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Daunenjacken

Foto: Frau mit Daunenjacke und Schlittenhunden, © R. Burger, eNu

Daunen wärmen und sind leicht

Daunen eignen sich optimal für (Outdoor)-Jacken, Schlafsäcke und Bettdecken. Sie sind extrem leicht, isolieren sehr gut, sind atmungsaktiv und im Outdoorbereich besonders wichtig, sehr klein komprimierbar. Nicht zuletzt sind Daunen ein Naturprodukt.

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Daunengewinnung ist problematisch

Gänse- und Entendaunen, die weichen Unterfedern der Tiere, fallen bei der Schlachtung für die Fleischproduktion als Nebenprodukt an – so wie Leder bei Rind und Schwein. In Teilen der Daunenindustrie ist es allerdings gängige Praxis, Daunen von lebenden Tieren zu rupfen, um so die Ausbeute zu maximieren. Da Daunen nachwachsen, können die Tiere mehrmals gerupft werden. In der EU ist diese Praxis verboten, außer während der Mauser, die jedoch bei jedem Tier zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. Besonders in China und Osteuropa ist der Lebendrupf verbreitet. Geschätzte 5 Prozent der Daunen am Weltmarkt stammen von lebendig gerupften Tieren.

Auch Daunen von Stopflebermastgänsen und –enten werden als „Abfallprodukt" verkauft. Im Großteil Europas verboten werden die Federn aus dieser qualvollen Praxis aber trotzdem verkauft. Belgien, Frankreich, Spanien, Bulgarien und Ungarn erlauben die Stopfmast von Gänsen und Enten zur Produktion von Foie gras (Stopfleber). Dabei werden den Tieren über Wochen mit einem Rohr gewaltsam eine Mischung aus Mais und Schweineschmalz in den Magen gepumpt, damit die Leber sich vergrößert (Fettleber). Diese qualvolle Praxis ist im Großteil Europas verboten.

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Auf Daunen-Gütesiegel achten

Der Großteil der Outdoor-Bekleidungsfirmen und Handelsketten haben Daunen-Gütesiegel entwickelt, um Tierleid für ihre Produkte auszuschließen.

Global Traceable Down Standard (Global TDS): Beinhaltet derzeit den stärksten Tierschutzstandard in der daunenproduzierenden und –verarbeitenden Industrie. Entwickelt wurde das Siegel zusammen von Tierschutzorganisationen, Vertretern der Industrie und NGO´s. Es basiert auf dem firmeneigenen Standard von „Patagonia" und garantiert, dass die verwendeten Daunen weder durch Stopfmast noch durch Lebendrupf gewonnen wurden. Für die Zertifizierung werden auch die Elterntiere geprüft, da Zuchttiere länger leben (bis zu vier Jahren). Das Zertifikat ist für ein Jahr gültig und es werden regelmäßig unangekündigte Inspektionen von unabhängigen Prüfstellen durchgeführt. Die Kontrollmechanismen sind transparent und online einsehbar. Leider ist das Siegel aber noch wenig verbreitet.

Responsible Down Standard (RDS): Im Jahr 2013 durch eine Kampagne von Vier Pfoten und Peta gegen Stopfmast und Lebendrupf von der Outdoor-Marke „The North Face" ins Leben gerufen. Der Standard wurde mit NGOs, Tierschutzorganisationen, Vertretern der Daunenindustrie und einer unabhängigen Prüfstelle entwickelt.
Genau wie der Global TDS zertifiziert RDS Lieferketten, in denen ausschließlich Daunen durch Schlachtrupf gewonnen werden. Die Tiere müssen leidfrei gehalten werden und dürfen nicht zwangsgefüttert werden. Anders als beim Global TDS wird beim RDS nur die Lieferkette vom Küken bis zum Endprodukt zertifiziert.

Das RDS Zertifikat ist 14 Monate gültig, es werden angekündigte und unangekündigte Kontrollen von unabhängigen Prüfstellen durchgeführt. Das Siegel ist relativ weit verbreitet und wird auch von anderen Outdoor-Marken z.b. „Vaude" und Handelsketten (z.B. C&A, H&M) bereits übernommen. Weltweit sind schon über 900 Betriebe RDS zertifiziert.

Eine Sonderstellung unter den Marken-Standards nimmt das Fjällräven Down Promise ein. Dieses Siegel führt die Rangliste der Tierschutzorganisation Vier Pfoten an. Die verarbeiteten Daunen sind zu 100 % rückverfolgbar und stammen ausschließlich aus der Lebensmittelproduktion. Die Lieferkette wird streng kontrolliert.

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Alternative Füllmaterialien für Winterjacken und Outdoor-Bekleidung

Natürliche Fasern wie Schafwolle, Baumwolle oder das aus den Pflanzenfasern von Palmen gewonnene Naturmaterial Kapok kommen nicht an die Eigenschaften von Daunen heran. Darum eigenen sich die Fasern nicht für den Outdoor-Bereich, sehr wohl jedoch für Winterjacken und Mäntel.
Die hervorragenden Eigenschaften von Daunen können nur annährend durch Kunstfasern erreicht werden. Diese sind aber meist schwerer und können nicht so klein gepackt werden. Ihr Vorteil liegt in der isolierenden Wirkung auch im nassen Zustand.

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Synthetische Fasern sind Erdöl-Produkte

Die sinnvollste, nachhaltige Daunen-Alternative für Outdoor-Equipment sind daher recycelte Kunstfasern. Fast alle Outdoor-Marken führen Jacken aus recyceltem Polyester und Füllungen mit recycelten Hohlfasern (wie etwa Primaloft eco).

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