Ein Hoch den Reinigungskräften!

Foto: Reinigungskräfte, © eNu

Seit dem Jahr 2004 gilt der 8. November auch als „Tag der Putzfrau“. Offiziell heißt er „Internationaler Putzfrauen-Tag“, manchmal aber auch einfach nur „Weltputztag“ oder „Weltputzfrauentag“. Die Idee dazu hatte die Krimiautorin Gesine Schulz. Deren Romanheldin Karo Rutkowsky ist Privatdetektivin, Putzfrau und hat am 8. November Geburtstag.

Putzfrauentag trifft es gut, denn nur rund 6% Männer arbeiten in diesem Beruf, hauptsächlich im Sonderreinigungsbereich wie etwa an Fassaden, der Rest sind Frauen. Im Haushalt ist der Prozentsatz höher, trotzdem ist Putzen immer noch vornehmlich weiblich.

Reinigung ist eine Tätigkeit, die die Allgemeinheit betrifft – sie wird in allen Unternehmen, an allen Arbeitsplätzen und in jedem Haushalt ausgeführt. Reinigungskräfte haben in unserer Gesellschaft noch immer nicht den Stellenwert, den sie verdienen. Für die Hygiene, die Werterhaltung und den guten optischen Eindruck eines Gebäudes ist ihre Tätigkeit unerlässlich. 

Die Kosten der Reinigung

Wussten Sie, dass die Reinigungskosten bei den Betriebskosten von Verwaltungsgebäuden, Büros, Schulen usw. an erster Stelle stehen (z.B. noch vor der Heizung)? Je nach Nutzung und Beschaffenheit beträgt dieser Anteil 40 bis 50 % bezogen auf die Gesamtbetriebskosten.

Durchschnittlich wird für die Reinigung jährlich ein Betrag von 3 bis 6 % der gesamten Baukostensumme ausgegeben. Dies bedeutet bei einem Aufwand von 5 %, dass die Reinigungskosten in ca. 20 Jahren die Höhe der Baukostensumme erreicht haben. Es rechnet sich also bei Neubauten die Reinigung gleich mitzudenken.

Bei durchdachter Planung kann der Kostenaufwand reduziert werden. Auch die Arbeitssicherheit und die Nutzwerterhaltung eines Gebäudes steigen durch genaue Bauplanung. Wandnischen, tote Winkel, überstellte Bodenflächen, viele verschiedene Bodenbeläge, die unterschiedliche Pflege und damit unterschiedliche Mittel brauchen, lassen sich vermeiden. Schwer zu reinigende Oberflächen kosten Zeit und damit Geld. Ist dann noch dazu das Putzkammerl zu klein für den Reinigungswagen und die Gerätschaften oder sogar überhaupt nicht vorhanden, sinkt die Motivation des Reinigungspersonals. Apropos Kosten: im Durchschnitt entfallen bei der Reinigung 85 % auf Personalkosten, der Rest sind Verwaltung, Material, Maschinenunterhalt usw.

Umweltfreundliche Reinigung kostet dabei nicht mehr. Es braucht aber ein Umdenken und Weiterbildung für nachhaltigen Erfolg.

Umweltschutz und Gebäudereinigung

Das ökologische Bewusstsein hat sich auch in der beruflichen Reinigung etabliert. Die Branche spürt den Bedarf und die Anforderungen rund um das Thema Nachhaltigkeit stark. Öffentliche Institutionen achten verstärkt auf umweltfreundliche und nachhaltige Reinigung. In Ausschreibungen wird Wert auf entsprechende Zertifizierungen gelegt. Hier ist es wichtig auch das Reinigungspersonal mitzudenken. Neben den Reinigungschemikalien kommt es auf den Einsatz von Technik und Geräten an. Auch die Abläufe im Gebäude und die Dosierung spielen bei umweltfreundlicher Gebäudereinigung eine wichtige Rolle.

Weiterbildung ist für das Gelingen ein entscheidender Faktor. Es gibt spezielle Angebote für genau diese Fragen.

Putzen als Beruf

Die Reinigung wird angestellt oder nicht, ist bezahlt oder unbezahlt, wird in Voll-, Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung erledigt und wird hauptsächlich von Frauen verrichtet. Reinigungspersonal hat es oft mit Vorurteilen zu tun. Hartnäckig hält sich der Spruch „Putzen kann doch jeder“. Das Bild von der Reinigung zuhause überträgt sich damit auch auf den gewerblichen und öffentlichen Bereich.

Der 3-jährige Lehrberuf des Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigers ist allerdings sehr anspruchsvoll. Grundkenntnisse der Chemie und Physik, Materialkunde, Dosierung und der Umgang mit Arbeitsmaschinen gehören ebenso dazu wie soziale Fähigkeiten, Denkmalschutz und vieles mehr. Die Lehrberufsbezeichnung lautet ReinigungstechnikerIn. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einem Lehrabschluss bzw. Facharbeiterprüfung und einer Meisterprüfung.

