SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Foto: Logo SDG 11, © UN & eNu

Die SDGs (Sustainable Development Goals) wurden 2015 von den Vereinten Nationen (193 Mitgliedsstaaten) in der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ als Fortführung der MDGs (Millennium Development Goals) beschlossen. Die 17 Ziele sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt beitragen.
wir-leben-nachhaltig möchte auf diese globalen Probleme aufmerksam machen, interessante Informationen darstellen und zeigen, welche Möglichkeiten jede/r hat, um mit kleinen Aktionen zur Zielerreichung beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir monatlich eines der 17 Ziele vor. Diesmal in unserer Reihe:

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.

Österreich ist Europameister, wenn es um die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Kilometer pro Person geht. Im Schnitt legt jede/r ÖsterreicherIn jährlich 3.405 km mit Bahn, Bus und sonstigen Öffis zurück. Damit übertrifft Österreich den EU-Durchschnitt um rund 60 %.

Ein gut ausgebautes öffentliches Nah- und Fernverkehrsnetz, sowie angemessene Taktung und Fahrpreise unterstützen den Umstieg vom Auto auf die Öffis. Dadurch wird nicht nur der CO2 Ausstoß verringert, sondern es steigt unter anderem auch die Luftqualität.

Nachhaltige Städte und Gemeinden zeichnen sich noch durch wesentlich mehr Kriterien aus. Deshalb sind in der Agenda 2030 folgende Unterziele verankert:

  • Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum für alle sicherstellen
  • Zugang zu sicherem, bezahlbarem, zugänglichem und nachhaltigem Verkehrssystem für alle ermöglichen
  • Sicherheit im Straßenverkehr durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs verbessern
  • Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten
  • Weltkultur- und Naturerbe bewahren und schützen
  • Todesfälle und wirtschaftliche Verluste durch Katastrophen reduzieren
  • Von Städten ausgehende Umweltbelastungen (Luftverschmutzung, Abfallbehandlung) reduzieren
  • Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle gewährleisten

Bisherige Entwicklung

Die weltweite Luftverschmutzung in den Städten ist erschreckend: Nur in 10 % der Städte erreicht die Luft eine Qualität, die gemäß WHO Luftqualitätsrichtlinie als saubere Luft eingestuft werden kann. Dabei ist der Anteil in Europa und Nordamerika mit 40 % noch relativ hoch im Vergleich zu Asien, wo in keiner einzigen Stadt diese Luftqualität erreicht wird.

Ein anderes Kennzeichen für nachhaltige Städte und Gemeinden sind qualitativ hochwertige Wohnmöglichkeiten. Leider gibt es auch In Österreich noch immer Wohnungen, die einen sehr schlechten Wohnstandard aufweisen und somit mindestens zwei der folgenden vier Kriterien entsprechen:

  • weder Badezimmer noch Dusche in der Wohnung,
  • keine Toilette in der Wohnung,
  • Probleme durch feuchte Wände oder Fußböden, Fäulnis in Fensterrahmen oder Fußböden, undichtes Dach,
  • Probleme durch dunkle Räume.

Der Anteil der österreichischen Bevölkerung mit sehr schlechtem Wohnstandard schwankt auf niedrigem Niveau. Er sank seit 2008 leicht, stieg aber zuletzt wieder an (von 3,5% auf 2% und zuletzt auf 3% laut Statistik Austria). Diese Größenordnungen können aber auch auf Stichprobeneffekte zurückzuführen sein.

WIR TUN WAS

Patrick Haslinger, 26 Jahre
Technischer Angestellter bei einem privaten Energieversorgungsunternehmen; berufsbegleitendes Bachelorstudium Energie- und Umweltmanagement.

Die UN Nachhaltigkeitsziele stellen einen wichtigen globalen Konsens dar, eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entwicklung zu forcieren.
Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten – mit steigender Tendenz. Gerade deswegen ist das elfte Nachhaltigkeitsziel – nachhaltige Städte und Gemeinden – besonders wichtig.

Um in der Zukunft in nachhaltigen Städten leben und arbeiten zu können, sind Überlegungen in der Stadtentwicklung und Raumplanung bereits heute zu treffen.

Meiner Meinung nach haben nachhaltige Städte ein gut ausgebautes Öffi-Netz und Radverkehrswegenetz, um Staus zu den Stoßzeiten und den damit einhergehenden Ausstoß von Luftschadstoffen zu vermeiden. Ein weiterer Aspekt ist die Gewährleistung uneingeschränkter Mobilität für alle Personen.

Ich denke, die Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromgewinnung, in der Raumwärme und in der E-Mobilität ist ebenso wichtig wie leistbares Wohnen, Bildung und medizinische Versorgung.

Beinahe alle Maßnahmen können sowohl in einer Millionenstadt als auch in einer kleineren Gemeinde umgesetzt werden. Es liegt an uns, die Zukunft zu gestalten, nutzen wir diese Möglichkeit.

Was kann ICH tun?

Aber was kann ICH persönlich nun zum SDG „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ beitragen?

Kleine Maßnahmen – große Wirkung!

  • Für kurze Strecken das eigene Fahrrad oder Fahrrad-Verleihsysteme wie beispielsweise nextbike nutzen und damit (im bebauten Gebiet) umweltfreundlich mobil sein.
  • Vom Auto auf den öffentlichen Verkehr umsteigen und damit zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.
  • Autos mit alternativen Antriebsmöglichkeiten, wie zum Beispiel elektrische Energie, bevorzugen und damit den Schadstoffausstoß verringern.
  • Sich bei BürgerInnenbeteiligungsprozessen zur Stadtentwicklung engagieren und damit eine nachhaltige, sichere und inklusive Gestaltung forcieren.

Weiterführende Informationen:

wir-leben-nachhaltig: SDGs - Sustainable Development Goals

Quellen & Links:

VCÖ: Analyse der öffentlich zurückgelegten Kilometer
Statistik Austria: Wie geht’s Österreich? Kurzfassung und Sonderkapitel UN Agenda 2030, 2017
UN: Indikatoren-Website der UN 2017
UN: Indikatoren-Website der UN 2018

 

Zurück zur Übersicht