Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln auf natürliche Gewässer

Foto: Schulter eincremen, © L. Steiniger, eNu

Manche in Sonnenschutzmitteln enthaltenen chemischen UV-Filter stehen nicht nur in Verdacht, vom menschlichen Körper aufgenommen zu werden und wie ein Hormon zu wirken, sie zerstören auch wichtige Ökosysteme. So können diese beispielsweise zum Absterben von Korallen führen.

Das Forscherteam rund um Professor Roberto Danovaros von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Università Politecnica delle Marche im italienischen Ancona bestätigt in einer Studie, dass die UV-Filter bereits in geringen Konzentrationen von 10 Mikroliter pro Liter Meerwasser Viren aktivieren können, die imstande sind die in Symbiose mit den Korallen lebenden Mikroalgen zu zerstören.

Korallen sterben ab

Wenn nun aber diese Mikroalgen verschwinden, bleichen die Korallen aus und sterben ab. Schätzungen zufolge werden die tropischen Riffregionen jedes Jahr mit 4.000 bis 6.000 Tonnen Sonnenschutzmittel von rund 78 Millionen Touristen belastet. Einige Länder verbieten mittlerweile Sonnencremen mit den Stoffen Octinoxate oder Oxybenzone. Unter der Bezeichnung „Reef safe“ gibt es mittlerweile Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor, die wasserfest aber ohne nachweislich schädigende Chemikalien sind.

Da chemische Sonnenschutzfilter nicht nur Flora und Fauna im Meer, sondern auch im Süßwasser belasten, verbieten bestimmte Ferienorte an Seen und Flüssen die Verwendung solcher Sonnenschutzmittel. Diese UV-Filter reichern sich in den Körpern der Lebewesen an und stehen in Verdacht hormonähnlich zu wirken.

Mineralische Sonnenschutzmittel ohne Nanopartikel verwenden

Bei mineralischen Sonnenschutzmitteln sollten Sie darauf achten, dass diese keine Nanopartikel enthalten. Diese Partikel wirken als Katalysatoren und in Verbindung mit Sonnenlicht und Wasser kommt es zur Bildung von Wasserstoffperoxid. Diese Reaktion entsteht erst im Wasser, da die Nano-Metalloxide mit reaktionsfreien Substanzen wie Siliziumdioxid ummantelt sind und sich diese Schutzmäntelchen erst im Wasser auflösen. Das entstehende Wasserstoffperoxid ist ätzend und wird auch in Bleich- und Desinfektionsmittel eingesetzt - darunter leiden Mikroorganismen wie Phytoplankton, welche als wichtige Nahrungsgrundlage für viele andere Organismen dienen.

Nicht nur Sonnenschutzmittel schützt vor Sonnenbrand

Nicht nur mineralische Sonnenschutzmittel ohne Nanopartikeln schützen Ihre Haut vor der Sonnenstrahlung. Auch das Ausweichen auf schattige Bereiche und Liegeflächen und der Schutz Ihrer Haut durch Kleidung verringern das Sonnenbrandrisiko auf ganz natürliche Art ohne der Umwelt zu schaden.  

Links:

wir-leben-nachhaltig.at: Sonnenschutzmittel
wir-leben-nachhaltig.at: Sonnenbrand
hautTATSACHEN: Sonnencreme im Meer und Plakat
EU-Studie: Sonnenschutzmittel bedrohen Korallen

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