Geputzt wird seit es Menschen gibt. Die Entstehung von Betrieben zur Gebäudereinigung bzw. des Handwerks ist jedoch eng mit der Industrialisierung verknüpft. Seit 1989 ist Gebäudereiniger in Österreich ein Handwerk und Lehrberuf. So wurde aus dem Dienstmädchen im privaten Bereich die Putzfrau und der Beruf der Reinigungsfachkraft entstand.

Bedeutung von Umweltschutz in der Gebäudereinigung

Moderne Gebäude mit vielfältigen Bodenmaterialien, Maschinen und Spezialreinigungsmitteln machen die Aufgaben für das Reinigungspersonal komplex und vielfältig. Auch die effiziente Organisation von Abläufen und der zeitliche Rahmen sind eine Herausforderung. 

Professionelle Gebäudereinigung gewährleistet beispielsweise Trittsicherheit von Fußböden und Hygiene in Sanitärräumen. 

Umweltschutz durch die richtige Wahl der Reinigungsmittel, genauer Dosierung und dem Einsatz von Techniken und Geräten zur Chemikalienreduktion gewinnt stetig an Bedeutung.

Durch gute Reinigung wird generell das Schmutzaufkommen verringert. Denn „Schmutz zieht Schmutz an“. Das bedeutet, dass dort, wo sich in einer Ecke der Schmutz anhäuft, bewusst oder unbewusst, mehr Schmutz abgelagert wird.

Putzen im Haushalt

Nicht nur in öffentlichen Gebäuden werden Reinigungskräfte beschäftigt. In rund 10% aller deutschen Haushalte arbeitet eine Reinigungshilfe. Österreich ist hinsichtlich der Zahlen sicher mit Deutschland vergleichbar. Der Markt für private Putzhilfen ist riesig, denn fast die Hälfte aller Befragten einer Studie zum Thema Hausputz kann sich vorstellen, eine Putzhilfe zu beschäftigen. Die 52% die selber putzen möchten, tun dies, weil sie sich keine Putzhilfe leisten können, um keine fremde Person in ihr Heim zu lassen oder sie putzen einfach gerne.

Durchschnittlich 4,7 Stunden werden pro Woche mit Reinigungstätigkeiten verbracht. Dabei putzen Männer nur halb so lange wie Frauen. Ein interessantes Ergebnis der Studie war auch, dass 85% der Befragten der Ansicht sind, dass der Beruf der Reinigungskraft mehr Ansehen verdient. 

Umweltfreundlich Reinigen zuhause

Jede und jeder von uns putzt. Manche mehr manche weniger. Dabei verbrauchen wir in Österreich jährlich 2,5 Liter Reinigungsmittel pro Person, gesamt ergibt das 20.000 Tonnen. Beim Waschmittel alleine beträgt der jährliche Pro-Kopf Verbrauch mehr als sieben Kilogramm.

Mittlerweile gibt es schon eine große Auswahl an umweltschonenden Produkten. Waren es im Jahr 2005 lediglich 30 Wasch- und Reinigungsmittel mit dem Österreichischen Umweltzeichen, so sind es inzwischen bereits 165 Produkte. Viele davon im den gewerblichen Bereich aber auch in Super-, Drogeriemärkten und Diskontern steigt die Auswahl. 

Denken Sie bei umweltfreundlicher Reinigung aber nicht nur an Reinigungsmittel. Schmutzfangmatten am Eingang verhindern, dass Verschmutzung ins Haus gelangt. Sparsame Dosierung erspart nicht nur dem Abwasser unnötige Putzmittel sondern auch Ihnen Geld. Mit dem Einsatz von Hilfsmitteln und Geräten (Mikrofasertücher, Glasabzieher, Bodenwischgerät, uvm.) können sie Putzmittel einsparen.

Umweltfreundlich reinigen ist eigentlich recht einfach: weniger ist mehr.

Denken wir also an diesem 8. November und vielleicht auch im übrigen Jahr, öfter an all die Menschen, die rund um uns für Sauberkeit sorgen. Sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient.

Links:

wir-leben-nachhaltig.blog: Ein Hoch den Putzfrauen

wir-leben-nachhaltig.at: Hygiene und Desinfektion

wir-leben-nachhaltig.at: Putz- und Reinigungsmittel

wir-leben-nachhaltig.at: WC reinigen

Energie- und Umweltagentur NÖ: Weiterbildung für Reinigungsfachkräfte

Österreichisches Umweltzeichen: Reinigung

Forsa-Umfrage: Hausputz

FIGR Forschungs- und Prüfinstitut für Facility Management GmbH: Kostenminimierung durch Reinigungsgerechte Bauplanung

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