Kerzen selber ziehen

Kerze

Jetzt wo die Tage kürzer und die Nächte länger werden, machen wir es uns wieder in den eigenen vier Wänden bei Kerzenschein gemütlich. Vor allem zur Weihnachtszeit ist das Leuchten und Flackern der Kerzen nicht weg zu denken. Aber welche Kerzen soll man verwenden?

Bienenwachs verwenden

In vergangenen Jahrhunderten war Bienenwachs die Hauptrohstoffquelle für die Kerzenherstellung. Im Zuge der Industrialisierung wurde dann das billigere Paraffinöl aus fossilen Quellen verwendet. Relativ neu sind Kerzen aus Stearin, die oftmals als Biokerzen bezeichnet werden.

Paraffin wird aus Erdöl gewonnen. Die Hitze der Kerzenflamme reicht allerdings nicht, um die in Paraffin enthaltenen Stoffe vollständig zu verbrennen. Etliche bedenkliche Substanzen wie Alkane, Alkene, Ketone, Toluol oder Benzol gelangen in die Raumluft. Die meisten allergieauslösenden oder auch krebserregenden Stoffe gelangen allerdings über Farben, Lacke und Duftmittel in die Kerzen. Der gelegentliche Gebrauch von Paraffinkerzen gilt aber als unbedenklich, vor allem wenn nach dem Löschen der Kerze gut gelüftet wird.

Stearin wird meist aus pflanzlichen oder tierischen Fetten gewonnen - also aus nachwachsenden Rohstoffen. Deshalb werden sie auch als "Biokerzen" bezeichnet. Stearinkerzen rußen weniger als Paraffinkerzen und setzen dadurch weniger Schadstoffe frei. Da aber zur Produktion von Stearin meist Palm- oder Kokosöl aus Plantagen verwendet wird und dafür tropische Regenwälder gerodet werden, sind sie nicht wirklich eine biologische Alternative.

Bienenwachs ist ein Stoffwechselprodukt der Honigbiene. Die Bienen produzieren weniger Wachs als Honig, weshalb dieser Kerzenrohstoff auch nur begrenzt verfügbar ist. So ist es auch der teuerste Kerzenrohstoff. Bienenwachskerzen riechen angenehm nach Honig und haben eine schöne Gelbfärbung, weshalb sie auf synthetische Duft- und Farbstoffe verzichten können. Stammen die Bienenwachskerzen aus einem kontrollierten Bio-Imkerbetrieb, so dürfen sie sich wirklich als "Biokerzen" bezeichnen.

Kerzen selber ziehen

Die Flamme der Kerze erlischt im geschmolzenen Wachs - ein erneutes Anzünden bleibt erfolglos. Was tun mit solchen Kerzenresten? Warum nicht einschmelzen und eigene Kerzen ziehen? Mit etwas Vorbereitung und Vorsicht steht dem do it yourself Kerzenziehen, auch mit Kindern, nichts im Wege.

So geht's

  • Sie brauchen sehr viele Wachs- und Kerzenreste, 1 hohe Konservendose, 1 Schere, 1 Küchenmesser, 1 hohen Kochtopf, 1 Docht und Wasser.
  • Zerkleinern Sie die Kerzenreste und entfernen Sie die Dochte. Füllen Sie das Wachs in die Konservendose und stellen Sie diese in einen halbvoll mit Wasser gefüllten Topf. Erhitzen Sie das Wasser bei mittlerer Hitze - es darf nicht kochen (max. 70°C).
  • Binden Sie am oberen Dochtende eine Schlaufe, damit Sie den Docht besser halten und später die Kerze besser trocknen können. Tauchen Sie den Docht in das geschmolzene Wachs und ziehen Sie ihn direkt wieder hinaus. Das erste Tauchen kann 10-30 Sekunden dauern, damit sich der Docht mit Wachs vollsaugen kann. Die weiteren "Tauchgänge" fallen entsprechend kürzer aus (1-5 Sek).
  • Lassen Sie das Wachs am Docht nach jedem Rausziehen abkühlen und wiederholen Sie den Vorgang, bis die Kerze dick genug ist.
  • Kerzenziehen verbraucht viel Wachs. Geben Sie nach und nach noch mehr Wachsreste in die Dose und lösen sie diese auf.
  • Hängen Sie die Kerze zum Abkühlen auf. Das Wachs bleibt noch lange warm. Vorsicht mit heißem Wachs!

Vorsicht

  • Wachs nur im Wasserbad schmelzen, nicht direkt in einem Topf, da hier das Wachs zu heiß wird. Wachsdampf kann sich ab einer Temperatur von 200 °C selbst entzünden - ohne Funken oder Feuerquelle.
  • Brennendes Wachs NIE mit Wasser löschen. Deckel auf den Topf oder mit einer Löschdecke die Flamme ersticken.
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