SDG4 - Hochwertige Bildung

Foto: SDG4, © R.Burger & UNO

Monats-Reihe SDGs

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor.

Diesmal: SDG 4 – Hochwertige Bildung

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

„Bildung steigert die Lebenserwartung mehr als ein höheres Einkommen!“

Die aktuelle Studie „Education and Health: Redrawing the Preston Curve“, durchgeführt von Wolfgang Lutz und Endale Kebebe vom Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital in Wien und Laxenburg (NÖ) und veröffentlicht am 14. April 2018, bestätigt diese nicht ganz überraschende Aussage.

Zurückzuführen ist das Ergebnis ihrer Meinung nach darauf, dass eine höhere Bildung oft zu einem komplexeren und längerfristigen Denken führt. Daraus resultieren meist Verhaltensweisen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken und somit die Lebenserwartung erhöhen.

Die Vereinten Nationen erachten die lebenslange Bildung als äußerst wichtig für eine nachhaltige Entwicklung und haben deshalb folgende Unterziele in der Agenda 2030 verankert:

  • Hochwertige frühkindliche Erziehung, Betreuung und Vorschulbildung für alle ermöglichen
  • Kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung für alle sicherstellen
  • Erschwingliche, hochwertige berufliche Erwachsenenbildung für alle gewährleisten
  • Alphabetisierung aller Jugendlichen und möglichst vieler Erwachsenen erreichen
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweise sicherstellen

Bisherige Entwicklung

Weltweit besuchten im Jahr 2014 bereits 2/3 der Kinder eine vorschulische Bildungseinrichtung im letzten Jahr vor Schuleintritt. Trotzdem gibt es hier nach wie vor große regionale Unterschiede. So genießen in Europa und Nordamerika bereits 93 % die Vorteile einer vorschulischen Bildungseinrichtung, in Nord-Afrika und West-Asien hingegen gerade einmal 50 %.

Von den Kindern im Grundschulalter waren im Jahr 2014 9 % in keiner Schule. Das sind 61 Millionen Kinder. Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Jahr 2000, wo noch 15 % der Kinder keine Schule besuchten. Allerdings gibt es seit 2008 kaum mehr eine Verbesserung, was die schwierige Erreichbarkeit der Kinder, sowie das starke Bevölkerungswachstum in manchen Teilen der Welt reflektiert. So leben mehr als 70 % der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, in Südasien und in Afrika südlich der Sahara.

Im Bereich der Erwachsenenbildung konnte in Österreich in den letzten Jahren eine leichte Steigerung beobachtet werden. So nahmen im Jahr 2016 14,9 % der 25- bis 64-jährigen an einer beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung teil – immerhin um 1,1 % mehr als im Jahr 2010.

Foto: Michaela Prendl, Schauspielstudentin und Moderatorin

WIR TUN WAS

Michaela Prendl, 26 Jahre, Schauspielstudentin und Moderatorin
„Ich hatte bereits von den SDGs gelesen und gehört, doch mich erst jetzt genauer mit ihnen auseinander gesetzt. Für mich sind die Globalen Ziele ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann langfristig etwas geändert werden. Jedes Ziel für sich basiert auf einem unglaublich großen Mangel, den wir nur zusammen beheben können.
Ich denke, dass die Bildungssituation auf der ganzen Welt sich in den letzten Jahrzehnten verbessert hat, aber es noch riesige Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Es ist leider so, dass Bildung noch ein Luxusgut ist. In den reicheren Ländern haben mehr Kinder Zugang zu Bildung und der Bildungsunterschied zwischen Mädchen und Buben ist nicht mehr so groß wie in Entwicklungsländern. 61 Millionen Kinder besuchten 2014 keine Grundschule, das ist eine erschreckende Zahl. Und das obwohl Bildung die Basis für alles ist. Wenn man qualitative Bildung erhält, ist die Chance, den Kreis der Armut zu durchbrechen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern auszugleichen, höher. Die Menschen sind aufgeklärter und leben gesünder und umweltbewusster, außerdem ist Bildung ein notwendiger Faktor, um Toleranz in einer Gesellschaft zu integrieren.
Ich glaube, jeder kann einen Schritt zur Erreichung der Ziele beitragen. Ein erster Schritt ist offen zu sein für das, was auf der Welt passiert, für andere Kulturen und Veränderungen. Und überlegen, was er/sie dazu beitragen kann. Sei es umweltbewusster zu leben, offen Themen anzusprechen, auch wenn sie unangenehm sind und sich eigene Meinungen zu bilden. Veränderung heißt nicht Altes aufzugeben, sondern es zu verbessern. Nur in einer Gesellschaft, in der wir zusammenarbeiten und zusammenhalten, kann etwas Neues und Besseres entstehen. Ich versuche es genau so, ich erkundige mich über Themen, über die ich nichts weiß, wo ich aber oft andere darüber reden höre. Ich bilde mir meine eigene Meinung und kann so an Gesprächen teilnehmen. Durch den Austausch lernt man dazu, auch das ist Bildung. Aber es setzt eine Grundbildung voraus und das muss allen Menschen auf der Welt ermöglicht werden.“

Was kann ICH tun?

Tipps, wie Sie zur Erreichung des Zieles „Hochwertige Bildung“ beitragen können, finden Sie im wir-leben-nachhaltig.blog.

Quellen:

Website der UN: Indikatoren 
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017
Studie „Education and Health: Redrawing the Preston Curve“

Weiterführende Informationen:

wir-leben-nachhaltig: SDGs - Sustainable Development Goals

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