Erdüberlastungstag -"Earth Overshoot Day" 2018

Foto: Grafik Overshootday, © R.Burger, eNu

Wie viele Ressourcen die Menschheit verbraucht und wo die ökologischen Grenzen unseres Planeten liegen, verdeutlicht uns alljährlich der Earth Overshoot Day.
Mit dem 1. August dieses Jahres überschreiten bzw. überschießen (overshoot) wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Die Menschheit hat dann soviel Natur verbraucht, wie die Erde in einem Jahr regenerieren kann.

Leben auf Kredit

Wir nutzen mehr an natürlichen Ressourcen durch Überfischung, Rodung und CO2-Ausstoß in die Atmosphäre als nachproduziert wird. Die Konsequenzen dieser „Über-Nutzung“ sind ein Rückgang an Biodiversität, leergefischte Meere, Erosion von fruchtbarem Boden und Klimawandel samt Folgeschäden.
War am ersten dokumentierten Earth Overshoot Day 1987 das Datum, an dem die Ressourcen der Erde aufgebraucht waren, der 19. Dezember, so rückte dieser Tag 1995 schon auf den 21. November. Die Abstände verkürzten sich rasant, denn 2008 fiel der Overshoot Day schon auf den 23. September. Seit 2012 befinden wir uns mit unserem übermäßigen Ressourcenverbrauch im August. Im Jahr 2015 fiel dieser Tag auf den 13. August. Letztes Jahr war es schon der 2. August. Den Rest des Jahres leben wir daher quasi auf Kredit. Bezahlen werden diese Rechnungen unsere Nachkommen mit Klimaveränderungen und den Folgen für Natur und Mensch.

Überlastungstage der einzelnen Länder unterschiedlich

Jedes Land der Erde hat seinen eigenen Overshoot-Day. Errechnet aus dem nationalen Ressourcenverbrauch ergeben sich folgende Tage für 2018:
9. Februar in Katar
15. März in den USA
2. Mai in Deutschland
19. Juli in Brasilien
14. Oktober in Albanien
6. November in Ägypten
Österreich hat seine Ressourcen heuer schon am 15. April 2018 verbraucht.

Übernutzung sichtbar machen

Die Idee, den übermäßigen Verbrauch der planetaren Ressourcen in anschaulicher Form zu präsentieren, stammt von Andrew Simms, einem Mitglied der britischen New Economics Foundation. Für die Berechnung des Earth Overshoot Day ist das Globale Footprint Netzwerk verantwortlich. Diese internationale Denkfabrik (Thinktank) koordiniert die Forschung, entwickelt methodische Standards und bereitet die Grundlagen für EntscheidungsträgerInnen auf. Seit 2007 ist auch der WWF International eingebunden.
Um den genauen Tag für jedes Jahr zu bestimmen, wird die Anzahl der Tage errechnet, an denen die Biokapazität der Erde ausreicht, den Bedarf der Menschheit zu decken. Der Rest ist der Globale „Overshoot“.

Besorgniserregender Rohstoffverbrauch

Nach aktuellen Meldungen der Unep (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) hat sich der globale Rohstoffverbrauch in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht. Die Weltbevölkerung hat sich aber nicht einmal verdoppelt. Auf die Industrieländer fällt dabei der höchste Konsum. Mit dem hohen Ressourcenverbrauch gehen neben Umweltverschmutzung auch Gesundheitsprobleme und Menschenrechtsverletzungen einher. Pro Kopf verbrauchen allein wir Europäerinnen und Europäer mit 20 bis 30 Tonnen jährlich zehn Mal so viele Rohstoffe wie Menschen in Afrika oder Asien. Unsere Rohstoffe beziehen wir aber zu einem großen Teil aus eben jenen Weltregionen. Dadurch verschärfen wir Umweltprobleme wie Klimawandel, Entwaldung oder Wasserknappheit. Besonders abhängig sind wir bei fossilen Energieträgern und metallischen Rohstoffen. Um diesem Trend entgegen zu steuern, werden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder Rohstoffwiederverwertung gesetzt. Recycling muss zukünftig eine noch viel wichtigere Rolle spielen. Ressourcenflüsse müssen transparent verlaufen, um KonsumentInnen zu informieren, welche Rohstoffe sie direkt oder indirekt verbrauchen.

Gegensteuern ist das Gebot der Stunde

Starten Sie gleich heute anlässlich des Earth Overshoot Day.

Links:

Footprint.at: Overshoot Day Österreich
Overshootday.org: Länder-Overshoot Tage, Infos zum Earth Overshoot Day
Das Footprint Netzwerk: Ökologischer Fußabdruck
WU: Globale Material Fluss Datenbank
Vereinte Nationen - Unep: Globaler Umweltausblick
Mein Fußabdruck: Berechne den eigenen Fußabdruck

Quellen:

Dr. Stefan Giljum, Wirtschaftsuniversität Wien, Materialflows.net, Footprint.org, Unep, Overshoot Day.org, Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus,
Footprintnetwork

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