Valentinstag: Blumen schenken

Foto: Tulpenstrauß, © B. Gegenbauer, eNu

Der heilige Valentin gilt als Patron der Liebenden. Zu seinem Gedenktag dem 14. Februar ist es bei uns Brauch Blumen zu schenken und die Blumengeschäfte locken mit einer großen Auswahl.

Blumen bringen Farbe und Duft ins Haus und hellen die oft noch dunklen und nass-kalten Wintertage auf. Sie lassen die Vorfreude auf den Frühling und die Lust auf die kommende Garten- und Balkonsaison wachsen. Achten Sie beim Blumenkauf auch auf Nachhaltigkeitsaspekte.

Dunkle Schatten auf der blühenden Pracht

Die Anzahl der heimischen Blumengärtnereien sinkt seit Jahren kontinuierlich. Insbesondere die Rose, die beliebteste Blume der ÖsterreicherInnen, ist in den Wintermonaten fast nur aus dem Ausland erhältlich. Die Produktionsbetriebe sind dabei meistens Plantagen in Afrika und Lateinamerika, da dort ein ideales Klima herrscht. Auch die geringen Löhne für ArbeiterInnen und die niedrigen Umweltstandards der Länder machen den Rosenanbau attraktiv.

ArbeiterInnen in diesen Rosen-Plantagen sind meistens von Ausbeutung, schlechten Arbeitsbedingungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Pflanzenschutzmittel betroffen. Die unzureichenden Umweltauflagen in den Gebieten führen zu negativen Beeinträchtigungen der Umgebung durch Gifte.
Die langen Transportwege erfolgen auf schnellem Weg mit dem Flugzeug, damit die Blumen relativ frisch ankommen und dadurch werden klimaschädliche CO2-Emissionen freigesetzt. 
Im Bezug auf die klimatischen Beeinträchtigungen wäre ein Anbau von wärmeliebenden Kulturen im Winter in Glashäusern bei uns auch nicht wirklich besser, aufgrund des hohen Heizbedarfs.

Gütesiegel für Blumen

Für Blumen gibt es Gütesiegel die soziale Standards und mehr Umweltfreundlichkeit bei der Pflanzenproduktion garantieren. Bio-Gütesiegel haben sich aber bei Blumen noch nicht durchgesetzt.

Das Fairtrade-Gütesiegel zeichnet Rosen aus Blumenfarmen aus, in denen soziale und umwelttechnische Standards eingehalten werden müssen.
Die Importeure der Rosen zahlen für Fairtrade-Blumen einen Aufschlag, der direkt den ArbeiterInnen zugute kommt. Es wird ein Mindestlohn gezahlt, die Arbeitszeiten sind geregelt und Auflagen zu Gesundheit, Arbeitssicherheit und Umweltschutz müssen eingehalten werden.

Ein weiteres Label für Blumen und Pflanzen ist das internationale Label von Fair Flowers Fair Plants. Floristen, Blumengroßhändler und Produzenten, die dieses Label tragen, müssen sich einer Zertifizierung unterziehen und bestimmte Anforderungen an Umwelt- und ArbeiterInnenschutz erfüllen. Jede Blume lässt sich anhand eines Codes bis zur Produktion zurückverfolgen. 

Es müssen nicht immer Rosen sein

In den Wintermonaten ist in Österreich die Produktion von wärmeliebenden Blumen wie z.B. Rosen durch das ständige Heizen umweltbelastend und teuer.
Es müssen auch nicht immer Rosen sein! Es gibt in Blumengeschäften auch Schnittblumen, die mit weniger Wärmezufuhr in heimischen Gärtnereien produziert werden. Frühlingsblüher wie Tulpen oder Narzissen blühen schon in den ersten Monaten des Jahres in Glashäusern. Lassen Sie sich im Geschäft beraten und fragen Sie nach Blumen aus heimischen Gärtnereien. 

Alternativen zum Blumenstrauß

Wer etwas anderes als einen Blumenstrauß schenken möchte, kann einen Frühlingsblüher in einem schönen Topf oder Glas wählen. So zaubern Primeln,  Topf-Tulpen und duftende Hyazinthen Farbe ins Haus. Nach dem Verblühen können Sie diese Pflanzen in den Garten setzen und nächstes Frühjahr bewundern.
Bei Frühlingsblühern sollten Sie beachten, dass die Pflanzen nicht austrocknen dürfen, aber auch nicht zu nass stehen sollten. Am liebsten haben sie einen Platz mit Licht, aber ohne direkte Sonne.

Tipps zum Frischhalten von Blumensträußen

Damit ein Blumenstrauß lange Freude bereitet, können Sie einige wichtige Pflegetipps einhalten:

  • Verwenden Sie unbedingt eine saubere, frisch-gereinigte Vase. Damit verhindern Sie die Bildung von Bakterien im Wasser.
  • Wenn Sie Blumen im Winter kaufen, dann lassen Sie diese noch eine halbe Stunde eingepackt, bis sie sich langsam an die warme Temperatur im Raum gewöhnt haben.
  • Füllen Sie frisches, warmes Leitungswasser in die Vase und lassen Sie es kurz absetzen.
  • Schneiden Sie Blumen kurz vor dem Einwässern unbedingt an. Verwenden Sie zum Anschneiden ein scharfes, sauberes Messer. Eine Schere würde den Stiel quetschen und die Blumen können kein Wasser mehr aufnehmen. Scheiden Sie den Stiel mit einem schrägen Schnitt ab, dadurch wird die Querschnittsfläche des Stängels vergrößert und die Blume kann mehr Wasser aufnehmen. Die meisten Leitungsgefäße befinden sich in der Außenhaut des Stängels, deshalb ist ein glatter Schnitt durch den gesamten Stiel wichtig. Narzissen sollten Sie nicht anschneiden, denn diese produzieren Schleim der das Wasser verunreinigt.
  • Bei Blumensträußen sind oft Frischhaltesäckchen dabei, die das Wasser frisch halten und die Blumen mit Nährstoffen versorgen sollen. Frischhaltemittel enthalten normalerweise fungizide und/oder bakterizide Stoffe (oft Aluminiumsulfat) und zusätzlich Glucose als Nährmittel. Ziel ist es, dass nicht täglich Wasser getauscht werden muss. Wenn Sie auf Sauberkeit achten und das Wasser täglich wechseln, können Sie auf diese Zusätze verzichten und trotzdem lange Freude an den Blumen haben. Hausmittel wie Kupfermünzen, Aspirin Tabletten oder Zucker bringen wenig. Zucker kann vorhandene Bakterien sogar vermehren.
  • Entfernen Sie alle Blätter, die mit dem Wasser in Berührung kommen, da diese leicht abfaulen können und so das Wasser verunreinigen. Wenn einzelne Blumen verwelken, entfernen Sie diese aus dem Strauß.
  • Wählen Sie einen guten Standort für Ihren Blumenstrauß. Ein kühler Platz ist am besten und keine pralle Sonne. Zugluft oder trockene Heizungsluft schaden ebenfalls. Auch sollten Sie die Blumen nicht neben Obst stellen, welches Ethylen (= Reifegas) verströmt und Blumen schnell verblühen lässt.
  • Wechseln Sie das Wasser täglich und schneiden Sie immer wieder die Stiele neu an. Auch das Reinigen der Vase ist nach ein paar Tagen empfehlenswert.  


Viel Freude mit Ihren Blumen!

Links:

Gütesiegel: Fairtrade

Gütesiegel: Fair Flowers Fair Plants

Bio-Gärtner: Tipps zum Blumenschnitt

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