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Überwältigt zwischen Kisten und Babybodys – vom Chaos einer werdenden Mutter

Beitrag von unserer Bloggerin Silvia Osterkorn-Lederer

Beim Erstellen mancher Texte für den aktuellen Familienschwerpunkt ist es mir wieder eingefallen: dieses Gefühl, das mich damals beschlich. Zwischen Kinderwagen, Babybodys und endlosen To-do-Listen war ich leicht bis mittelschwer überfordert.

SChachteln und Säcke mit Babybekleidung , Lätzchen und anderen Babysachen.
Tauschen und Weitergeben von Babykleidung und Spielzeug funktioniert gut.

Besorgungen und Vorbereitungen – ein einziger Organisationswahnsinn. Überall stapelten sich Kisten und Schachteln mit gebrauchter Babykleidung, Elternratgebern und allerlei Zeugs von befreundeten Paaren, deren Kinder schon längst herausgewachsen waren.

Geschenkt, Gebraucht oder doch neu gekauft?

Eigentlich dachte ich ja, dass ich niemals eine Möbelhaus-Babyabteilung oder ein Babyausstattungsgeschäft von innen sehen würde.  Zu überwältigend war das, was wir geschenkt bekommen haben. Aber: Brauchen wir das alles wirklich?

Ich steckte mittendrin – zwischen gut erhaltenem Gebrauchtem und der Frage, wo vielleicht doch ein Neukauf sinnvoll wäre. Bei manchem, das ich auspackte, dachte ich mir: „Braucht man sowas wirklich?“ Bei anderem: „Huch, ist das süß!“ Und bei so manchen Teilen musste ich beim Schenkenden erst einmal nachfragen, worum es sich dabei eigentlich handelt und wozu „das Ding“ gedacht ist.

Dinge über Dinge

Es ist unglaublich, was man (angeblich) alles braucht, wenn man Nachwuchs erwartet. Abgesehen von Kleidung gab es ein Beistellbett inklusive Matratze, Nestchen, Schlafsäcke, einen Kinderwagen, einen Autokindersitz (inkl. Halterung), eine Babytrage, Wickeltasche, Mobile, Spielebogen, dazu noch eine Wippe, eine Federwiege und Kisten voller Babyspielzeug … gefühlt hatte ich alles – und noch viel mehr.

Im Wohnzimmer stand außerdem bereits eine „alte Babywiege“, in der ein Freund schon vor über 50 Jahren friedlich geschlafen hatte. Eine supernette Leihgabe. Den Hochstuhl samt Zubehör haben wir uns über eine Second-Hand-Plattform gekauft.

Letztlich fand ich mich dann aber doch in den „gefürchteten Babyausstattungsgeschäften“ wieder, um Möbel fürs Kinderzimmer auszusuchen. Und – ich gestehe – wir haben auch einen neuen Kinderwagen gekauft. Der gebrauchte, den ich bekommen hatte, war für die Stadt leider zu groß und sperrig und so gar nicht wendig.

Im Großen und Ganzen waren wir aber nahezu perfekt ausgestattet. Es war ständig ein Abwägen: Was brauchen wir gleich? Was heben wir für später auf? Was werden wir vermutlich nie verwenden?

Und dann kam der Nachwuchs

Vieles haben wir gebraucht, manches gar nicht. Manches hat gepasst, anderes nicht, manches nur kurz – und einige Schätze haben wir bis heute. Ein Grund dafür: Babys sind einfach sehr verschieden und haben ganz unterschiedliche Vorlieben. Unseren Kinderwagen haben wir zum Beispiel gar nicht so häufig genutzt, weil der Junior die Trage bevorzugt hat. Und ab dem Tag, an dem er gehen konnte, war der Kinderwagen dann sowieso so gut wie abgeschrieben.

Aber: Er wanderte weiter zu Freunden, dann zur nächsten Familie – und er wird nach wie vor gut genutzt. Das freut mich sehr. Genau das war mir beim Kauf wichtig: lange Haltbarkeit, Reparaturservice in der Nähe und die Garantie, dass Ersatzteile erhältlich sind. Ja, das Ding war wirklich teuer – aber definitiv sein Geld wert.

Ein Teddybär sitzt auf einem Schaukelpferd.
Spielzeug erfreut viele Kinder.

Und danach – weitergeben!

Alles, was wir nicht ausgeliehen hatten, gaben auch wir wieder weiter. Vieles ist bis heute in Verwendung – und das freut mich! Babys und Kinder wachsen so schnell. Daher mein Tipp für Nachhaltigkeit von Anfang an: Gebrauchtes schont Ressourcen und entlastet die Finanzen. Einiges wird man trotzdem neu kaufen. Da lohnt es sich, auf Qualität und Reparierbarkeit zu achten (z.B. beim Kinderwagen) beziehungsweise auf Sicherheit, etwa beim Autokindersitz. (Übrigens: Bei Automobilclubs gibt es die Möglichkeit, Autokindersitze zu mieten.)

Die Dauerbrenner

Babytrage und Wickeltasche waren bei uns täglich im Einsatz. Hier sind Qualität und Langlebigkeit meiner Erfahrung nach auch ganz besonders wichtig. Da zahlt es sich aus, in gute Produkte zu investieren. Ich habe damals eine Trageberatung gemacht … das fand ich spitze, denn so konnte ich verschiedene Tragen (Modelle und Anbieter) probieren.

Ich konnte sehen, in welchem Modell sich mein Kind am wohlsten fühlte, welches für mich am angenehmsten war und mit welchem ich gut zurechtkam. Ich wurde umfänglich beraten, wie das Modell einzustellen ist, um welches Material es sich handelt, wie man die Trage pflegt, wo ich sie kaufen kann, und so weiter …. Echt super! Was ich dabei auch gelernt habe: Ich bin nicht fähig ein Tragetuch zu binden. 😊

Bei der Kleidung war ich immer doppelt froh über gut erhaltene gebrauchte Stücke. Die Sachen braucht man nur sehr kurz, und da sie bereits mehrfach gewaschen wurden, konnte ich sicher sein, dass keine Chemikalien mehr enthalten sind.

Nachhaltig bringt‘s

Nachhaltig sein mit Nachwuchs ist definitiv machbar und bringt viele Vorteile. Ich habe ein bisschen gebraucht, um zu akzeptieren, dass ich nicht alles „perfekt nachhaltig“ schaffe. Aber es war auch schön zu sehen, wie viel uns gelungen ist. Ein bisschen mehr Chaos, ein bisschen weniger Perfektionismus – so klappt’s bei uns ganz gut.