Nützlingsunterkunft selbst gebaut

Foto: Nützlingshotel, © S. Kropf, Natur im Garten

Wildbienen sind harmlose Nützlinge

Die heimischen Wildbienenarten tragen im Garten zu einer reichen Obst- und Gemüseernte bei. Im Gegensatz zu den Honigbienen sind sie dabei nicht nur effektiver, sondern auch harmlos, da sie als solitär (einzeln) lebende Arten keinen Staat und keine Königin verteidigen müssen. Mit einer selbst gebastelten Unterkunft (Wildbienenhotel) und ein einer blühenden Umgebung lassen sich diese Nützlinge auch bei Ihnen blicken.

Futterpflanzen für Wildbienen sollten in der Umgebung reichlich vorhanden sein - das fördert die Besiedelung. Pflanzen Sie Wildblumen (z.B. Natternkopf), Korbblütler (z.B. Sonnenhut), Schmetterlingsblütler (z.B. Lupinen), Kreuzblütler (z.B. Silberblatt) und Lippenblütler (z.B. Salbei).

Der richtige Standort für das Wildbienenhotel

Eine Nisthilfe für Wildbienen lässt sich fast überall anbringen: Im eigenen Garten, am Stadtbalkon, auf der Dachterrasse oder auf einer Fensterbank. Stellen oder hängen Sie ihre Nützlingsunterkunft an einem wettergeschützten und trockenen Standort auf. Sie sollte nicht direkt auf der Erde stehen, da vom Boden wegspritzendes Regenwasser die Brutröhren befeuchtet und schädigt. Im Idealfall liegt die Ausrichtung nach Südost mit eventueller Beschattung über die Mittagszeit.

Möglichkeit 1: Das Hotel mit Holz befüllen

Verwenden Sie unbehandelte Hartholzbaumstämme oder -blöcke: Buche, Eiche, Esche, Apfel, Robinie sind besonders gut geeignet. Weich- und Nadelhölzer stellen aufgrund der Faserigkeit eine Verletzungsgefahr für die zarten Flügel der Wildbienen dar. Das Holz möglichst ins Längsholz anbohren, da Stirnholz leicht einreißt. Vorsicht vor einer Verkohlung durch zu rasches Bohren. Wählen sie verschiedene Bohrer Durchmesser von 2 bis 9 mm, denn dadurch wird ein größeres Artenspektrum angelockt. Die Gänge sollten circa 5 bis 15 cm tief sein und hinten geschlossen sein. Die Bienen können sich besser orientieren wenn die Löcher möglichst unsymmetrisch angelegt wurden. Nach dem Bohren die Vorderseite schleifen, das  Bohrmehl aus den Löchern klopfen und in einen passenden Rahmen einschichten – fertig ist das Hotel.
Um die Brut der Bienen vor Vogelfraß zu schützen, hat sich die Anbringung eines Gitters in mindestens 8 cm Abstand zum Nistmaterial bewährt.

Möglichkeit 2: Das Hotel mit Halmen befüllen

Schilf oder Schilfrohrmatten aus dem Baumarkt, Bambus und Naturstrohhalme eignen sich ebenso für die Wildbienen. Mit einer scharfen Schere oder Säge werden zwischen 15 und 20 cm lange Halme geschnitten um möglichst glattrandige Anschnitte zu bekommen. So ist keine Flügelverletzungsgefahr gegeben. Die Halme  können dann gebündelt und in das Nützlingshotel eingearbeitet werden. Morsche, faserig gewordene Befüllungen sollten Sie austauschen.

Alternativ lassen sich die Halme in eine leere, mit 2 cm hohem, feuchtem Gips gefüllte Konservendose stecken und dann aufhängen.

Links:

Natur im Garten: Infos zu Nützlingsunterkünften 
Buchempfehlung: Nützlingsquartiere, Monika Biermaier, ISBN 978-384048105-5

Fotostrecke: Ein Wildbienenhotel selbst bauen

Nützlingshotel selbst gebaut, Foto 1/11

Die Bauanleitung im Überblick.

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