SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Foto: SDG 8 Menschenwürdige Arbeit, © eNu, UN

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor. Diesmal an der Reihe:

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.

505.766 Tonnen fair produzierte Bananen wurden 2014/15 von Fairtrade-Bananenproduzenten/innen verkauft. Damit profitierten 12.172 Kleinbäuerinnen und –bauern, sowie 10.353 Beschäftige auf den Plantagen von den Fairtrade Standards, wie z.B. geregelte Arbeitsbedingungen ohne Kinderarbeit, umweltschonender Anbau ohne gefährliche Pestizide und eine faire Entlohnung.

Um eine menschenwürdige Arbeit für alle Menschen weltweit sicherzustellen, haben die Vereinten Nationen bereits 1919 die Sonderorganisation Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit Hauptsitz in Genf gegründet. Sie ist zuständig für die Formulierung und Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards und setzt sich aus VertreterInnen von ArbeitnehmerInnen, ArbeitgeberInnen und Regierung zusammen. Ihre Grundprinzipien sind Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit und Kinderarbeit und Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.

In der Agenda 2030 haben die vereinten Nationen folgende Unterziele zum SDG 8 formuliert:

  • Nachhaltiges Wirtschaftswachstum aufrechterhalten
  • Wirtschaftliche Produktivität durch Modernisierung und Innovation erhöhen
  • Wachstum von Kleinst- bis Mittelunternehmen durch Zugang zu Finanzdienstleistungen begünstigen
  • Ressourceneffizienz verbessern und Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung entkoppeln
  • Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit inkl. gleicher Bezahlung für alle erreichen
  • Anteil erwerbsloser junger Menschen, die nicht in Ausbildung sind, erheblich verringern
  • Zwangsarbeit, moderne Sklaverei, Menschenhandel, Kinderarbeit und Kindersoldaten abschaffen
  • Arbeitsrechte schützen und eine sichere Arbeitsumgebung für alle schaffen
  • Nachhaltigen Tourismus fördern
  • Zugang zu Finanzdienstleistungen für alle erweitern

Bisherige Entwicklung

Die Anzahl der 5- bis 17-jährigen, welche Kinderarbeit leisten, ist weltweit gesunken, allerdings hat sich der Rückgang in den vergangenen Jahren deutlich verlangsamt. Während dies im Jahr 2000 noch 246 Millionen Kinder betraf, waren es 2012 168 Millionen. 2017 arbeiten „nur mehr“ 152 Millionen Kinder unter 17 Jahren. Noch immer muss weltweit jedes zehnte Kind Kinderarbeit leisten und mehr als die Hälfte davon (85 Millionen) muss laut ILO Bericht 2017 gefährliche Arbeiten durchführen, die ihre Gesundheit und Psyche gefährdet. 71 Prozent aller arbeitenden Kinder (108 Millionen) müssen in der Landwirtschaft arbeiten. In den Dienstleistungen sind 26 Millionen und im Industriesektor 18 Millionen tätig (www.fair-childhood.eu).

Foto: Greta Naumann, © F. Schuster

WIR TUN WAS

Name: Greta Naumann
Schule: HLW Sta. Christiana
Alter: 19

Ich selbst finde es schrecklich, dass viele Menschen unter so schlimmen Bedienungen arbeiten müssen. Vor kurzem habe ich das Thema „Fair produzierte Kleidung“ in meiner Deutsch Schularbeit behandelt, denn noch ist das Thema nicht so präsent wie es sein sollte. Auch finde ich die mangelnde Transparenz dem Kunden gegenüber traurig. Außer bei der Kleidung im Weltladen kann ich mir sonst nirgendwo sicher sein, dass die NäherInnen unter fairen Bedienungen zu fairen Preisen gearbeitet haben. Ich selbst würde mir mehr Transparenz und einen Mindestlohn für Näherinnen und Näher in Billiglohnländern wünschen. Ich versuche deshalb mein Kaufverhalten stark einzuschränken und kaufe auch gerne Second Hand oder tausche Kleidung mit Freundinnen. Die Kleidung, die mir zu klein ist, spende ich zum Beispiel an den " sooo gut" (ehemaliger Somamarkt) oder verschenke sie an befreundete Familien mit jüngeren Töchtern. Wenn ich aber mal neue Sachen einkaufen gehe, nehme ich natürlich meine eigene Tasche mit, damit ich auch Plastik vermeiden kann.

Was kann ICH tun?

Tipps, wie Sie zur Erreichung des Zieles „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ beitragen können finden Sie im wir-leben-nachhaltig.blog.

Links & Quellen

Fairtrade Österreich
Indikatoren-Website der UN
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017

Weiterführende Informationen

wir-leben-nachhaltig: SDGs - Sustainable Development Goals
wir-leben-nachhaltig: Soziale Nachhaltigkeit
Internationale Arbeitsorganisation (ILO)
Netzwerk Soziale Verantwortung

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