Wald als Schutz für unser Klima und Erholungsraum

Foto: verfärbtes Laub im Herbstwald, © R. Burger

Der Wald als Erholungsraum hat zwar immer Saison, im Herbst aber zieht es uns vermehrt hinaus zum Wandern, Schwammerl suchen, Walken oder Spazierengehen. Wälder bieten uns Menschen vielfältige Möglichkeiten der Nutzung und Erholung.

Gesunder Waldspaziergang

Studien belegen, dass die Terpene, welche die Pflanzen zur Kommunikation nutzen, auch auf uns Menschen wirken. Das Herz schlägt messbar ruhiger, auch Blutdruck und der Spiegel von Stresshormonen sinken. Nach einer Stunde im Wald verbessert sich das Immunsystem, Angespanntheit und Erschöpfung weichen positiven Gefühlen. Ärzte in Japan und Südkorea stellen deshalb Rezepte für den Aufenthalt im Wald aus.

Wald als Klimaschützer

Wälder speichern enorme Mengen an CO2. Dieses wird aus der Atmosphäre aufgenommen und im Holz der Bäume ebenso wie im Waldboden gespeichert. In Österreich alleine werden dadurch 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden. Gleichzeitig bietet der Wald vielfältige Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Mit knapp 48 % Waldanteil ist Österreich unter den 5 waldreichsten Ländern der EU. Wir nutzen diesen Reichtum auf vielfältige Weise: als Rohstoff Holz, Filterfunktion für Luft und Wasser oder Schutz vor Lawinen

Klimawandel belastet Wälder

Heimische Wälder sind Luftverunreinigungen, Trockenheit, Schädlingen, extremen Wetterereignissen und anderen Stressfaktoren ausgesetzt. Dadurch leiden Vitalität und Widerstandskraft. Die Vielfalt an Arten und genetischen Variationen ist eine wichtige Voraussetzung, um langfristig Schutz und Erholungsfunktion zu behalten.

Verändert der Mensch durch sein Handeln das Klima oder greift in den Wasser- bzw. Nährstoffhaushalt der Böden ein, reagieren die Wälder oft schneller und mit abweichendem Ergebnis als unter natürlichen Umständen.

Absorbiert eine Waldfläche durch Zuwachs mehr Kohlendioxid als sie durch Nutzung des Holzes, Zersetzung im Boden, Brände etc. „verliert“, ist sie eine Netto-CO2-Senke, das heißt der Wald wird zum Speicher. Das kann sich allerdings auch umkehren, wenn Bäume gerodet oder große Flächen abgebrannt werden. Dann wird aus dem Speicher eine Emissionsquelle für CO2.
Der Schutz der Wälder ist daher sehr wichtig.

Sorgsamer Umgang mit dem Lebensraum Wald

Achten wir bei allen unseren Aktivitäten darauf, dass wir keine Spuren und Rückstände in den Wäldern hinterlassen. Nehmen Sie alles wieder mit, was Sie zum Spaziergang mitgenommen haben. Die Hemmschwelle etwas wegzuwerfen sinkt mit jedem weiteren Stück Abfall am Boden. Wo Dinge herumliegen, werden schnell weitere Dinge weggeworfen.
Glasscherben und Metalldosen bergen die Gefahr von Verletzungen für Menschen und Wildtiere. Glasscherben können durch den Lupeneffekt bei Sonneneinstrahlung Brände verursachen. Das Gleiche gilt für Zigarettenstummel. Das Problem sind hier zusätzlich die giftigen Inhaltsstoffe. Teer, hochgiftiges Nikotin und Schwelrückstände verunreinigen Böden und Grundwasser. Schon eine einzige Kippe kann 40 bis 60 Liter sauberes Wasser verunreinigen.

Do's und Don'ts im Wald

Sammeln von Beeren, Früchten und Pilzen für den Eigenbedarf ist erlaubt, wenn der Grundeigentümer / die Grundeigentümerin es stillschweigend duldet. Unter Eigenbedarf fallen maximal 2 Kilogramm pro Tag. Achten Sie auf Hinweisschilder, Grundbesitzer können das Sammeln verbieten oder einschränken.

Radfahren, Mountainbiken, Reiten erfordert das Einverständnis des Grundbesitzers. Erlaubt ist alles, was man unter „Gehen“ versteht, also auch Klettern, Langlaufen und Skifahren. Das Forstgesetz ermöglicht zwar allen, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten und sich dort aufzuhalten, das generelle Befahren auch mit einem Fahrrad ist aber verboten. Sind Radwege/ Mountainbikestrecken ausgeschildert, bleiben Sie auf diesen Strecken.

Das Entzünden von Feuer ist im Wald verboten. Das gilt auch in Waldnähe, wenn Verhältnisse herrschen, die eine Ausbreitung eines Waldbrandes begünstigen, wie starker Wind oder große Trockenheit.
Rauchen im Freien ist erlaubt, aber es besteht erhöhtes Risiko von Waldbränden durch weggeworfene Zündhölzer oder Zigarettenstummel. Taschen-Aschenbecher machen eine umweltgerechte Entsorgung leicht.

Mehr dazu finden Sie unter:
Naturland NÖ: Naturland NÖ-Knigge

Links:

wir-leben-nachhaltig.at: Nachhaltigkeit
wir-leben-nachhaltig.at: Wandern und Nachhaltigkeit
wir-leben-nachhaltig.at: NÖ wird Plastikfit – Zigarettenstummel
Naturland NÖ: Wert der Natur
Naturland NÖ:  Naturland NÖ-Knigge
Biosphärenpark Wienerwald: Info

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