Nistkästen selbst bauen

Foto: Meisennistkasten, © B. Haidler, NIG

„Zwitschernde Helfer“ in den Garten holen

Viele Singvogelarten benötigen zur Aufzucht Ihrer Jungen Insekten als Futter. Kohlmeisen, Blaumeisen, Hausrotschwanz und viele andere Arten fangen deshalb im Laufe einer Gartensaison zahlreiche, auch unliebsame Gartenbewohner wie etwa Blattläuse und  Frostspannerraupen weg. Abgesehen davon kann sich wohl niemand einen Frühling ohne den vielfältigen Gesang der Vögel vorstellen.

Singvögeln die richtige Umgebung bieten

Der beste Vogelschutz ist eine naturnahe Gartengestaltung mit verschiedensten Lebensräumen. Obstbäume und Wildsträucher wie Liguster, Holunder oder Heckenrose bieten Nahrung in Form von Insekten (die durch Blüten angelockt werden) sowie Beeren, Verstecke und Nistmöglichkeiten.

Blühende Staudenbeete, Blumenwiesen und Kräuterbeete bieten Insekten Futter. Rotkehlchen oder Zaunkönig als Bodenbrüter freuen sich über ein wildes Eck wo Laubstreu unter den Sträuchern liegen bleiben darf, über aufgeschichtete Asthaufen oder einfach weniger intensiv genutzte Gartenbereiche, wo die Vegetation höher wachsen darf.

Künstliche Nisthilfen passend zum Bewohner

Meisennistkästen sind die bekanntesten und in Gärten am häufigsten montierten Nisthilfen. Verwenden Sie zum Bau sägeraues Holz. Wenn Sie nicht ganz so häufige Arten wie Blaumeisen im Garten fördern wollen, bohren Sie ein Einflugloch von 26 – 27 mm Durchmesser in die Vorderwand. Kohlmeisen und Spatzen als häufige Kulturfolger bevorzugen Öffnungen von 32 – 34 mm Durchmesser. Zinkblech um die Einflugöffnung verhindert das Aufhacken und Erweitern des Loches durch Buntspechte.
Zur besseren Pflege des Kastens und zum Aufklappen der Vorderwand fixieren Sie diese unten nicht mit Nägeln, sondern mit einem Reiberhaken.

Einfacher zu bauen ist ein Nischenbrüterkasten. Hier muss kein Loch gebohrt werden, weil die Vorderwand zur Hälfte offen ist. Dieser Kasten wird von Nischenbrütern wie Hausrotschwanz, Bachstelze oder Grauschnäpper bezogen.

Anbringen des Nistkastens

Den Meisennistkasten montieren Sie am besten in ca. 2 m Höhe am Stamm oder an einem Ast auf einem Bügel frei hängend. (Letztere Variante bietet mehr Schutz vor Katzen!) Der freie Anflug ohne störende Zweige oder Äste soll gewährleistet sein. 

Achten Sie darauf, dass das Einflugloch nach Südosten oder Osten gerichtet ist – jedenfalls nicht in die Hauptwindrichtung. Wählen Sie eine Stelle aus, die nicht ganztägig besonnt ist, um Überhitzung im Inneren zu vermeiden.
Den Nischenbrüterkasten montieren Sie am besten unter Dachvorsprüngen an einer Haus- oder Hüttenwand.

Nistkästen richtig pflegen

Der Bruterfolg der im Kasten nistenden Vögel kann gesteigert werden, wenn im Herbst das alte Nest aus dem Kasten entfernt und der Kasten mit heißem Wasser ausgewaschen wird. Im alten Nest und in den Ritzen des Kastens überwintern zahlreiche Parasiten, welche die Jungvögel im Folgejahr befallen und schwächen. Durch diese Hygienemaßnahme kann der Befall minimiert werden.

Anleitung: Einen Nistkasten selbst bauen

Abmessungen der Bretter für Nistkästen:

Meisennistkasten (BxH)Nischenbrüterkasten (BxH)
Vorderwand13,6 x 24 cm 14 x 7 cm
Rückwand14 x 27 cm14 x 14 cm
Boden14 x 14 cm14 x 12 cm
2 Seitenwände  18 x 27/24 cm16 x 14 cm
Dach20 x 20 cm22 x 20 cm
Leiste 5 x 30 cm

 

Bretter der Stärke 18 – 20mm und Schrauben der Größe 3x35 verwenden.

DIY Fotoanleitung Nistkästenbau

Meisennistkasten

Bauanleitung Meisennistkasten, Bild 1/7

Bauteile vom Meisennistkasten

Nischenbrüterkasten

Bauanleitung Nischenbrüterkasten, Bild 1/7

Bauteile vom Nischenbrüterkasten

Beitrag von unserem Kooperationspartner „Natur im Garten“

Links:

Natur im Garten: Infos zu Nützlingsunterkünften

Buchempfehlung: Nützlingsquartiere, Monika Biermaier, ISBN 978-384048105-5

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