SDG 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Logo SDG 12, © UN & eNu

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor. Diesmal in unserer Reihe:

SDG 12 – Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Mahatma Gandhi

Weltweit wird laufend mehr Primärmaterial zur Erfüllung der Konsumbedürfnisse der Menschen benötigt. In beinahe allen Staaten der Welt erhöhte sich im Zeitraum zwischen dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2010 der Bedarf.

Um die Bedürfnisse der steigenden Weltbevölkerung auch weiterhin gut und nachhaltig decken zu können sind unter anderem Effizienz, Ressourcenschonung und die Verringerung der Verschwendung von großer Bedeutung. In der Agenda 2030 sind deshalb folgende Unterziele verankert:

  • Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
  • Natürliche Ressourcen effizient und nachhaltig nutzen
  • Nahrungsmittelverschwendung und Ernteverluste verringern
  • Umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und Abfällen garantieren
  • Abfallaufkommen verringern
  • (Große) Unternehmen zur Nachhaltigkeit motivieren
  • Öffentliche Beschaffung nachhaltig gestalten
  • Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei allen Menschen verankern
  • Marktverzerrungen, aufgrund ineffizienter Subventionierung fossiler Brennstoffe, beseitigen

Bisherige Entwicklung

Der Material-Fußabdruck – das für die Erfüllung der Konsumbedürfnisse benötigte Primärmaterial –stieg von 8,4 Tonnen pro Kopf im Jahr 2000 auf 11,4 Tonnen pro Kopf im Jahr 2017. Global gesehen gibt es hier eine große Bandbreite zwischen 2,7 Tonnen pro Kopf in Afrika südlich der Sahara und 40 Tonnen pro Kopf in Australien und Neuseeland (im Jahr 2017).

Der Materialverbrauch in Österreich liegt auch auf einem sehr hohen Niveau und steigt noch immer. Von 2013 bis 2016 ist er von 175 Millionen Tonnen auf 180 Millionen Tonnen (20,7 Tonnen pro Kopf) gestiegen.

WIR TUN WAS

Theresa Werner, 23 Jahre, Studentin (Universität für Bodenkultur Wien, Bachelor Umwelt- und Bioressourcenmanagement)
Das 12. Ziel der SDGs - „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“ - thematisiert unter anderem Punkte wie die Verringerung der weltweiten Nahrungsmittelverschwendung und die Verminderung des Abfallaufkommens, die mir persönlich ein großes Anliegen sind.

Ich bin wirklich schockiert, wenn mir Bilder von Müllcontainern zu Gesicht kommen, die randvoll mit Obst und Gemüse sind, da diese wegen Dellen oder Verfärbungen nicht verkauft wurden. Gleichzeitig müssen jedoch Menschen Hunger leiden, denen mit diesen sehr wohl genießbaren Nahrungsmitteln extrem geholfen wäre. Diese Art der Verschwendung finde ich aus diesem Grund absolut unnötig und unfair.

Ein weiteres großes Problem sehe ich in der Umweltverschmutzung durch die jährlich ansteigenden Mengen an Abfall. Dabei können wir schon durch kleine Entscheidungen im täglichen Leben positiv zur Abfallverminderung beitragen. Beispielsweise achte ich beim Lebensmitteleinkauf darauf, auf Plastikverpackungen bei Gemüse und Obst zu verzichten und stattdessen die Lebensmittel lose zu kaufen – waschen muss man sie so oder so. Zudem kommt das meiste Gemüse und Obst ohnehin in einer eigenen „Verpackung“. Um ein Beispiel zu nennen: Es ist nicht notwendig eine bereits in Plastik verpackte Gurke zu kaufen, denn waschen bzw. schälen sollte man sie ohnehin. Es wäre umweltfreundlicher und für einen selbst einfacher (weil man das Plastik anschließend auch nicht entsorgen muss), die Gurken lose und ohne Verpackung zu kaufen. Den gesamten Einkauf kann man anschließend in wiederverwendbaren Taschen oder Körben nach Hause transportieren. Beginnt man auf diese kleinen Dinge zu achten, werden einem im alltäglichen Leben noch viele weitere Möglichkeiten bewusst, wie man selbst seinen Beitrag zur Abfallreduzierung – und als Resultat – zur Erreichung der Sustainable Development Goals leisten kann.

Was kann ICH tun?

Aber was kann ICH persönlich nun zum SDG „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ beitragen?
Kleine Maßnahmen – große Wirkung!

  • Beim eigenen Konsum zwischen Bedürfnis und Bedarf unterscheiden und damit Ressourcen einsparen.
  • Das eigene Mobilitätsverhalten auf Nachhaltigkeit überprüfen (z.B.: zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren, öffentliche Verkehrsmittel nutzen und Flugreisen vermeiden) und damit den CO2 Ausstoß gering halten.
  • Beim Einkauf auf umwelt-und sozialverträgliche Gütesiegel achten, unverpackte Produkte bevorzugen und damit Verpackungsmüll vermeiden.
  • Keine noch verwertbaren Lebensmittel wegwerfen und so wertvolle Ressourcen sparen.
  • Kaputt gegangene Dinge reparieren oder upcyceln, oder sie schlussendlich dem Recycling zuführen und damit den Primärressourceneinsatz reduzieren.
  • Umweltverträgliche, zertifizierte Reinigungsmittel bevorzugen und starke Chemikalien vermeiden um so die negativen Umweltauswirkungen gering zu halten.
  • Anderen Menschen von den Vorteilen eines nachhaltigen Lebensstils erzählen und sie damit zum nachhaltigeren Handeln motivieren.
  •  …

WIR TUN WAS

Alltagstaugliche Tipps, wie Sie zur Erreichung des Zieles „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“ beitragen können, finden Sie auf unserer Webseite.

Schreiben Sie uns, wie Sie den Konsum nachhaltig gestalten. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

Testen Sie ihr Wissen!

Um beim Einkauf auf umwelt-und sozialverträgliche Gütesiegel zu achten, müssen Sie einige Gütezeichen auf den Produkten kennen?

Wie viele Gütezeichen kennen Sie? Sind Sie eher ein Faultier, eine Ameisen, ein Papagei oder etwas der Löwe, der König des Dschungels.
Testen Sie ihr Wissen im Gütezeichen-Dschungel.

Weiterführende Informationen:

wir-leben-nachhaltig.at: SDGs - Sustainable Development Goals
wir-leben-nachhaltig.blog: SDG 2 – Kein Hunger
Nachhaltiges Beschaffungsservice für Gemeinden und Dienststellen des Landes: Nachhaltige Beschaffung

Quellen:

Indikatoren-Website der UN
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017

Zurück zur Übersicht