Faires Gold

Foto: Goldschmuck, © R. Gottwald-Hofer, eNu

Gold war schon immer eines der begehrtesten Edelmetalle. Ob die Pharaonen im alten Ägypten, Azteken und Inkas oder Päpste und Kaiser in Europa alle drückten ihre Macht und ihren Reichtum durch Gold aus. Für Gold wurden Kriege geführt und Hochkulturen ausgelöscht.

Neben Schmuck, Münzen und Goldbarren findet sich das Edelmetall in technischen Geräten, Computern und Smartphones. Auch in der Medizin, besonders der Zahnmedizin, in Industrie und Lasertechnik wird Gold wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und guten Verarbeitbarkeit verwendet.

Die Umwelt-Seite der Gold-Medaille

Goldabbau benötigt sehr viel Energie für Förderung und Verarbeitung. In 1000 Tonnen Gestein sind nur 4 Gramm Gold enthalten. In ergiebigen Lagerstätten können es mehrere Gramm sein. Zum Herauslösen werden giftige Chemikalien eingesetzt.

Dabei werden hauptsächlich 2 Verfahren eingesetzt:

Eine Methode ist, goldhaltige Sande und Schlämme mit Quecksilber zu vermischen. Gold bindet sich an das Quecksilber, das daraus entstehende Amalgam sammelt sich und kann abgetrennt werden. Es wird in einem weiteren Schritt erhitzt bis alles Quecksilber verdampft und Rohgold übrig bleibt. Dieses Verfahren war schon in der Antike bekannt. Dabei werden allerdings große Mengen giftigen Quecksilbers schon bei der Gewinnung ausgeschwemmt und verseuchen langfristig Böden und Flüsse. Die giftigen Dämpfe schädigen die Menschen, die diese Methoden anwenden und durch die Schwermetallbelastung von Boden und Wasser auch viele, die im Einzugsgebiet dieser Minen leben.

Beim zweiten gebräuchlichen Verfahren kommt Zyanidlauge zum Einsatz. Gold löst sich in Natrium-Zyanidlösung. Chemisch gebunden im giftigen Sickerwasser wird es Filtriert und durch Waschen und Trocknen das Rohgold gewonnen. Obwohl die giftige Lauge wiederverwendet wird, entweichen Blausäure und Salze der Blausäure (Zyanide) in die Umwelt. Außerdem entstehen große Abraumhalden und feiner Staub mit Zyanid wird durch Wind und Wasser in der Umwelt verteilt.

In Lateinamerika zum Beispiel führte Goldbergbau zwischen 2011 und 2013 zur Zerstörung von 1680 km2 Regenwald. Pro Jahr werden ca. 100.000 Tonnen Quecksilber in den Amazonas gekippt. Verseuchte Böden, Flüsse und Grundwasser sind die Folge. Über Fische und Landwirtschaftliche Produkte gelangen die Gifte wieder zurück in die Nahrungskette.

Die Soziale-Seite der Gold-Medaille

Weltweit arbeiten ungefähr 15 Millionen Menschen im kleingewerblichen Goldabbau. Es fehlen Sicherheitsbestimmungen und Schutzkleidung. Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Obwohl sie Gold abbauen bekommen sie für die Ausbeute ihrer mühsamen und gefährlichen Arbeit nicht genug, um ihre Familien zu ernähren.

Faires Gold

Faires Gold kommt aus zertifiziertem Abbau. Organisationen wie FAIRTRADE, Alliance for Responsible Mining oder Responsible Jewelery Council stellen sicher, dass die Arbeitsbedingungen in den kooperierenden Minen menschenwürdig sind.

FAIRTRADE-Gold bedeutet:

  • Strenge, nachhaltige Standards auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene
  • Mindestpreis wird bezahlt. Das führt zu finanzieller Stabilität.
  • FAIRTRADE-Prämie  für soziale, ökonomische und ökologische Projekte, wie z.B. den Bau von Schulen, den Bau eines Krankenhauses oder die Verbesserung betrieblicher Abläufe.
  • Die Legalisierung und Formalisierung von Minenorganisationen schützt die Rechte der Minenarbeiterinnen und Minenarbeiter und fördert die Entwicklung der lokalen Gemeinden
  • Verbot von Diskriminierung, Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Strenge Umweltstandards, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Verantwortungsvoller Umgang und Reduktion des Einsatzes von Chemikalien auf ein Minimum.
  • Strenge Sicherheitsbestimmungen verbessern Arbeitsbedingungen und verringern Unfallrisiko.
  • Unabhängige Kontrollen in der gesamten Lieferkette.

reduce, reuse, recycle

Eine weitere wichtige Quelle für Faires Gold ist die Verwendung von Recycling-Gold. Durch das Wiederverwerten von Gold, das bereits im Umlauf ist, sind keine weiteren giftige Chemikalien noch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen nötig. Das Edelmetall kommt entweder aus Schmucksammlungen oder elektronischen Geräten.
Das Gold aus etwa 40 Handys entspricht etwa der Menge, die in einer Tonne Erz enthalten ist. Aus 400 Smartphones könnte also ein 10 Gramm Goldring entstehen.

Achten wir auf sinnvollen und bewussten Umgang mit Gold und Produkten, die Gold als Bestandteil enthalten:

  • Verwenden Sie Produkte wie z.B. Handys, länger und führen Sie diese danach einer Altstoffsammlung zu.
  • Achten Sie beim Goldkauf auf fair und giftfrei gewonnenes Gold. Fragen Sie nach „fair mined“ und „FAIRTRADE“ Gold und/oder „ökologischem Gold“.

Wussten Sie dass...

... sich in fast allen Flüssen Europas Spuren von Gold finden. Durch Verwitterung von goldhaltigem Gestein wird es freigesetzt und vom Wasser mitgenommen.

Gold zu den ersten Metallen gehörte, die von Menschen verarbeitet wurden. Wegen seiner Beständigkeit, dem Glanz und der Seltenheit war (und ist) es sehr begehrt. In vielen Kulturen wurde es vor allem für rituelle Gegenstände verwendet.

Der Goldrausch im Amerika des 19. Jahrhunderts löste eine Massenzuwanderung in die entlegensten Winkel der USA aus. Nach dem Abklingen des „Goldfiebers“ entstanden verlassene und entvölkerte Geisterstädte.

Nur 3% der Goldproduktion landet in den Tresoren von Banken. 85% werden zu Schmuck verarbeitet, der Rest in der Industrie. Gold dient in Form von Münzen oder Barren als internationales Zahlungsmittel und wird von vielen Zentralbanken der Welt als Währungsreserve gelagert.

Links:

Faires Gold: Info
Fairtrade: Gold
Responsible Jewellery: Gold
Klimabündnis: Gold
wir-leben-nachhaltig.at: 10 Tipps zur nachhaltigen Hochzeit
wir-leben-nachhaltig.at: Ressourcen schonen
wir-leben-nachhaltig.at: Handy

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