brand entsteht. Nicht nur durch die großen Müllmengen in Abfallanlagen, sondern auch die Schadstoffe, die in die Luft und ins Löschwasser gelangen machen diese Brände zu einer großen Herausforderung für die Feuerwehr. Die Brandbekämpfung ist besonders anspruchsvoll und teuer.
Warum dürfen Batterien nicht in den Hausmüll?
Die Brandgefahr ist jedoch nicht das einzige Problem. In Batterien und Akkus stecken zahlreiche wertvolle Rohstoffe wie Zink, Kupfer, Nickel, Aluminium, Kobalt, Lithium und Blei. Durch fachgerechtes Recycling können diese Wertstoffe zurückgewonnen und im Kreislauf erhalten werden. Werden Batterien hingegen falsch entsorgt, können freigesetzte Schadstoffe Menschen und Umwelt belasten.
Was blinkt und klingelt gehört nicht in den Restmüll
Bei Handyakkus, Laptops oder Powerbanks wissen wir, dass sie Akkus enthalten und wie wir damit umzugehen haben. Es sind aber die vielen kleinen Dinge, die wir im Alltag gebrauchen, bei denen wir nicht sofort daran denken und die dann unwissentlich im Müll landen. Das geht von E-Vapes über Earpods bis zu blinkenden Haarreifen, Spielenden Grußkarten oder bellenden Spielzeughunden.
Dazu kommt, dass viele dieser Akkus noch Restenergie enthalten, wenn wir die Dinge entsorgen.
Batterien richtig entsorgen
Sammeln Sie alte Batterien und Akkus zuhause in einem Glas oder einer Metallbox bevor Sie sie zum Altstoffsammelzentrum bringen oder im Handel zurückgeben.
Unser Tipp: Die Pole von lithiumhaltigen Batterien und Akkus bei längerer Lagerung oder vor der Rückgabe unbedingt abkleben, am besten mit einem Klebestreifen. Das vermeidet mögliche Kurzschlüsse.
Lithiumhaltige Batterien am besten getrennt von anderen Batterien sammeln. Sind Akkus aufgebläht oder beschädigt unbedingt in einen feuerfesten Behälter geben und rasch zur Sammelstelle bringen.
Tipps für lange Lebensdauer von Batterien und Akkus
Durch richtigen Umgang halten Akkus länger. Diese Tipps gelten vor allem für Lithium-Ionen-Akkus mit hoher Energiedichte.
- Hitze und Kälte vermeiden! Lassen Sie Handys, Laptops und andere batteriebetriebenen Geräte nie in der Sonne liegen.
- Geräte vor Wasser und hoher Luftfeuchtigkeit schützen.
- Mechanische Belastungen wie Stürze auf den Boden vermeiden.
- Zum Laden nur das passende – am besten das Originalladegerät verwenden.
- Bei Lagerung und Nichtgebrauch den Akku aus dem Gerät entfernen. Sie lagern beispielsweise Lithium-Ionen-Akkus am besten mit 50 % Ladezustand.
- Geräte auf einem nicht brennbaren Untergrund laden und nicht unbeaufsichtigt lassen.
- Lithium-Ionen-Akkus nie ganz entladen lassen. Optimal ist das Laden ab 20 % Restleistung.
- Akkus nicht öffnen und stark erhitzte, aufgeblähte oder beschädigte Akkus sofort ordnungsgemäß entsorgen.
Wussten Sie, dass …
die Ladung zwischen 20 % und 80 % die Lebensdauer Ihrer Akkus verlängert? In diesem Bereich halten sie deutlich mehr Ladezyklen aus. Das ist eine einfache Maßnahme, um Lebensdauer und Leistungsfähigkeit eines Akkus zu erhalten. Bei Lithium-Ionen-Akkus belastet ein dauerhaft hoher Ladezustand das Gerät ebenso wie ein zu niedriger Ladestand.
Lassen Sie also Handy oder Laptop nicht zu lange am Ladegerät.
Aktualisiert am 05.10.2026