Neues EU-Energielabel ab 2019

Foto: Staubsauger und EU-Energielabel, © R. Burger, eNu

Beim Neuerwerb von Elektrogeräten achten mittlerweile über 85 % der Konsumenten und Konsumentinnen auf das EU-Energielabel. Das beflügelt auch den Markt immer bessere, energieeffizientere Produkte zu entwickeln.
Im Laufe der Zeit führte das jedoch zu einer verwirrenden und unübersichtlichen Klassifizierung mit bis zu drei Pluszeichen. Das neue System soll es einfacher machen, effiziente Produkte zu erkennen und so den Energieverbrauch zu senken.

Neue Skala: Klasse A bis G

Derzeitig gibt es für manche Produktgruppen eine Skala von A+++ bis G. Die Aufstockung der A Klasse wurde notwendig, da seit der Einführung der Energiekennzeichnung im Jahr 1992 große technische Fortschritte erzielt wurden.

Die Einordnung in die Klassen A+ bis A+++ ist sehr unübersichtlich, da zwischen den Produkten deutliche Unterschiede bei der Energieeffizienz bestehen können. Für KonsumentInnen entsteht daher der Eindruck mit einem A-Gerät bereits ein energiesparendes Produkt zu erwerben. Somit fehlt die Motivation ein energiesparenderes und damit umweltfreundlicheres A+++-Gerät zu kaufen.

Die neue Energielabel Skala reicht wie die ursprüngliche Skala von A bis G, jedoch auf einem viel höherem Level - aus A++ wird B. Damit der Aufstockungs-Effekt (A+ bis A+++) über die Jahre nicht wieder eintritt, wird beim neuen Labelkonzept die A-Klasse dauerhaft die höchste Energieeffizienzklasse bleiben. Die Klassengrenzen werden daher laufend angepasst. Sobald 30 % der auf dem EU-Markt verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse A fallen, oder wenn 50 % dieser Produkte in die obersten zwei Energieeffizienzklassen A und B fallen, werden die Klassen neu angepasst und korrigiert.

Damit nicht gleich nach Einführung des neuen Energielabels eine neue Anpassung erfolgen muss, wird es voraussichtlich beim Start 2019/2020 keine Geräte der Klasse A geben.

Label erst in den kommenden Jahren im Handel

In einem ersten Schritt wird das Label für Waschmaschinen, Lampen und Fernseher eingeführt. Für Staubsauger, Dunstabzugshauben oder Heizungen folgt die Anpassung erst später.

Öffentliche Online-Datenbank zur besseren Vergleichbarkeit

Gleichzeitig zur Einführung des neuen EU-Energielabels, wird eine öffentliche Online-Datenbank geschaffen. Ein zentrales Produktregister soll die Mitgliedsstaaten bei der Marktüberwachung unterstützen.

In Österreich können sich Konsumentinnen und Konsumenten bereits heute auf der Plattform www.topprodukte.at über die effizientesten Produkte informieren.

Pro Haushalt jährlich beachtliche Einsparungen möglich

Laut Berechnungen der EU-Kommission wird das überarbeitete Energieeffizienzlabel gemeinsam mit den Mindesteffizienzstandards den Haushalten jedes Jahr Einsparungen bringen, die je nachdem welche Geräte ersetzt werden, bis zu 500 Euro ausmachen können

Tipp: Neue Elektrogräte erst anschaffen, wenn eine Reparatur nicht mehr möglich ist

53 % der Gesamtumweltbelastungen eines Produktes entstehen im Durchschnitt durch die Herstellung und den Transport! Somit ist es eigentlich besser ein altes Gerät mit etwas höherem Stromverbrauch erst dann gegen ein neues A+++ Gerät auszutauschen, wenn es wirklich kaputt und nicht mehr zu reparieren ist.

Links:

wir-leben-nachhaltig.at: Konsum mit Konsequenzen
wir-leben-nachhaltig.at: Haushaltsgeräte
topprodukte.at: Energieeffiziente Elektrogerät

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