SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Logo: SDG 17, © UN & eNu

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor. Diesmal in unserer Reihe:

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

„Der Mensch für sich allein vermag gar wenig und ist ein verlassener Robinson: nur in der Gemeinschaft mit den andern ist und vermag er viel.“ so der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860). Der Dalai Lama (*1935) ist sich ebenfalls sicher: „Mit anderen Menschen zusammen erreichen wir mehr als alleine.“

Die SDGs legen großen Wert auf Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Die Vereinten Nationen haben deshalb das letzte Ziel den Partnerschaften gewidmet und folgende Unterziele in der Agenda 2030 verankert:

  • Einheimische Ressourcen verstärkt mobilisieren
  • Versprochene 0,7 % des Bruttonationaleinkommens von entwickelten Ländern für öffentliche Entwicklungshilfe einhalten
  • Zusätzliche finanzielle Mittel für Entwicklungsländer mobilisieren
  • Entwicklungsländer beim Thema Schulden beratend unterstützen
  • Wissens- und Technologietransfer in Entwicklungsländer verstärken
  • Kapazitätsaufbau in den Entwicklungsländern forcieren
  • Ein universales, regelgestütztes, offenes, nicht diskriminierendes und gerechtes multilaterales Handelssystem fördern
  • Politikkohärenz zugunsten nachhaltiger Entwicklung verbessern
  • Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen

Bisherige Entwicklung

Nach einem Maximum an öffentlicher Entwicklungshilfe im Jahr 2016 sanken die Zahlen ab 2017. Im Jahr 2018 waren es 149 Milliarden US Dollar. Grund für die Reduktion war die Aufnahme von Flüchtlingen in den Geberländern. Zwischenstaatliche Projekte, Programme und technische Hilfen, die über die Hälfte der öffentlichen Entwicklungshilfe ausmachen, stiegen von 2017 bis 2018 um 1,3 % an. Humanitäre Hilfe ging um 8 % zurück.

Die entwickelten Länder hinken ihrem Ziel 0,7 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) für die Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen, stark hinterher. 2015 wurden nur 0,30 % und 2016 nur 0,32 % davon zur Verfügung gestellt. Dieser Wert fiel erneut auf 0,31 % im Jahr 2017.

Österreich ist mit einer durchschnittlichen Ausgabe von 0,33 % des BNE für die öffentliche Entwicklungshilfe in den Jahren 2013-2017 nur sehr knapp über dem Durchschnitt. 2016 erreichte Österreich ein Maximum von 0,42 %, da auch Ausgaben für AsylwerberInnen als öffentliche Entwicklungshilfe angerechnet werden dürften. 2017 wurden hingegen nur 0,35 % des BNE für die öffentliche Entwicklungshilfe ausgegeben. Im Jahr 2019 sollen 0,40 % des BNE erreicht werden.

WIR TUN WAS

Name: Philipp Schober
Alter: 29 Jahre
Beruf: Raumplaner

Es gibt Probleme, die sich durch lokale oder regionale Maßnahmen von einzelnen Ländern lösen lassen. Es gibt aber auch Probleme, die nicht von einem Land alleine gelöst werden können, sondern zu deren Lösung jedes Land beitragen muss.
Das größte globale Problem dieser Art ist derzeit der Klimawandel. Er findet überall statt, in unterschiedlichem Maße leiden alle darunter und alle tragen dazu bei. Ein Land alleine kann – auch bei noch so ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen – nichts dagegen ausrichten und bleibt davon auch nicht verschont. Zur Lösung solcher Probleme braucht es globale Partnerschaften. Die SDGs bieten hier in Ziel Nr. 17 Lösungsansätze, um Probleme dieser Dimension zu meistern.

Auch die Entwicklungszusammenarbeit hat in diesem Zusammenhang auf eine nachhaltige Perspektive zu achten. Ohne diese Zusammenarbeit wird es immer unfaire Verhältnisse und VerliererInnen auf allen Ebenen geben. Die globale Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern ist meiner Meinung nach enorm wichtig und verdeutlicht, wie wichtig es ist, global zu denken und lokal zu handeln.

Damit die SDGs nicht nur hohle Phrasen bleiben, bedarf es neben der Anerkennung und dem Beschluss durch die UNO-Mitgliedsstaaten jetzt einer konsequenten Umsetzung. Diese muss durch die Zivilgesellschaft von ihren politischen VertreterInnen, die geeignete Rahmenbedingungen schaffen müssen, eingefordert werden.

Auch ich versuche im persönlichen Lebensumfeld die SDGs vorzuleben. Nur so kann komplexen Zusammenhängen wie z.B. dem Klimawandel gemeinsam entgegengetreten werden. Diese Partnerschaften, die eine positive und nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben, stärken gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und können ein „gutes Leben“ für alle Menschen ermöglichen.

Was kann ICH tun?

Aber was kann ICH persönlich nun zum SDG „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ beitragen?

Kleine Maßnahmen – große Wirkung!

  • Sich in zivilgesellschaftlichen Organisationen engagieren und damit die Macht der
  • Zivilgesellschaft bei der Zielerreichung stärken.
  • Sich in Nichtregierungsorganisationen (NGOs) engagieren und damit die Entwicklungsarbeit dieser unterstützen.
  • Als ausgebildete Fachkraft in einem Entwicklungsland arbeiten und damit aktiv zum Wissens- und Technologietransfer beitragen.
  •  …

Schreiben Sie uns, was Sie beitragen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Quellen & weiterführende Informationen:

UN: Indikatoren-Website der UN
Bundesministerium für Finanzen: Budgetbeilagen 2018/2019: Beilage Entwicklungszusammenarbeit
wir-leben-nachhaltig.at: SDGs - Sustainable Development Goals
Austrian Development Agency
Klimabündnis NÖ
Globale Verantwortung
Österreichische Entwicklungsbank (OeEB)
Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres: Entwicklungspolitik und –zusammenarbeit

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