200 Jahre Fahrrad – vom Hirngespinst zum Kultobjekt

Foto: LR Dr.in Petra Bohuslav & LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf auf e-bikes, © NLK Reinberger

Schon im Mittelalter wurden Fahrzeuge entwickelt, die mit menschlicher Muskelkraft funktionierten. Einerseits der Rollstuhl für Invaliden und andererseits Gartenwägen, mit denen die Herrschaften von Lakaien durch die Parks bewegt wurden, um Pferdemist im Garten zu vermeiden.

Ein Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im 19. Jahrhundert verdunkelte über Monate den Himmel auch über Europa und Nordamerika. Dadurch kam es zu „einem Jahr ohne Sommer“ mit Ernteausfällen und einer Hungersnot im Jahr 1817. Das damit verbundene Pferdesterben machte die Entwicklung des Fahrrades als individuelles Fortbewegungsmittel erst möglich.

Herr Drais aus Mannheim entwickelte daraufhin das Laufrad, wodurch man schneller als ein Fußgänger und weniger erschöpft als ein Läufer am Ziel ankam (Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 15 km/h). Durch das Aufkommen und dem Ausbau der Eisenbahn geriet das Laufrad wieder in Vergessenheit.

Im Jahr 1866 entwickelten zeitgleich zwei Franzosen ein Fahrrad, bei dem das größere Vorderrad direkt mit Pedalen angetrieben wurde. 1868 führte die Erfindung des „Speichenrades“ zu größeren Antriebsrädern – das Hochrad war erfunden. Aufgrund vieler Stürze und vor allem wegen der schweren Kopfverletzungen, wurde das Hochrad vielerorts verboten.
Das brachte 1877 einen Engländer dazu ein „Niederrad“ mit Kettenhinterradantrieb zu konstruieren. Bis 1890 wurden  Rahmen und Raddurchmesser zu den bis heute üblichen Rhombusrahmen weiterentwickelt.

Den Durchbruch als erstes massentaugliches Individualverkehrsmittel schaffte das Fahrrad in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Da wurde das Fahrrad für die Arbeiter erschwinglich. Diese konnten damit längere Arbeitswege zurücklegen.

Das Fahrrad war  lange Fortbewegungsmittel und Lastentransportmittel zugleich. Als in den 1960 und 1970-iger Jahren das Auto für die breite Bevölkerung leistbar wurde, verdrängte es das Fahrrad als Individualverkehrsmittel fast völlig.

Heute erlebt das Fahrrad wieder eine Renaissance. Es gilt als umweltschonendes, gesundheitsbewusstes Fortbewegungsmittel mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Vom Alltagsrad und Sportrad bis hin zum Lastenrad: Mit dem e-Bike ist auch der Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft!

RADLand NÖ

Niederösterreich ist ein wahres Land der RadfahrerInnen:

  • 1,36 Mio Fahrräder gibt es in NÖ
  • 82% der NiederösterreicherInnen besitzen ein Fahrrad
  • JedeR 6 RadlerIn in NÖ radelt schon mit elektrischer Unterstützung
  • 3.300 km Radwege stehen in NÖ zur Verfügung

nextbike ist ein Erfolgsprojekt im RADLand Niederösterreich

An 197 Entlehnstellen in 73 Gemeinden und Städten stehen 900 Fahrräder rund um die Uhr zum Ausleihen bereit. Wer kein eigenes Fahrrad besitzt oder es gerade nicht zur Hand hat, kann sich bei den Stationen im RADLand Niederösterreich ein nextbike ausleihen.
„Im Jahr 2016 stiegen die Ausleihen landesweit um 12 Prozent auf über 52.000. Somit wurden knapp 270.000. Kilometer, die man sonst vielleicht mit einem Pkw zurückgelegt hätte, geradelt. Radfahren stärkt somit die persönliche Gesundheit und nutzt unserer Umwelt“, betont LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf.

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