Foto: Europa aus dem All, © ESA/ NASA

Licht aus für den Klimaschutz heißt es schon seit mittlerweile 15 Jahren immer am letzten Samstag im März. Am  27.3.2021 ist es wieder soweit. Eine einfache Idee mit globaler Umsetzung. Das Licht ausschalten zwischen halb 9 und halb 10 Uhr abends soll ein Zeichen für mehr Klimaschutz sein.

Anfangs passierte es nur in einer Stadt – Sydney. Doch die Teilnehmerzahl wuchs stetig und 2019 waren bereits Millionen Menschen in mehr als 180 Ländern dabei. Mehr als 18.000 berühmte Gebäude wurden bewusst verdunkelt. Auch UN-Generalsekretär António Guterres forderte zur Stunde der Erde konkrete Maßnahmenpläne für Klimaschutz von den Regierungen der Welt

2021 - LICHT AUS - BEWUSSTSEIN AN

Was 2007 als symbolischer Akt in Sydney begann, ist heute eine der größten Aktionen für das Weltklima. In 162 Ländern weltweit werden 1.200 Gebäude, darunter auch Schloss Esterházy, zur Earth Hour verdunkelt.
Dieses Jahr ist wir-leben-nachhaltig mit dabei! 

Live aus dem roten Salon in Schloss Esterházy:

Christa Ruspeckhofer: Nachhaltiger Lebensstil – jeder Schritt zählt!
Samstag, 27. März 2021 | Beginn 19:30 Uhr

Livestream nach Schloss Esterházy

#EARTH HOUR 2021 #togetherpossible

Ein weiter wie bisher ist keine Option: 2021 brauchen wir einen Neustart, der uns für zukünftige Krisen rüstet. Eine intakte Natur ist unsere beste Lebensversicherung. Daran erinnert die Earth Hour.
Setzen wir gemeinsam ein Zeichen:
Schenken wir dem Klima- und Artenschutz am Samstag 27.März  (20:30h – 21:30h) eine Stunde unserer Zeit.

Warum Licht ausschalten

Wie Luft- oder Wasserverschmutzung hat auch die Zerstörung der Dunkelheit in der Nacht viele Folgen. Licht dient nicht mehr nur dem Bedürfnis nach Sicherheit. Licht ist ein Symbol für Luxus geworden, selbstverständlich und uneingeschränkt einsetzbar, für Werbezwecke, zur Effektbeleuchtung oder zur Beleuchtung von Freizeiteinrichtungen. Das  Bewusstsein, dass der verschwenderische Umgang mit künstlichem Licht zahlreiche negative Folgen hat muss steigen.

„Lichtverschmutzung“ und unnötiger Energieverbrauch

Der Begriff der Lichtverschmutzung (vom englischen: light pollution) oder auch Lichtsmog bzw. Lichtglocke, bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen. Derzeit gibt es keine aktuelle Untersuchung wie viel Energie durch Gebäudebeleuchtung und Lichtquellen im Freien verbraucht wird. Für die USA wird geschätzt, dass bereits in den 1990er Jahren eine Milliarde Dollar pro Jahr für nächtliche Beleuchtung ausgegeben wurde.

Einschränkung der astronomischen Beobachtungen

Einen richtig dunklen Nachthimmel mit seiner Sternenpracht kennen viele Menschen gar nicht mehr. In unseren rund um die Uhr erleuchteten Städten sind nur noch wenige helle Sterne zu sehen. Allein die Stadt Wien strahlt nachts 2 Megawatt an Licht-Leistung in den Weltraum ab. Am durchschnittlichen Nachthimmel in Österreich sind nur mehr 10% der eigentlich mit freiem Auge sichtbaren Sterne zu erkennen!

Darunter leiden die astronomischen Beobachtungen und Forschung. Sternwarten wie Greenwich in London, das Planetarium Wien (mit Urania und Kuffner Sternwarte) und sogar der berühmte 5-Meter-Spiegel (Hale-Teleskop) des Mount Palomar Observatoriums in Kalifornien werden durch die stetig anwachsende Lichterflut massiv beeinträchtigt. Die Beobachtung des Universums wird daher immer schwieriger, besonders für Hobby-Astronomen.

Wirkung auf lebende Organismen

Weiße Lichtquellen mit hohem Blauanteil im Spektrum stellen ein erhebliches Problem für die Navigation und Orientierung nachtaktiver Insekten und für Zugvögel dar. Deutsche Studien aus dem Jahr 2000 zeigen, dass in einer einzigen Sommernacht an einer Straßenlaterne durchschnittlich 150 Insekten zugrunde gehen. Rechnet man das auf die ca. 6,8 Millionen Laternen auf deutschen Straßen hoch, sind dies jede Nacht über eine Milliarde Insekten. Die zahlreichen anderen Lichtquellen (Gewerbe- und Industriegebiete, Werbeflächen, Privathaushalte) sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Nächtliches Kunstlicht beeinträchtigt die Orientierung von Zugvögeln und führt unter anderem dazu, dass Vögel in hell erleuchtete Gebäude fliegen, dabei verletzt werden oder zu Tode kommen (das sogenannte „Towerkill-Phänomen“).
Ebenfalls gut dokumentiert ist der negative Einfluss von nächtlicher Beleuchtung auf verschiedene Arten von Meeresschildkröten, deren Nachwuchs an einem zu hell erleuchteten Strand den Weg ins Wasser nicht findet und somit zur leichten Beute von Raubtieren wird.

Auch der Mensch ist betroffen

Die erhellte Nacht beeinflusst zunehmend den natürlichen Tag- Nacht-Rhythmus des Menschen. Umweltassoziierte Gesundheitsstörungen wie Energielosigkeit, Schlafstörungen und andere Folgeerkrankungen können die Auswirkungen von Lichtimmissionen auf den Lebensbereich des Menschen sein.

Initiativen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung

Städte und Gemeinden die ihren Beitrag zur Reduktion der Lichtverschmutzung leisten wollen, können sich im Rahmen der IUCN-Schutzgebietseinstufung für die Kategorie „Lichtschutz-Gemeinde“ (Dark Sky Community) registrieren. Dazu gibt es eine enge Verbindung mit dem Nachhaltigkeitsprogramm der UNO (Agenda 21) und Europa-Programmen wie Energieeffiziente Gemeinde/Energiestadt/European Energy Award.

Auch jeder Einzelne von uns kann etwas gegen Lichtverschmutzung beitragen, indem Sie z.B. die geeignete Außen- und Gartenbeleuchtung wählen und die Lichtquellen reduzieren.

Links

WWF: Städte und Gemeinden die mitmachen
Pannatura - Schloss Esterhazý: Earth Hour 2021
Earth Hour International: Earth Hour
Umweltanwaltschaft Tirol: Lichtverschmutzung
"die umweltberatung": Lichtverschmutzung
wua-wien.at: Lichtverschmutzung
verlustdernacht.de: Lichtverschmutzung

wir-leben-nachhaltig.at: Garten- und Außenbeleuchtung