Virtuelles Wasser sichtbar gemacht

Foto: Wassertropfen, © R. Gottwald-Hofer

Wasser ist das Lebensmittel Nr. 1. Unser Körper besteht zu fast 2/3 aus Wasser und wir können nur wenige Tage ohne zu Trinken überleben. In Österreich beziehen wir unser Trinkwasser zu 50% aus Grundwasserressourcen und zu 50% aus Quellen.

Jede/r von uns verbraucht laut Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus pro Tag etwa 130 Liter vom kostbaren Nass. Dabei wird das meiste Wasser zum Baden oder Duschen, für die Toilettenspülung, für Haushaltsgeräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler, zum Reinigen und zum Kochen benötigt. Getrunken werden nur ein bis zwei Liter davon.

Um dieses kostbare Lebensmittel zu schützen, ist es wichtig, Wasser nicht unnötig zu verschmutzen oder zu verbrauchen.
Oft ist uns gar nicht bewusst, dass viel Wasser auch in alltäglichen Gebrauchsgütern steckt. Dieses versteckte, „virtuelle“ Wasser fällt bei Herstellung, Verarbeitung und Transport an.

Gütererzeugung benötigt Wasser – „Virtuelles Wasser“

Neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Nahrungsmitteln lässt sich der Wasserverbrauch auch für Gebrauchsgüter und Industrieartikel errechnen. Umgerechnet auf den Warenwert gilt die Regel: pro US-Dollar benötigt ein Industrieprodukt aus den USA 100 l, aus Westeuropa 50 l und aus Asien 20 l sogenanntes „virtuelles Wasser“. Das gilt nicht nur für Alltagsprodukte, sondern ebenso für Modeartikel, Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände.

Unser Konsumverhalten hat also nicht nur Auswirkungen auf den weltweiten Ressourcenverbrauch, sondern auch auf das „Lebensmittel Nr. 1“, unser Wasser.

Beispiel Papier

In jedem Blatt Schreibpapier zu 80g stecken 10 Liter Wasser. Wird das Papier aus recyceltem Altpapier hergestellt, sind es nur noch 1,6 Liter.

Beispiel Jeans

Zur Herstellung von Baumwoll-Jeans sind ca. 11.000 Liter „virtuelles“ Wasser pro Kilo Stoff nötig. Ein Großteil davon (85%) entfällt auf die Baumwollproduktion. Allein die Hälfte davon ist zur Bewässerung der Felder in den Anbaugebieten nötig. Der Rest verteilt sich auf Garn- und Stoffproduktion, Färben und Ausrüsten sowie Konfektionierung.

Beispiel Laptop

Allein hinter einem Mikrochip unseres Laptops stecken 32 Liter „virtuelles“ Wasser. Das bedeutet, dass zur Herstellung aller elektronischen Komponenten eines PCs erhebliche Mengen an Wasser bei der Gewinnung der Rohstoffe, Verarbeitung zum Endprodukt und Lieferung zu uns VerbraucherInnen benötigt werden.

Konsumverhalten überdenken

Mit unserem Konsum- und Einkaufsverhalten lässt sich auch viel „Virtuelles Wasser“ einsparen. Ressourcenflüsse müssen transparent verlaufen, um Konsumentinnen und Konsumenten zu informieren, welche Rohstoffe sie direkt oder indirekt verbrauchen. Re-Use und Recycling müssen zukünftig eine noch viel wichtigere Rolle spielen. Fragen Sie beim nächsten Einkauf nicht nur nach dem Preis und dem Energieverbrauch. Mindestens so wichtig sind:

  • die Langlebigkeit
  • die Möglichkeit, Teile austauschen zu können
  • verfügbare Ersatzteile
  • reparierbare Geräte

Wir sind gefordert, respektvoll mit Wasser umzugehen. Es geht um den Schutz und nachhaltigem Gebrauch der Ressource Wasser für zukünftige Generationen.

Tipps zum Wasser sparen

Über einen Wasserhahn, der pro Minute 20 Tropfen verliert, gehen über das ganze Jahr gesehen 5.000 Liter verloren. Mit dieser Wassermenge können Sie eine Badewanne 33 Mal befüllen. Lassen Sie tropfende Hähne daher rasch reparieren.
Drehen Sie den Wasserhahn ab, wenn kein Wasser benötigt wird, beispielsweise während des Zähneputzens.  
Ein Durchflussregler oder Perlator kann bis zu 50 % einsparen. Perlatoren reduzieren den Wasserdurchfluss durch Beimengung von Luft auf 6 bis 8 Liter pro Minute und werden am Wasserhahn einfach aufgeschraubt. Durchflussbegrenzer werden nachträglich bei älteren Duschen zwischen Armatur und Schlauch eingebaut und sparen ca. 12 Liter Wasser pro Tag und Person.
Verwenden Sie die Stopp-Funktion bei der WC-Spülung, so lässt sich viel Wasser sparen.

Tipp gegen Wasserverschmutzung

Speisereste, Medikamente, Öle, Lebensmittel oder andere Abfälle gehören nicht in den Abfluss oder ins WC.

Quellen und Links:

Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: virtuelles Wasser
waterfootprint.org: ökologischer Wasserfußabdruck
Virtuelles Wasser: Jeans & Burger
Wasserfußabdruck: Produktgalerie
Wir-leben-nachhaltig: Earth Overshoot Day
Wir-leben-nachhaltig: Konsum mit Konsequenzen

Der Österreichische Fußabdruckrechner
Ökologischer Fußabdruck
Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus
 

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