Räuchern mit Harz und heimischen Kräutern

Foto: Räuchern mit Stövchen,© R. Burger, eNu; redcollegiya, fotolia.com

Ein beliebter Weihnachtsbrauch ist das Räuchern mit Harzen, Hölzern, Rinden oder Kräutern. Sehr beliebt ist Weihrauch – aber es gibt auch nachhaltigere, heimische Alternativen.  

Heimische Pflanzen sind nachhaltiger

Weihrauch ist beliebt, legt aber eine weite Reise zurück – denn er kommt meist aus Äthiopien, dem Horn von Afrika oder Indien. Nachhaltiger ist das Räuchern heimischer Pflanzen. Am besten im Sommer Kräuter sammeln und zum Trocknen aufhängen, um sie dann im Winter zu nutzen.

Beifuß – besonders gut geeignet

Eines der wichtigsten heimischen Räucherkräuter ist der Beifuß. Er wächst fast überall und kann auch ohne Räucherkohle verbrannt werden. Auch Salbei, getrocknet aus dem Küchengarten, kann ganz einfach ohne Kohle oder Stövchen verräuchert werden. Weitere heimische Pflanzen, die sich zum Räuchern eignen sind: Holunder, Eisenkraut, Minze, Rose, Lavendel, Schafgarbe oder Wacholder.

Natürliches Räucherwerk

Geräuchert wird mit Harzen, Hölzern, Rinden oder Kräutern, welche beim Verkohlen oder über einer Flamme verschiedene Duft- und Wirkstoffe freisetzen. Am bekanntesten ist der Weihrauch, der, wie viele Kräuter und Baumharze nicht nur einen besonderen Duft verströmt, sondern auch eine desinfizierende Wirkung besitzt.

Räuchern mit Kohle, Kessel oder Schale

Besonders Harze, wie Weihrauch oder Fichtenharz, werden auf glühender Kohle verräuchert. Diese wird in eine feuerfeste Schale mit Sand gelegt. Der Sand dient zur besseren Verteilung der Hitze und hält die Glut länger. Vorteil dieser Variante ist die gute Hitzeverteilung, Nachteile sind die längere Vorbereitungszeit mit dem Anzünden der Kohlestücke und die Brandgefahr.

Schonend Räuchern mit Stövchen

Ein Räuchersieb verwandelt eine vorhandene Aromalampe in ein Räuchergefäß. Die Hitze eines Teelichtes reicht aus. Diese sanftere Methode eignet sich für diverse Kräuter sehr gut. Vorteil ist die leichte Handhabung und Reinigung (Geschirrspüler). Es gibt auch Räucherstövchen mit Siebaufsatz bzw. höhenverstellbarem Räuchersiebhalter.

Lange Tradition

In allen Hochkulturen wird seit Jahrtausenden geräuchert. Neben religiösen und mystischen Zwecken waren es auch reinigende und heilende Rituale. So brannten beispielsweise während der Pestzeiten Wacholderfeuer, um die Luft zu reinigen. Räuchern hat bis heute Tradition. Vor allem das Räuchern mit Kräutern wird verstärkt wiederentdeckt. Im religiösen Kontext ist der Weihrauch am bekanntesten. Zu den Festen im Jahreskreis, vor allem in den Raunächten von Weihachten bis zum Dreikönigsfest wird geräuchert.

Links:

wir-leben-nachhaltig: Kräutergarten
wir-leben-nachhaltig: Ätherische Öle einkaufen
wir-leben-nachhaltig: Ätherische Öle anwenden
NÖ Volkskultur: Räuchern
NÖ Landesmuseum: Räuchern
NÖ Landesmuseum: Bräuche der Advent- und Weihnachtszeit
eNu: Enugerl

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