Bienen unterstützen

Foto: Bienenvolk, © R. Gottwald-Hofer, eNu

Unsere Bienen sind unersetzlich bei der Bestäubung von Kultur und Wildpflanzen. Der wirtschaftliche Wert in der Landwirtschaft wird weltweit auf 100-200 Milliarden Euro (für Europa auf 65 Milliarden Euro, für Österreich auf 525 Millionen) jährlich geschätzt. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab. Neben der Honigbiene (Apis mellifera) gibt es, alleine in Europa, mehrere hundert Wildbienenarten.

Die Biene – ein wichtiger Nützling     

Lässt sich der Wert der Bienen für das Ökosystem wirklich in Zahlen ausdrücken?
Nicht nur unsere Nahrungspflanzen, alle Blütenpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen. Von den bekannten 350.000 Blütenpflanzen sind etwa 20.000 in Gefahr zu verschwinden. Der Verlust von Biodiversität und der Rückgang der Bienen hängen zusammen. Pestizide, ausgeräumte, artenarme Kulturlandschaften und Parasiten schwächen Bienenvölker. Eine Studie der Universität Reading beziffert den Mangel an Bienen mit sieben Milliarden. Das hat zur Folge, dass es schon heute in Teilen Europas zu wenige Bienen für die Bestäubung gibt.

Bienenpflanzen jetzt pflanzen

Der Herbst ist die beste Zeit Blumen, Sträucher und Bäume zu pflanzen. Damit unterstützen wir unsere Bienen um genügend Futter im kommenden Jahr zu finden. Setzen Sie eine Hecke aus gemischten heimischen Laubgehölzen, früh blühenden Zwiebelpflanzen und Stauden. Achten Sie auf unterschiedliche Blühzeiten, damit die Tiere über die ganze Gartensaison mit Futter versorgt werden. Haselnuss, Dirndl und besonders die Weiden („Palmkatzerl“) sind eine wichtige erste Nahrungsquelle im Frühjahr.

Für kleine Gärten oder Innenhöfe eignen sich Kletterpflanzen wie der Efeu als platzsparende Bienenweide. Frühlingsblüher wie Krokus, Blaustern oder Traubenhyazinthe, sowie mehrjährige Stauden wie Gartenmalve oder Salbei werden auch im Herbst gepflanzt und sorgen für einen reich gedeckten Bienentisch. Himbeere, Brombeere und Wildrosen blühen bis in den Sommer hinein, wenn die Bienennahrung wieder knapper wird. Viele Duft- und Gewürzpflanzen, wie Borretsch, Lavendel, Thymian und verschiedene Minze-Arten blühen bis in den Herbst und bieten einen reich gedeckten Tisch.

Garten und Balkon bienenfreundlich gestalten

Jeder von uns kann etwas tun, um den Bienen zu helfen. Verzichten wir im eigenen Grünbereich auf chemische Bekämpfungsmittel. Mit Pestiziden schädigen wir nicht nur unerwünschte Tiere, sondern auch unsere Honigbiene. Bienengefährliche Wirkstoffe wie z.B. Imidacloprid finden sich auch in Fensterklebern gegen Stubenfliegen. Es gibt wirksame biologische Alternativen gegen Schadinsekten.
Sorgen Sie in Ihren Beeten und Balkonkästen für eine bunte Vielfalt an Pflanzen. Das ist nicht nur optisch schön, sondern bietet einen gedeckten Tisch für alle bestäubenden Insekten.
Neben Nahrung ist Unterschlupf wichtig. Wildbienen haben keinen Stock in den sie sich zurückziehen können. Sie brauchen ein „wildes Eck“ mit Totholz, Pflanzenresten, Steinen u.ä. Auch ein selbstgemachtes Nützlingshotel bietet Wildbienen Unterschlupf und ziert den Garten.

Bio-Lebensmittel und heimischen Honig bevorzugen

Durch den Einkauf und Konsum von biologisch erzeugten Lebensmitteln tun Sie nicht nur Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Im Bio-Landbau werden keine Pestizide und chemisch-synthetische Saatgutbeizmittel verwendet. Das schützt auch unsere Bienen. Der Honig vom lokalen Imker spiegelt die Vielfalt der heimischen Natur wieder. Kosten Sie die verschiedenen Sorten und schmecken Sie den Unterschied zwischen Wald-, Lindenblüten- Akazien- und Sonnenblumenhonig.

Links:

wir-leben-nachhaltig.at: Nützlings Hotel
"die umweltberatung": Informationen über Bienen und ihre Bedeutung
Universität Reading: Bienen
Heckentag.at: Pflanzen als Bienenweide
"die umweltberatung": Gütesiegel "biologisch gärtnern"
"die umweltberatung": Bauanleitung für eine Wildbienenunterkunft

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