Gemeinsam gegen Einweg-Plastik

Foto: PET Flaschen, © A. Haiden, bmnt

Plastik ist leicht, billig, praktisch und langlebig. Vor allem letztere Eigenschaft ist ein massives Problem für unsere Umwelt, wenn nicht richtig entsorgt oder recycled wird. Die Herausforderung: Kunststoff zersetzt sich nicht, sondern zerfällt in immer kleinere Teilchen. Mittlerweile wurde Mikroplastik in den entlegendsten Teilen der Erde und auch in den Körpern von Menschen und Tieren nachgewiesen.

Die weltweite Plastikproduktion ist innerhalb der letzten 75 Jahre um fast 20.000 % gestiegen. Wenn wir keine Alternativen anbieten, werden wir im Jahr 2050 weltweit unglaubliche 1.000 Mio. t Plastik produzieren.
In Österreich fallen pro Jahr rund 900.000t Kunststoffabfälle an. Diese werden zu 71% thermisch verwertet. Rund 28% werden recycled und ein Prozent wird mit sonstigen Abfällen deponiert, sofern Kunststoff anhaftet. Damit sind wir in Österreich bereits gut unterwegs, allerdings gilt es noch stärker beim Vermeiden anzusetzen.

Produktion eindämmen, Alternativen nutzen

Europa nimmt sich besonders jener 10 Einwegplastikartikeln an, die an europäischen Stränden an häufigsten gefunden werden. Zudem wird deren Produktion verboten, wenn erschwingliche Alternativen zur Verfügung stehen. Im Dezember 2018 haben die EU-Umweltminister deshalb entsprechende Maßnahmen gesetzt. Die EU-Staaten haben zwei Jahre Zeit, um sie in nationales Recht umzusetzen. Österreich hat als drittes EU-Land zusätzlich ein Verbot von Kunststoff-Plastiktaschen ab 2020 beschlossen.

Wie sieht der Weg zur Vermeidung von Einwegplastik aus?

  • Einwegbesteck, Geschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Luftballonstäbe müssen vollständig aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden.
  • Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus aufgeschäumten Kunststoffen (Polystyrol), wie sie öfters beim sogenannten To-Go-Kauf (der klassische Einweg-Cafebecher) benutzt werden, sollen verboten werden.
  • Bei Einweg-Getränkeflaschen aus Plastik ist bis 2025 eine Sammelquote von 90 % angestrebt. Dies soll über z.B. Pfandsysteme gelöst werden. Einweggetränkebehälter sollen nur dann zugelassen werden, wenn ihre Deckel und Verschlüsse an ihnen befestigt sind.
  • Auch Abfällen von Tabakerzeugnisse wie Filter von Zigarettenstummeln, Feuchttüchern oder leichte Kunststoff-Tragetaschen tritt man entgegen.
  • Auf bestimmten Einweg-Produkten, mit einem gewissen Kunststoffanteil, muss auf negative Umweltauswirkungen hingewiesen werden. Davon betroffen sind etwa Hygieneeinlagen, Trinkbecher oder Feuchttücher.

Gemeinsam gegen Einweg-Plastik- eine Kooperation in Niederösterreich

Das Land Niederösterreich startet gemeinsam mit den NÖ Umweltverbänden und der Energie- und Umweltagentur NÖ einen Schwerpunkt zum Thema Einweg-Plastikvermeidung.

Das Nachhaltige Beschaffungsservice NÖ erarbeitet gerade ein Unterstützungsangebot für die „Einweg-Plastik freien“ Gemeinden. Auf wir-leben-nachhaltig.at werden die aktuellen Lösungsansätze zum nachhaltigen Umgang mit Kunstoffen in Niederösterreich, Österreich und der EU vorgestellt und monatlich Informationen zum Einweg-Plastik freien Alltag bereitgestellt.

Schauen Sie vorbei und machen Sie mit bei unserer Aktion.

Quellen und Links:  

Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus: Arbeitsprogramm Umwelt
Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus: Plastiksackerl-Verbot
Bundeskanzleramt: Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung zur Reduktion von Plastikabfällen in Österreich
Land Niederösterreich: Kontakt Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft
Land Niederösterreich: Abfallwirtschaftsplan
Die NÖ Umweltverbände
EU- Informationen: Plastikstrategie
EU: Plastik-Factsheet AT
 

 

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