Kennen Sie die Biodiversität?

Foto: Blumenwiese, © R. Burger

Am 5 Juni ist Weltumwelttag. Im Jahr 2020 dreht sich alles um das Thema Biodiversität - ein Anliegen, das sowohl dringend, als auch existenziell ist.

Der Weltumwelttag wurde im Jahr 1974 von den Vereinten Nationen zur Förderung des weltweiten Bewusstseins und Handelns zum Schutz unserer Umwelt ins Leben gerufen.

Wissenswertes zur Biodiversität

Frage 1: Was bedeutet der Begriff Biodiversität?
A - Vielfalt des Lebens
B - Buntheit
C – Biologische Lebensmittel

Richtige Antwort: A
Das Wort "Bios" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "das Leben". Aus dem Lateinischen stammt „Diversitas“ was "Vielfalt, Vielfältigkeit" bedeutet. Im Begriff "Biodiversität" sind diese Beiden vereint und bedeuten demgemäß die „Vielfalt des Lebens“. Biodiversität umfasst alle Arten und Organisationsstufen von Lebewesen, deren genetische Vielfalt, die Vielfalt von Ökosystemen (Lebensräumen) sowie die in diesen Systemen wirkenden Prozesse.

Frage 2: Tier- und Pflanzenarten die ausschließlich in einem bestimmten Gebiet vorkommen, nennt man:
A - elliptisch
B – endemisch
C – exotisch

Richtige Antwort: B
Der Begriff endemisch bezeichnet ein ausschließliches Vorkommen von Pflanzen oder Tieren in einem begrenzten Gebiet. Diese Arten haben also nur eine beschränkte Verbreitung. Die meisten endemischen Tierarten sind Wirbellose (Käfer, Schnecken, Spinnen)

Frage 3: Es gibt eine Säugetierart, die nur in Österreich vorkommt. Das ist:
A - das Mauswiesel
B - die Bayrische Kurzohrmaus
C - das Kleine Mausohr

Richtige Antwort: B
581 Tier- und 167 Pflanzenarten sind in Österreich endemisch (kommen ausschließlich hier vor). Die meisten österreichischen Endemiten gibt es unter den Wirbellosen (174 Käfer, 80 Schnecken und 46 Spinnen). Es finden sich darunter auch Wirbeltiere: sechs Fischarten und die Bayerische Kurzohrmaus.
Die Art lebt in den Nördlichen Kalkalpen und ist dort nur von zwei Fundorten bekannt. Ein Fundort liegt im Rofan, einem Teil der Brandenberger Alpen im Norden von Tirol. Der zweite befand sich in Bayern in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dort wurde die Bayerische Kurzohrmaus aber seit 1962 nicht mehr gesichtet und gilt für ganz Deutschland als ausgestorben oder verschollen.

Frage 4: Wie viele Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich in Niederösterreich vor?
A – 109
B – 209
C – 500

Richtige Antwort: B
Bedingt durch das Zusammentreffen aller drei österreichischen Großlandschaften – Alpen, Böhmischer Masse und Ausläufer der Pannonischen Ebene und von vier Klimaregionen (alpin, atlantisch, pannonisch und illyrisch) weist Niederösterreich die größte Vielfalt an Arten und Lebensräumen aller Bundesländer auf. 209 Tier- und Pflanzenarten kommen

Frage 5: Wie viele Wildbienenarten gibt es in Niederösterreich?
A – 200
B – 400
C – 600

Richtige Antwort: C
Vielfältige Ökosysteme sind abhängig von Bestäubern. Ohne Bienen keine Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab. Neben der Honigbiene (Apis mellifera) gibt es, alleine in Europa, mehrere hundert Wildbienenarten. In Österreich sind 696 Arten von Wildbienen nachgewiesen. Mit über 600 verschiedenen Arten hat Niederösterreich die höchste Wildbienen-Diversität aller mitteleuropäischen Länder. Die Größen variieren zwischen 4 Millimeter für die kleinste heimische Art, die Steppenbiene, und bis zu 30 Millimeter für die blau schillernde Holzbiene.

