SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Foto: Logo SDG Ziel 3, © UN & eNu

Monats-Reihe SDGs

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor.

Diesmal: SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Lt. Statistik Austria stuften 70,3 % und somit fast drei Viertel der ÖsterreicherInnen 2016 ihre Gesundheit als sehr gut oder gut ein. Eine sehr gute medizinische Versorgung, eine hohe Dichte an Ärzten und viele kostenlose Vorsorgeuntersuchungen sind nur einige der Faktoren, die dazu beitragen.
Nicht überall auf der Welt steht solch ein umfassendes staatliches Gesundheitssystem wie in Österreich zur Verfügung. Schlechte ärztliche Versorgung, niedrige Lebenserwartung und hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit sind noch immer in vielen Ländern alltäglich.

Die Vereinten Nationen beabsichtigen mit dem SDG 3 der Agenda 2030 eine umfassende gesundheitliche Verbesserung für alle Menschen weltweit und haben deshalb thematisch sehr weit gefasste Unterziele darin verankert:

  • Mütter-, Säuglings- und Kindersterblichkeit senken
  • Epidemien bekämpfen
  • Psychische Gesundheit und Wohlergehen fördern
  • Gegen Suchtstoffmissbrauch präventive Maßnahmen setzen
  • Anzahl der Toten und Verletzten aufgrund Verkehrsunfälle reduzieren
  • Anzahl der Toten und Erkrankten aufgrund Chemikalien und Verunreinigungen reduzieren
  • Zugang zu sexual- und reproduktionsmedizinischer Versorgung gewährleisten
  • Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen für alle ermöglichen

Bisherige Entwicklung

Laut Indikatoren-Website der Vereinten Nationen konnten bisher bereits beispielsweise bei der weltweiten Kindersterblichkeit erzielt werden. So starben im Jahr 2000 7,6 % der Unter-Fünfjährigen (~9,8 Millionen) und im Jahr 2015 „nur noch“ 4,3 % (~5,9 Millionen). Dies entspricht einer Reduktion von 44 %. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, denn 4,3 % Kindersterblichkeit heißt, dass weltweit alle 6 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren stirbt – täglich 16.000 Kinder. Auch Österreich liegt hier mit einer Kindersterblichkeit von 3,6 % im Jahr 2015 noch über dem Agenda 2030-Ziel von 2,5 %.

Foto: E. Schweiger, © Privat

WIR TUN WAS

Eva Schweiger, MSc, 28 Jahre, Ökologin, u.a. als Waldpädagogin tätig
„Der zentrale Punkt innerhalb des Sustainable Development Goal 3 – „Gesundheit und Wohlergehen“ ist für mich die Gesunderhaltung der Menschen durch die Gesunderhaltung unserer Umwelt. Dabei denke ich vor allem an den sorgsamen Umgang mit gesundheitsschädlichen Substanzen und Strahlungen, wie zum Beispiel Pestiziden, toxischen Chemikalien oder radioaktiven Abfallstoffen. Ohne eine schadstofffreie Umwelt, die uns schließlich auch unsere Nahrung, unser Wasser und alles weitere, was wir zum Leben brauchen, liefert, kann ich mir keine gesunde Zukunft für alle Menschen der Welt vorstellen. Wir sind hier noch viel zu unvorsichtig, obwohl sich in den letzten Jahren schon viel verbessert hat: Langsam wird uns bewusst, dass Substanzen, die lange bedenkenlos verwendet wurden, große Schäden anrichten – sowohl in unserer Umwelt als auch im menschlichen Körper selbst.

Ich denke, es braucht ganz allgemein mehr Verständnis für die globale Vernetzung der Ökosysteme untereinander und auch die Eingebundenheit des Menschen in diese Systeme –  plakativ ausgedrückt: Giftstoffe, die zum Beispiel in Indien oder Pakistan bei der Textilherstellung in die Wasserläufe gelangen, kommen über den globalen Wasserkreislauf in gar nicht so ferner Zukunft in Österreich an und landen schließlich in unserem Trinkwasser. Darüber müssen wir uns bei unseren täglichen Entscheidungen als KonsumentInnen bewusst sein. Damit haben wir eine große Verantwortung, die – und hier sehe ich das große Potential – die SDGs allerdings auf eine sehr positive Weise interpretieren: Sie betonen die Zusammengehörigkeit und Verbundenheit zwischen allen Menschen der Welt, sie motivieren und inspirieren, machen Mut zum Mithelfen und lassen uns optimistisch in die Zukunft schauen. Mir zumindest geben die gemeinsamen Bemühungen so vieler Länder der Welt große Hoffnung.

Um persönlich zur Zielerreichung beizutragen kaufe ich unter anderem fast ausschließlich Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, wo keine Pestizide oder Mineraldünger zum Einsatz kommen, und reduziere meinen Einsatz von Chemikalien im Haushalt so weit wie möglich.
Ich wünsche mir, dass jeder und jede Einzelne durch die SDGs ein bisschen mehr das Gefühl bekommt, dass wir unsere Zukunft selbst in der Hand haben, und daher optimistisch sein dürfen! In Zeiten, wo Angst und Pessimismus tagtäglich in den Medien vorherrschen, halte ich das für die wichtigste und zentrale Aussage der Agenda 2030.“

Was kann ICH tun?

Tipps, wie Sie auch zur Erreichung des Zieles „Gesundheit und Wohlergehen“ beitragen können finden Sie im wir-leben-nachhaltig.blog.

Quellen:

Website der UN: Indikatoren SDGs
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017

Weiterführende Informationen:

wir-leben-nachhaltig: SDGs - Sustainable Development Goals
 

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