Frage 6: Vögel, Insekten und sogar kleine Nagetiere sind häufige Bestäuber von Pflanzen. Aber es gibt auch einige sehr große Tiere die Pflanzen bestäuben.
Welches ist das größte Tier, das Blüten bestäubt?

A – die Hornisse
B – der Schwarzweiße Vari
C – der Indische Riesenflughund

Richtige Antwort: B
Der Schwarzweiße Vari (Varecia variegata) ist eine auf Madagaskar lebende Lemurenart. Die Tiere mit bis zu 4 kg sind die größten Bestäuber der Welt.

Frage 7: Wie viel Prozent der Landfläche unseres Planeten sind von Wäldern bedeckt?
A - 25%
B - 30%
C - 40%

Richtige Antwort: B
Wälder nehmen rund 30% der Erdoberfläche ein, beherbergen darin mehr als 80% aller terrestrischen Tier-, Pflanzen- und Insektenarten und dienen mehr als einem Viertel der Weltbevölkerung als Lebensgrundlage.
Weltweit schreitet die Entwaldung jedoch mit alarmierender Geschwindigkeit voran. Jedes Jahr werden 7 Millionen Hektar Wald zerstört - eine Fläche von ungefähr der Größe Portugals.

Frage 8: Was sind Diatomeen?
A - Mikroskopische Algen
B - Versteinerte Ablagerungen
C - Seltene Nachtfalter

Richtige Antwort: A
Diatomeen (Kieselalgen) sind mikroskopisch große Algen, die in den Ozeanen, im Süßwasser aber auch in der Erde vorkommen. Ihre verzierten Zellwände bestehen aus Kieselsäure - der gleichen Verbindung, die bei der Herstellung von Glas verwendet wird. Durch die Photosynthese produzieren Kieselalgen ungefähr zwischen 20 und 40 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen.

Frage 9: Was ist die wichtigste Ursache für den Rückgang an Tier- und Pflanzenarten?
A – Lebensraumverlust
B – Klimawandel
C – Jagd, Wilderei und Handel

Richtige Antwort: A
Laut Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES sind etwa eine Million von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Eine der wichtigen Ursachen ist der Verlust an vielfältig strukturierter Landschaft und damit der massive Verlust an Lebensraum für die biologische Vielfalt.
Die Roten Listen werden immer länger und innerhalb nur weniger Jahrzehnte gingen 75% der Arten verloren. Das Artensterben ist auch in Schutzgebieten zu beobachten. Betroffen sind nicht nur die Zahlen der Arten, sondern auch die der Individuen, was schwere Folgen für das Ökosystem hat.

Frage 10: Von all den Arten, die auf unserer Erde leben, haben wir wie viele gefunden und identifiziert?
A - 10%
B - 40%
C - 60%

Richtige Antwort: A
Von den geschätzten 8 Millionen Arten auf dem Planeten haben wir nicht mehr als eine von zehn identifiziert. Jede Art trägt auf ihre Weise zum Ökosystem bei, oft in einer Art, die wir vielleicht gar nicht sehen. Vögel fliegen tausende von Kilometern und verteilen Samen, die es den Wäldern ermöglichen, unzählige Nahrungsquellen bereitzustellen. Viele Baumarten keimen durch das Verdauungssystem von Elefanten. Schuppentiere belüften den Boden, erhalten so die Bodengesundheit und fressen täglich bis zu 20.000 Ameisen und Termiten.

Die Vielfalt ist bedroht

Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind heute vom Aussterben bedroht, mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Dieser Weltumwelttag ruft uns ins Bewusstsein, wie alle Lebewesen auf der Erde verbunden sind im Netz des Lebens. Die Nahrung, die wir essen, die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken, und das Klima, das unseren Planeten bewohnbar macht, stammen alle aus der Natur. Um für uns selbst zu sorgen, müssen wir uns um die Natur kümmern.

“This World Environment Day, it’s Time for Nature.”

Links:

Weltumwelttag 2020
Weltumwelttag 2020 Biodiversitätsquiz
Österreichische Akademie der Wissenschaften: Verlust der Artenvielfalt in Österreich
Biodiversität in Österreich
Naturland NÖ: Biodiversität
Bayerische Kurzohrmaus